Australian Open: Iga Swiatek kritisch wegen Kamera-Präsenz: Wie Tiere im Zoo? Gauff-Ausraster sorgt für Diskussionen
Von Alex Frieling
Update 28/01/2026 um 16:25 GMT+1 Uhr
Nachdem Coco Gauff nach ihrem Viertelfinal-Aus gegen Elina Svitolina ihren Frust kaum unbeobachtet abbaute, äußerte sich nun auch Iga Swiatek deutlich zur zunehmenden Kamera-Präsenz hinter den Kulissen. "Ja, die Frage ist: Sind wir Tennisspieler oder sind wir wie Tiere im Zoo, die sogar beobachtet werden, wenn sie aufs Klo gehen?", sagte die Polin mit Blick auf die US-Amerikanerin.
Swiatek stört Kamera-Überwachung: "Tennisspieler oder Tiere im Zoo?"
Quelle: SNTV
Swiatek gab anschließend zu: "Okay, das war natürlich übertrieben, aber es wäre schön, etwas Privatsphäre zu haben." Zuvor verlor die 24-Jährige ihre Viertelfinal-Partie der Australian Open gegen Jelena Rybakina mit 5:7, 1:6.
Es sei wichtig, auch einmal unbeobachtet arbeiten zu können. "Es wäre auch schön, seinen eigenen Freiraum zu haben und nicht immer beobachtet zu werden", erklärte Swiatek.
Gerade für technische oder taktische Abläufe brauche es Rückzugsorte. "Ich weiß nicht genau, wie es in anderen Sportarten ist, aber ich denke, es wäre gut, einen Raum zu haben, in dem man so etwas machen kann, ohne dass die ganze Welt zuschaut."
Gauff war im Viertelfinale des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres klar an der zehn Jahre älteren Svitolina gescheitert (1:6, 2:6). Im Anschluss wollte die 21-Jährige ihren Ärger kontrolliert loswerden und suchte im Melbourne Park bewusst einen Ort abseits der Kameras, um ihren Schläger zu ramponieren - vergeblich.
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Eine Kamera sieht's doch: Gauff zerhackt ihren Schläger in den Katakomben
Quelle: Eurosport
Swiatek nennt Wimbledon als Positivbeispiel
"Ja, ich habe versucht, mich an einen Ort zu begeben, an dem es nicht gefilmt wird, aber offensichtlich wurde es doch gefilmt", sagte Gauff später auf der Pressekonferenz. "Also, ja, vielleicht kann man darüber diskutieren, denn ich finde, dass der einzige private Ort, den wir bei diesem Turnier haben, die Umkleidekabine ist."
Dabei habe Gauff bewusst darauf verzichtet, ihren Schläger auf dem Platz zu zerstören. "Ich glaube, ich habe einen Schläger im Viertelfinale oder Achtelfinale der French Open kaputt gemacht. Ich habe gesagt, dass ich das auf dem Platz nie wieder tun würde, weil ich finde, dass das kein gutes Bild abgibt."
Wie sieht also die Lösung aus? Swiatekt blickt auf andere Grand-Slam-Turniere und erklärt: "In Wimbledon gibt es Plätze wie Aorangi, da kommen nur akkreditierte Personen hin, aber keine Fans. In Roland Garros gibt es Jean-Bouin. Es gibt also Räume, in die man gehen kann, wenn man das braucht."
Bei manchen Turnieren sei das jedoch "unmöglich", man werde "ständig beobachtet - wenn nicht von Fans mit Ground-Pässen, dann von Kameras." Grundsätzlich stelle sie die mediale Begleitung aber nicht infrage, betonte Swiatek.
"Wir sollen auf dem Platz und in der Presse beobachtet werden. Das ist unser Job", sagte sie. Doch es gehe nicht darum, in jeder Alltagssituation Content zu liefern. "Es ist nicht unser Job, ein Meme zu sein, wenn man seine Akkreditierung vergisst. Ja, das ist lustig, die Leute haben etwas zu reden. Aber für uns ist das, denke ich, nicht notwendig."
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