Alexander Zverev überzeugend ins Achtelfinale - Der Gamechanger ist zurück: Arbeit vor Australian Open zahlt sich aus
Alexander Zverev hat sich seine bislang beste Leistung bei den Australian Open für den richtigen Zeitpunkt aufgehoben. Der Hamburger schaltete am Freitag Cameron Norrie in einem hochklassigen Match aus und sicherte sich damit einmal mehr das Achtelfinal-Ticket. Der Weltranglistendritte scheint sein Erfolgsrezept für Melbourne gefunden zu haben, was er seiner akribischen Vorarbeit zu verdanken hat.
Becker-Analyse zum Zverev-Sieg: "Dann wird es für jeden Gegner schwer"
Quelle: Eurosport
Alexander Zverev war zu Späßen aufgelegt.
Nach seinem Einzug ins Achtelfinale schnappte sich der Hamburger kurzerhand das Mikrofon und interviewte selbst seinen Bruder Mischa, ehe er eine besondere Wette ausplauderte, die er mit Barbara Schett, die das On-Court-Interview führte, abgeschlossen hatte.
"Wenn ich die Australian Open gewinne, lassen wir uns beide im Barbershop die Haare abschneiden", sagte Zverev zu der Eurosport-Expertin.
Die gelöste Stimmung des ansonsten so selbstkritischen Weltranglistendritten kam nicht von ungefähr: Mit einem überzeugenden 7:5, 4:6, 6:3, 6:1-Erfolg gegen den Briten Cameron Norrie zog er in Melbourne zum siebten Mal in die Runde der letzten 16 ein.
Damit überholte er den bisherigen deutschen Co-Rekordhalter Boris Becker, der sich im Anschluss voll des Lobes für Zverev zeigte.
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Alexander Zverev - Cameron Norrie | 3. Runde | Highlights
Quelle: Eurosport
Becker lobt Zverev: "Stärkste Leistung zum richtigen Zeitpunkt"
"Sein inneres Gleichgewicht war immer da. Mitte des dritten Satzes hat er einen Gang hochgeschaltet und Norrie konnte nicht mehr mithalten", befand der Eurosport-Experte - und attestierte Zverev "die stärkste Leistung genau zum richtigen Zeitpunkt."
Ein Blick in die Statistiken bestätigte die Aussagen des sechsmaligen Grand-Slam-Siegers: Im Vergleich zu seinem Zweitrundensieg gegen Alexandre Müller steigerte Zverev sowohl den Prozentsatz der gewonnenen Punkte bei erstem Aufschlag (78 Prozent gegenüber 71) als auch die Anzahl der Winner (von 45 auf 52).
"Ich habe von der Grundlinie aggressiv gespielt. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht gut aufgeschlagen habe und deshalb vielleicht ein bisschen mehr von der Grundlinie spielen musste als sonst. Das habe ich recht gut gelöst", zeigte sich Zverev im Eurosport-Interview zufrieden.
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Zverev exklusiv: Diesen Nachteil hat er erkannt und trainiert
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Zverev findet Erfolgsrezept
Darüber hinaus scheint der Olympiasieger von 2021 den Schlüssel zum Erfolg in Melbourne gefunden zu haben. "Ich habe die Vorhand heute gut getroffen. Das ist der Schlag, der mich gewinnen oder verlieren lässt. Wenn ich ihn so treffe und selbstbewusst damit bin, ist das immer sehr wichtig", konstatierte Zverev.
Insgesamt 24 Vorhand-Winner standen für den Vorjahresfinalisten gegen Norrie zu Buche – und damit mehr als in seinen beiden vorherigen Matches (23) zusammen.
"Die Vorhand wird langsam mein Lieblingsschlag von Zverev. Wenn er so offensiv und selbstbewusst die Vorhand schlägt, dann wird es für jeden Gegner der Welt sehr schwer", brachte es Becker auf den Punkt.
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Zverev klaut Schett das Mikro und schließt Haar-Wette ab
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Zverev: "Da war ich letztes Jahr sehr hinter den anderen Topspielern her"
Dass diese neue Qualität kein Zufall, sondern das Ergebnis akribischer Arbeit ist, machte Zverev im Eurosport-Interview deutlich.
"Die Vorhand war der Hauptschlag, an dem wir in den letzten sechs Monaten vermutlich am meisten gearbeitet haben. Da war ich letztes Jahr sehr hinter den anderen Topspielern her", analysierte Zverev und ergänzte: "Wichtig ist, dass ich aus meinem Tempo heraus spielen kann und bei den Punkten, die ich dominieren kann, auch dominant bleibe."
Genau dies gelang ihm spätestens ab dem dritten Satz gegen Norrie hervorragend, was auch an seinem starken Service lag.
"Der Aufschlag war vor allem als Vorbereitung auf den zweiten druckvollen Ball entscheidend. Dieses 'Aufschlag plus eins' aggressiv zu spielen, war enorm wichtig. Gerade in Satz drei und vier ist ihm das immer wieder gelungen", erklärte Eurosport-Expertin Barbara Rittner.
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Rittner analysiert Zverev-Sieg: Das war gegen Norrie entscheidend
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Nächste knifflige Aufgabe wartet auf Zverev
Das freute auch Zverevs Bruder Mischa, der regelrecht ins Schwärmen geriet.
"Die Vorhand war gut, die Beinarbeit war gut. Ich könnte fast ein Gedicht darüber schreiben, wie solide er gespielt hat", sagte der 38-Jährige bei Eurosport.
Ausruhen darf sich die deutsche Nummer eins auf ihrer starken Leistung jedoch nicht. Schließlich wartet am Sonntag mit Francisco Cerúndolo die nächste knifflige Aufgabe.
Gegen den Argentinier weist Zverev zwar eine negative Bilanz von 2:3 auf – die beiden Duelle auf Hartplatz gingen jedoch an die Nummer drei der Welt.
"Er ist ein schwieriger Gegner für mich. Die ersten drei Partien hatte ich gegen ihn Probleme, dann habe ich die letzten beiden Matches gegen ihn gewonnen und hoffe, es wird jetzt auch ein drittes Mal geben", sagte Zverev.
Sollte er seinen Gamechanger, die Vorhand, erneut so wirkungsvoll einsetzen, dürfte das nächste launige On-Court-Interview nicht lange auf sich warten lassen.
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Der Matchball: Zverev bezwingt Norrie mit einem Ass
Quelle: Eurosport
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