Australian Open: Alexander Zverev überzeugt mit Lockerheit und Klasse - Philipp Kohlschreiber hofft auf "Partycrasher"

Alexander Zverev ist ergebnistechnisch schwächer in die Australian Open gestartet als vor einem Jahr, präsentiert sich aber auffällig locker in Melbourne. Er orientierte sich an Carlos Alcaraz und Jannik Sinner, versuche mehr "das zu tun, was die beiden besten Spieler der Welt machen", so Zverev. Ungewöhnliche Aussagen, aber "ein toller Ansatz", wie Philipp Kohlschreiber bei Eurosport.de sagt.

Alexander Zverev - Francisco Cerúndolo | Achtelfinale | Highlights

Quelle: Eurosport

Es war eine blitzsaubere Vorstellung, die Alexander Zverev auf seinem Melbourner "Lieblingsbelag" hinlegte. Nur zwei Stunden und 12 Minuten benötigte der Finalist von 2025, um sich gegen Francisco Cerúndolo das Viertelfinalticket zu sichern.
"Ich bin ich glücklich mit dem Match", konstatierte Zverev im Eurosport-Gespräch. Auch das ein Statement, das man vom sehr selbstkritischen 28-Jährigen nicht allzu oft hört.
Die Tatsache, dass er vor einem Jahr mit drei Dreisatzsiegen in den Happy Slam gestartet war und dieses Mal in den ersten drei Partien jeweils einen Satz abgeben musste, ist nichts weiter als eine Randnotiz. Denn: Zverev spielt seine Trümpfe, vor allem beim Aufschlag, souverän aus.
Hinzu kommt eine klare Steigerung auf der Vorhand. "In der Vergangenheit hat Sascha die mit 100, 110 km/h geschlagen, heute waren es oft bis zu 130 km/h. Eine deutlich höhere Geschwindigkeit als noch letzte Saison", lobt Eurosport-Experte Boris Becker die starke Entwicklung bezüglich dieses Schlags.
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Becker entschlüsselt Zverev-Spiel: Da hat sich der Speed erhöht

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Es war offenkundig, wie sehr Zverev seinen argentinischen Kontrahenten damit unter Druck setzte. Die Verbesserung, so Kohlschreiber, sei aus seiner Sicht vor allem psychischer Natur. "Die Vorhand bei Sascha war meiner Meinung nach eine Art mentale Achillesferse. Wenn er im Reinen mit sich, positiv und glücklich ist, dann läuft die Vorhand. Sie wackelt dann, wenn sie schlechtgeredet wird - aber diese Dinge lässt er derzeit nicht an sich ran", führt der Augsburger aus.

Kohlschreiber lobt Zverev-Vorgehen: "Absolut richtig"

Ihm gefalle Zverevs "Lockerheit in diesen Tagen, dass er nicht diese Verbissenheit hat nach dem Motto: 'Ich muss dieses Grand-Slam-Turnier unbedingt gewinnen, sonst wäre es eine absolute Katastrophe.'"
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Alexander Zverev bei den Australian Open im Interview

Fotocredit: Getty Images

Das sei 2025 noch anders gewesen, was sich am Interview nach der Finalniederlage gegen Jannik Sinner gezeigt habe. "Da hat Sascha gesagt, er sei nicht gut genug", erinnert sich Kohlschreiber. Dabei habe Zverev "so ein schönes Turnier gespielt".
Diese Härte gegen sich selbst sei in vielen Momenten einer Entspanntheit gewichen, die wohl auch den Blick weitet. Den Ansatz, sich hier und da an den beiden Dominatoren Carlos Alcaraz und Jannik Sinner zu orientieren, halte er für "absolut richtig", betont Kohlschreiber. "Es geht ja nicht ums Abschauen, aber darum, von Leuten zu lernen, die in gewissen Situationen Dinge besser machen. Ob das nun technischer Natur ist oder eine Einstellungssache. Vielleicht war Sascha in der Vergangenheit zu sehr bei sich selbst und hat nicht nach nach links und rechts geschaut."

Zverev gegen Tien - nur scheinbar klare Verhältnisse?

Zverev darf aber auch mit breiter Brust nach vorne schauen. Im Viertelfinale ist er klar favorisiert gegen Learner Tien, der überraschend Daniil Medvedev stoppte und von der Papierform her ein angenehmerer Gegner für den Hamburger ist. Wobei Zverev das Adjektiv "angenehm" in diesem Zusammenhang ebenso ablehnen dürfte wie Kohlschreiber.
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Zverev blickt auf Viertelfinale: "Riesen Respekt vor Tien"

Quelle: SNTV

"Learner hat einen neuen Coach mit Michael Chang. Das funktioniert unglaublich gut. Er hat wahnsinnige Schritte gemacht, sein erstes Turnier gewonnen, steht jetzt im Viertelfinale", warnt der 42-Jährige vor dem Match am Dienstag (live im TV bei Eurosport 1 und im Stream bei HBO Max). "Learner spielt mehr Schach auf dem Court, versucht mit seiner Aktion eine Reaktion zu kreieren und dann schon einen Schritt weiter zu sein."

Kohlschreiber: Zverev kann aus "zweiter Reihe" angreifen

Zverev weiß genau, was auf ihn zukommt, schließlich stand er dem US-Amerikaner in der vergangenen Saison zweimal gegenüber - und kassierte dabei auf Hartplatz auch eine Niederlage im Achtelfinale von Acapulco.
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Mischa über Zverevs Viertelfinal-Gegner: Das macht Tien so stark

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"Ein großartiger Spieler. Sehr jung und aufstrebend. Ich habe großen Respekt vor ihm", sagte Zverev auf der Pressekonferenz nach dem Achtelfinale. Tien fliege noch "sehr unter dem Radar" der Öffentlichkeit. Unterschätzen wird er ihn aber keinesfalls.
Zverev selbst kommt - auf ganz anderem Niveau freilich und im Hinblick auf den Titel - ebenfalls aus der "zweiten Reihe", wie Kohlschreiber darlegt. Das passe zwar nicht wirklich, weil der Deutsche auf Platz drei der Weltrangliste liege, aber "Sinner und Alcaraz sind großen Favoriten und Sascha könnte von hinten dann der Partycrasher sein". Eine Beschreibung der Lage, mit der Zverev einverstanden sein dürfte ...
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Zverev exklusiv: "Glücklich auf dem Platz, vor allem auf John Cain"

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