Billie Jean King holt mit 82 Jahren Bachelor-Abschluss nach - Tennis-Ikone hält Rede zur Gleichberechtigung

Billie Jean King hat in ihrer außergewöhnlichen Karriere nahezu alles erreicht. Nun schloss die Tennis-Ikone ein Kapitel ab, das mehr als sechs Jahrzehnte offen geblieben war. Die 82-Jährige erlangte an der California State University in Los Angeles, wo sie längst mehr als eine Studentin war, ihren Bachelor-Abschluss in Geschichte und hielt anschließend die Abschlussrede vor dem Jahrgang 2026.

Billie Jean King beendet ihr Bachelor-Studium in Geschichte

Fotocredit: Getty Images

"Ich hatte noch eine unerledigte Aufgabe in meinem Leben, und es war mir wichtig, das zu Ende zu bringen, was ich begonnen habe", sagte King. "Ich mag es, Dinge zu Ende zu bringen. Es ist so, als würde man sich nach einem Match am Netz die Hand geben."
King hatte mit Anfang 20 ihr Studium 1964 abgebrochen, um sich ganz dem Profitennis zu widmen. Die US-Amerikanerin gewann anschließend 39 Grand-Slam-Titel, darunter zwölf im Einzel, und wurde mit ihrem Sieg im legendären "Battle of the Sexes" gegen Bobby Riggs zur globalen Symbolfigur für Gleichberechtigung im Sport.
Dass sie ihren Abschluss nun nachholte, war für die 82-Jährige auch ein persönlicher Meilenstein. "Es ist niemals zu spät", schrieb sie bei Instagram: "Ein Traum verliert nicht an Wert, nur weil Zeit vergangen ist. Mach weiter. Glaub weiter an dich selbst. Denn manchmal kommen die bedeutendsten Siege erst nach den längsten Wegen."
King ist das erste Mitglied ihrer Familie mit einem Hochschulabschluss, wie die Nachrichtenagentur "AP" berichtete. Auch bei ihrer Rede rückte sie ihre Lebensthemen in den Mittelpunkt: "Wir können Inklusion niemals verstehen, wenn wir nicht selbst ausgeschlossen wurden", erklärte die frühere Weltranglistenerste.

King prägte Tennissport über Court hinaus

Bereits in jungen Jahren habe sie erkannt, dass Tennis vor allem einer privilegierten weißen Gesellschaftsschicht vorbehalten gewesen sei: "Mit zwölf Jahren hatte ich eine Art Erleuchtung. Ich saß im Los Angeles Tennis Club und bemerkte, dass alle, die Tennis spielten, weiße Kleidung trugen, mit weißen Bällen spielten - und alle weiß waren. Ich fragte mich: Wo sind all die anderen?", erzählte King in ihrer Rede.
Von da an widmete sie ihr Leben der Gleichberechtigung und Inklusion für alle. Dieser Einsatz prägte nicht nur ihre Karriere, sondern veränderte den Sport nachhaltig. King gründete 1973 die WTA, kämpfte für gleiche Preisgelder und machte sich für bessere Bedingungen von Frauen im Profisport stark.

Tennis-Verband würdigt Kings Lebenswerk

Wegen ihres jahrzehntelangen Einsatzes für Gleichberechtigung und LGBTQ+-Rechte stand sie während ihres Studiums inzwischen selbst auf dem Lehrplan.
Und auch der Weltverband ITF würdigte ihre Verdienste: 2020 benannte er den Fed Cup in Billie Jean King Cup um. Mit ihrem Hochschulabschluss fügte die US-Amerikanerin ihrer einzigartigen Karriere nun ein weiteres persönliches Kapitel hinzu.
(mit SID)
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Quelle: SNTV


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