Australian Open 2025 - Ben Shelton kritisiert TV-Sender in Melbourne: "Ein wenig schockiert über Behandlung"
Update 22/01/2025 um 15:22 GMT+1 Uhr
Ben Shelton hat große Kritik an den Broadcastern bei den Australian Open 2025 in Melbourne geäußert. Der US-Amerikaner, der nach dem Sieg über Lorenzo Sonego im Halbfinale des ersten Grand Slam des Jahres steht, beschwerte sich über den fehlenden Respekt der Journalisten gegenüber der Sportlerinnen und Sportler - besonders nach den Matches beim On-Court-Interview.
Shelton übt Kritik nach bizarren Fragen: "Eine Menge Negativität"
Quelle: Eurosport
"Eine Sache, die ich unbedingt ansprechen möchte, bevor wir hier fertig sind: Ich war diese Woche ehrlich gesagt ein wenig schockiert darüber, wie Spieler von den Broadcastern behandelt wurden", begann der US-Youngster seine Kritik an den Medien während des Turniers in Down Under.
Dabei bezog er sich zunächst auf den Eklat rund um den australischen Journalisten Tony Jones von "Channel 9", der sich Anfang der Woche über die serbischen Fans lustig und beleidigende Kommentare gegenüber Novak Djokovic gemacht hatte.
Für Sheldon nicht die einzige Negativ-Erfahrung während des ersten Grand Slams des Jahres. "Mir ist das bei verschiedenen Leuten aufgefallen. Ich denke, dass der Vorfall, bei dem Novak verspottet wurde, kein Einzelfall war", führte der 22-Jährige aus.
Besonders die On-Court-Interviews auf den großen Plätzen in Melbourne sieht der US-Amerikaner kritisch. "Ich habe es zum Beispiel bei Learner Tien in einem seiner Matches bemerkt. Als er Daniil Medvedev geschlagen hat, fand ich das Interview ziemlich peinlich und respektlos", klagte er die Fragen des Journalisten nach Tiens Überraschungserfolg gegen den favorisierten Russen an.
Shelton kritisiert fehlenden respekt
Er selbst fühlte sich ebenfalls respektlos behandelt. "Auch mir wurden in Post-Match-Interviews ein paar Fragen gestellt, die ich unangebracht fand", erinnerte sich der Halbfinalist an das Interview nach seinem Achtelfinalsieg gegen den deutlich älteren Franzosen Gael Monfils.
Dabei blieb ihm vor allem eine Frage in Erinnerung: "Zum Beispiel: 'Hey, Monfils ist alt genug, um dein Vater zu sein. Vielleicht ist er ja dein Vater.'", wurde der Youngster scherzhaft gefragt, bei Shelton kam die Frage aber nicht so gut an.
Der aus seiner Sicht fehlende Respekt bringe den Sport auch nicht voran, sondern würde ihm eher schaden. "Ich habe das Gefühl, dass Broadcaster eigentlich dazu beitragen sollten, unseren Sport wachsen zu lassen und den Athleten, die gerade Matches auf der größten Bühne gewonnen haben, dabei helfen sollten, ihre größten Momente zu genießen. Stattdessen gibt es meiner Meinung nach viel zu viel Negativität. Das ist etwas, das sich ändern muss."
Becker springt Shelton zur Seite
Eurosport-Experte Boris Becker sprang dem US-Amerikaner auf "X" zur Seite. Die deutsche Tennislegende schrieb: "Ich stimme Ben absolut zu! Die Interviews nach dem Match sind viel zu lang und auch zu persönlich!"
Bereits nach dem Viertelfinalmatch zwischen Alexander Zverev und Tommy Paul waren die Courtside-Interviews ein großes Gesprächsthema in "Matchball Becker". Der Eurosport-Experte wollte vom Weltranglistenzweiten wissen, wie sehr ihn die privaten Fragen zu seinem Handshake-Ritual mit seiner Freundin Sophia Thomalla direkt nach dem Match nerven würden.
Zverev antwortete darauf locker: "Jeder will wissen, was es mit dem Handschlag auf sich hat. Es ist, wie es ist. Man kann die Interviews auch lustig gestalten", so Zverev: "Ich mag Jim (Courier, Anm. d. Red.) sehr, sehr gerne. Er macht einen super Job. Man muss die Crowd auch ein bisschen entertainen und Spaß machen. Das ist völlig in Ordnung."
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Zverev und Becker exklusiv: On-Court-Interviews zu privat?
Quelle: Eurosport
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