Boris Becker über Dopingfall von Jannik Sinner: Italiens Tennis-Superstar "hat Verantwortung übernommen"
Update 18/02/2025 um 17:26 GMT+1 Uhr
Während aktuelle Tennis-Stars wie Alexander Zverev oder Novak Djokovic verwirrt bis empört über die Entscheidung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im Falle von Jannik Sinner sind, kann Boris Becker die Strafe für den Südtiroler nachvollziehen. Die Tennis-Legende erklärte gegenüber der "Bild", aus welchen Faktoren sich die Entscheidung der WADA zusammensetzt. Eine Sache prangert er dennoch an.
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Quelle: Perform
Die Tennis-Welt ist in heller Aufregung. Jannik Sinner erhält für sein Dopingvergehen eine Strafe, diese trifft ihn allerdings kaum: Drei Monate ist der Italiener für Turniere gesperrt, rechtzeitig vor den French Open Ende Mai darf der Gewinner der Australian Open aber wieder auf dem Platz ran.
Bei seinen Kontrahenten Novak Djokovic und Alexander Zverev führte das teilweise zu Unverständnis. Becker hingegen kann nachvollziehen, warum die WADA so entschieden hat.
Zur Vorgeschichte gehört, dass Sinners früherer Physiotherapeut Giacomo Naldi eine Schnittwunde am Finger mit einem Spray behandelt haben soll, welches ein verbotenes Steroid enthielt. Bei der Behandlung Sinners übertrug er das Dopingmittel auf den Sportler.
"Sinner hat Verantwortung für seinen Physiotherapeuten übernommen, der sich das Dopingmittel Clostebol mit einem Spray in seine offene Wunde am Finger gesprüht hat, damit sie schneller heilt", erklärte Becker. Davon habe Sinner nicht gewusst, ergänzte der 57-Jährige.
Dopingfall: Becker nimmt Sinner in Schutz
Der Italiener habe vergangenes Jahr seine Unschuld in drei unterschiedlichen Verfahren bewiesen. Zudem sei die gefundene Menge äußerst gering gewesen. "Wir sprechen hier von einem Millionstel nach dem Komma", betonte Becker.
Der dreifache Wimbledon-Sieger sieht keine Alternative zur Entscheidung der WADA. Sinner habe die Strafe einer sofortigen Sperre von drei Monaten akzeptiert und sich für sein Team verantwortlich gezeigt. Alles andere hätte viel Unruhe in die gesamte Tennis-Welt gebracht, so Becker.
Becker kritisiert Kontrollmechanismus beim Doping
Die Kontrollen seien für die Sportler wesentlich strikter geworden als zu seiner Zeit. So müssten die Spieler 365 Tage im Jahr angeben, wo sie sich aufhalten, damit jederzeit spontane Kontrollen möglich wären.
"Es ist für meinen Geschmack schon ein erheblicher Eingriff in die Privatsphäre jedes Sportlers."
"Insgesamt bin ich immer noch überzeugt, dass Tennis ein sauberer Sport ist, aber Spieler und Menschen machen eben Fehler", resümiert der Eurosport-Experte.
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Jannik Sinner akzeptiert Sperre in Dopingverfahren
Quelle: Perform
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