Novak Djokovic sorgt vor Australian Open für Fragezeichen: Turnierabsage und PTPA-Austritt
VonJan Zesewitz
Update 08/01/2026 um 17:43 GMT+1 Uhr
Novak Djokovic hat sich im Herbst seiner Karriere einem Ziel verschrieben: Nummer 25. Der 25. Grand-Slam-Titel. Daran richtet der Serbe alles aus, weitere Turniere spielt er nur noch selten. Ungewöhnlich ist aber, dass er auf ein Vorbereitungsturnier vor den Australian Open gänzlich verzichtet. Das einzig geplante sagte er kürzlich ab, mit der Begründung "körperlich nicht bereit" zu sein.
Überirdisch! Die fünf besten Alcaraz-Schläge 2025
Quelle: Eurosport
Bei einigen Experten bilden sich diesbezüglich Sorgenfalten. Seit seinem Turniersieg in seiner neuen Wahlheimat Griechenland Anfang November hat Djokovic kein Match bestritten und auch zum zweiten Mal in Folge die ATP Finals abgesagt.
Statt mit einer verlängerten Ruhepause in die Saison zu starten, muss der 38-Jährige sein Debüt 2026 sogar verschieben. "Mein Fokus liegt nun auf der Vorbereitung auf die Australian Open", schrieb er in einem Post bei "Instagram". Mit wenig Turnieren zu den Höhepunkten zu reisen, war für Djokovic in den vergangenen Jahren kein Novum - 2025 spielte er Roland-Garros, Wimbledon und die US Open ohne ein weiteres Turnier dazwischen.
Das Ergebnis: drei Halbfinalteilnahmen, nur die über allem thronenden Jannik Sinner und Carlos Alcaraz konnten ihn jeweils stoppen. Seine Saison endete mit dem Sieg in Athen zwar mit einer positiven Note, aber die Strapazen der Saison machten auch vor dem Serben nicht halt.
"Momentan passiert in fast jedem Match irgendetwas mit dem Körper", sagte er nach seinem erfolgreichen Viertelfinale beim Masters in Shanghai gegen Zizou Bergs. In Melbourne gab er das Halbfinale gegen Alexander Zverev wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel auf, in Wimbledon kämpfte er im Halbfinale gegen Sinner mit Leistenbeschwerden.
Weitere Nebenschauplätze für Djokovic
"Das sind Anzeichen von Verschleiß", sagte der irische Präventionsexperte Stephen Smith schon im Oktober. "Wenn man wegen einer Verletzung pausiert, sinkt die Trainingslast. Kommt man zurück und muss sofort auf höchstem Niveau bestehen, kann eine ganze Reihe weiterer Verletzungen folgen."
Auch wenn Djokovic nur vage von seinem Körper als Ursache für die Absage in Adelaide spricht, sind die Auswirkungen laut Smith auch auf die fehlende Spielpraxis zurückzuführen: "Wir denken oft, dass mehr Ruhe hilft. Allerdings sind die Spiele heute intensiver. Wenn die Resilienz nicht fortlaufend trainiert wird, kann zu viel Erholung schaden. Es geht um das perfekte Gleichgewicht: genug Reiz, um gesund zu bleiben - ohne zu überlasten und ohne zu unterlasten."
50 Spiele absolvierte Djokovic 2025, im Jahr zuvor waren es sogar nur 46. Zum Vergleich: Bei Alexander Zverev waren es 82 beziehungsweise 90 Matches. Die körperlichen Beschwerden sind nicht der einzige Schauplatz, mit dem der 24-fache Grand-Slam-Sieger in die Schlagzeilen geriet. Sein Austritt aus der von ihm mitbegründeten Spielervereinigung PTPA kam wohl nach einem Zerwürfnis mit den weiteren führenden Mitgliedern.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/11/08/image-c22b47d3-5b9e-488c-8aac-7a03eba59e00-85-2560-1440.png)
Highlights: Djokovic holt sich Titel Nr. 101 - und geht steil
Quelle: SNTV
"Es ist deutlich geworden, dass meine Werte und meine Herangehensweise nicht mehr mit der aktuellen Ausrichtung der Organisation übereinstimmen", erklärte Djokovic. Er wollte den Spielern eine Stimme geben, als er im Herbst 2020 die PTPA mitbegründete. Nach wenig Ergebnissen wendet er diesem Projekt nun den Rücken zu.
Ein Hauptanliegen der Spieler - die steigende Belastung - ist das gemeinsame Thema aus Djokovic' Turnierabsage und seinem Austritt aus der PTPA. Angesichts der fehlenden sportlichen Schlagzeilen liegt viel Fokus auf den anderen Aspekten im Leben des Serben.
Auch seine Abkehr vom serbischen Präsidenten Aleksandar Vukic und sein Umzug nach Griechenland schlug Ende vergangenen Jahres hohe Wellen. Bei der Jagd nach Grand-Slam-Titel Nummer 25 sollte die Neujustierung des Umfelds nicht im Weg der sportlichen Entwicklung bei Djokovic stehen.
Das könnte Dich auch interessieren: Schützenhilfe bleibt aus: Deutsches Team verpasst Viertelfinale
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/01/06/image-a4b09392-6e08-4aa7-b648-4d05f668b179-85-2560-1440.jpeg)
Kyrgios mit offenen Worten: "Dachte, ich wäre der Beste der Welt"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung