Boris Becker exklusiv zu Disput mit Nick Kyrgios: Er muss Respekt zeigen

Boris Becker geht im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball auf seinen Disput mit Nick Kyrgios ein. "Man muss Respekt für die Vergangenheit haben und einfach mal laut danke sagen, dass es diese alten Profis gab, weil ohne die gäbe es den Tennis-Zirkus nicht mehr", sagt der 56-Jährige im Gespräch mit Moderator Matthias Stach. Kyrgios hatte sich despektierlich über Beckers Generation geäußert.

Becker tadelt Kyrgios: Er muss Stars von einst wertschätzen

Quelle: Eurosport

Nick Kyrgios hat eine klare Meinung. Die Stars von früher wären schon "gut gewesen, aber zu behaupten, sie wären so gut wie die Spieler heute, ist absurd", betonte der Australier bei "The Athletic".
Er habe Matches von Boris Becker gesehen und könne das einschätzen. Novak Djokovic etwa würde auch mit einem 14-maligen Grand-Slam-Tuniersieger wie Pete Sampras "den Boden aufwischen". Die damalige Generation sei gegen Aufschläge mit 220 km/h, wie es heutzutage üblich sei, chancenlos.
Becker leistete sich infolgedessen einen Schlagabtausch mit Kyrgios auf X und präzisierte nun im Eurosport-Podcast: "Wir leben in einer Demokratie. Jeder kann denken, was er will." Aber wenn der 28-Jährige "von Fakten" spreche und behaupte, "dass die ältere Generation nicht so gut Tennis gespielt hat wie die neue Generation", dann müsse er einschreiten.
Neben der Problematik solcher Vergleiche aufgrund neuer Schlägermaterialen und weitere Faktoren wie Ernährung oder Trainingsmethodiken monierte Becker, dass Kyrgios die Vorleistungen der Generationen von einst nicht würdige.
"Ich fange jetzt mal mit Australien an. Rod Laver, Ken Roswall, John Newcombe, Ken Roach - die Gladiatoren der australischen Tennis-Szene. Dann muss ich da noch einen Patrick Rafter und einen Lleyton Hewitt erwähnen. Die waren allesamt die Nummer eins, die haben Grand-Slam-Turniere gewonnen. Ich gehe weiter in der Generationsfrage und sage: 70er-Jahre, John McEnroe, Jimmy Connors, Björn Borg, dann kam Ivan Lendl dazu. Die haben den Sport populär gemacht, die haben Zuschauer vor den Fernseher geholt. Das Resultat sieht man heute", so Becker.
Bei den Männern wie den Frauen seien es die Profis der Vergangenheit, die "das Fundament" für die heutigen Annehmlichkeiten gelegt hätten. So habe es "noch nie so viel Preisgeld und Öffentlichkeit wie heute" gegeben.

Becker: Kyrgios verdankt früheren Generationen Top-Preisgeld

"Das liegt an den Legenden von einst. In den 1980ern habe ich selbst ein bisschen mitgespielt, wie ein Stefan Edberg, ein Mats Wilander. In den 90er-Jahren kamen Andre Agassi oder Pete Sampras. All diese Spieler machen es Kyrgios möglich, dass er dieses Jahr quasi gar nicht Tennis spielt und immer noch von seinen Sport leben kann", betont der dreimalige Wimbledon-Champion.
"Für meinen ersten Wimbledon-Titel habe ich 300.000 Pfund bekommen. Der Sieger von Wimbledon 2024 bekommt drei Millionen", verdeutlicht Becker. Das müsse auch Kyrgios respektieren, wissen und wertschätzen.
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Quelle: Eurosport

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