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Players' Voice mit Tennisstar Caroline Garcia: "Iga Swiatek hat die Messlatte sehr hoch gelegt"
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Publiziert 21/12/2022 um 17:45 GMT+1 Uhr
Caroline Garcia gehört zu den großen Siegerinnen der Saison 2022 und schrieb am 22. August Tennisgeschichte - als erste Qualifikantin, die ein Turnier der 1000er-Kategorie gewinnt. "Meine Erfolge zeigen mir, dass ich im Stande bin, einen Grand-Slam-Titel zu holen", schreibt die Französin in der Eurosport-Kolumne Players' Voice. Dieser Traum sei nach dem famosen Jahr noch "konkreter" geworden.
Caroline Garcia - Players' Voice
Fotocredit: Eurosport
Was für ein Jahr für Caroline Garcia.
Vier Titel räumte die Französin ab, feierte beim 1000er-Event von Cincinnati und den WTA Finals in Fort Worth ihre bislang größten Karriereerfolge.
Bei den US Open fuhr die 29-Jährige mit dem Einzug ins Halbfinale ihr bestes Grand-Slam-Einzelergebnis ein und beendete die Saison auf Weltranglistenplatz vier.
Darüber hinaus holte Garcia zusammen mit Kristina Mladenovic die Doppel-Krone in Roland-Garros.
Die starken Leistungen der Saison 2022 seien die Bestätigung dafür, "dass ich in der Lage bin, einen Grand-Slam-Titel zu holen", schreibt Garcia in der Eurosport-Kolumne Players' Voice, in der internationale Tennisprofis Einblicke geben, die sonst nicht möglich sind.
Allerdings quälte sich die Topspielerin auch mit einer Fußverletzung herum, die sie sich im ersten Saisondrittel zugezogen hatte. Ende März gab Garcia bei den Miami Open auf und kehrte erst zwei Monate später bei den French Open zurück. In dieser Zeit habe sie "so viel über mich selbst gelernt", sagt die Sportlerin aus Saint-Germain-en-Laye heute.
Von Caroline Garcia
Salut liebe Tennisfans,
ich betrachte die WTA Finals als meinen größten Erfolg. Der Wettbewerb gilt als fünftgrößtes Turnier des Jahres gleich nach den vier Grand Slams. Das Format ist etwas Besonderes und schon das Match gegen Daria Kasatkina war ein bisschen wie ein Viertelfinale. Wer siegt, kommt weiter. Es war eine ganz extreme Spannung für ein letztes Gruppenspiel.
Bei den WTA Finals musst du mindestens vier Partien gegen Kontrahentinnen gewinnen, die auf den Plätzen eins bis acht stehen - und das in einer Woche. Das ist ziemlich intensiv, während man ein Grand-Slam-Event für sich entscheiden kann, ohne jemanden aus den Top 10 oder Top 20 zu schlagen. Der Titel bedeutet mir also sehr viel.
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Garcia triumphiert im Finale gegen Sabalenka
Quelle: SNTV
Ob der Erfolg von Fort Worth eine Erleichterung für mich war? Ich weiß es nicht. Ja und nein. Vielleicht nimmt das ein bisschen Gewicht von meinen Schultern.
Gleichzeitig werden der Traum und das Ziel, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, dadurch noch konkreter. Es macht Lust auf viel mehr. So ist der Sport, so ist Tennis. Wenn du etwas geschafft hast, willst du immer noch mehr erreichen.
Das Streben nach den größten Titeln befeuert meine Motivation. Das ist der Hauptgrund, warum ich jeden Tag trainiere. Sicher, der Erfolg bei den WTA Finals ist sehr wichtig, er zeigt mir, wozu ich fähig bin. Ich kann mein Spiel noch verbessern, fühle, dass ich in der Lage bin, größere Dinge zu erreichen. Nach dem Erreichen des Halbfinales bei den US Open und dem Titel bei den WTA Finals ist der Gewinn eines Grand Slams ein konkreter und greifbarer Traum geworden - auch wenn noch ein langer Weg vor mir liegt.
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Caroline Garcia
Fotocredit: Getty Images
Ich muss ja weiterhin sieben Matches in Serie gewinnen, um eine Grand Slam-Krone zu holen. Der Weg ist nicht kürzer geworden, weil ich bei den Finals triumphiert habe. Aber: Ich bin jetzt noch zuversichtlicher, dass es möglich ist. Meine Erfolge zeigen mir, dass ich im Stande bin, einen Major-Titel zu holen.
Das werden auf der Grand-Slam-Bühne zwei herausfordernde Wochen in vielen Bereichen, aber ich habe den Spielstil und das Niveau, um es zu schaffen. Ich weiß nun, wie ich mit schlechten Tagen umgehen kann. Das heißt nicht zwingend, dass ich in der Lage bin, meine Gegnerin zu schlagen, aber ich habe die Fähigkeiten dazu.
2018 stand ich schon einmal auf Platz vier der Weltrangliste, aber die Situation ist heute aus vielen Gründen eine andere. Zunächst einmal bin ich fünf Jahre älter und sehe die Dinge nicht mehr so wie früher. Damals betrat ich Neuland, entdeckte das Unbekannte. Jetzt ist das nicht mehr so, ich war schon dort und weiß, was mich erwartet. Ich verfüge über ein wenig mehr Wissen darüber, was passieren wird.
Man kann aus negativen Erfahrungen lernen, darauf aufbauen. Ich fühle mich nun wohler und besser in der Lage, damit klarzukommen und die Option zu wählen, die mir am geeignetsten erscheint. Ich habe auch mehr Waffen, um mit Erfolg richtig umzugehen.
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"Stolz, wie ich Emotionen im Griff hatte": Garcia feiert Finals-Erfolg
Quelle: SNTV
Mein Spiel war in den vergangenen sechs Monaten stabil, nachdem ich bei den French Open von meiner Verletzung zurückgekommen bin. Es ist mir geglückt, Matches zu gewinnen, ohne mein bestes Tennis zu spielen. Ich habe Wege gefunden. Vor allem ist meine Identität auf dem Platz sehr klar. Ich glaube, dass ich meinen Spielstil viel besser annehmen kann, wenn es gut läuft genauso wie an schwächeren Tagen.
Die Dinge in meinem Kopf sind deutlich klarer. Ich bin dieses Jahr ein bisschen aus dem Nichts zurückgekommen, indem ich einem klar definierten Spielstil treugeblieben bin. Ich wusste, was ich wollte, in welche Richtung ich gehen muss. Das ist wirklich super wichtig. Ich bin der Meinung, dass ich mich körperlich noch weiterentwickeln kann. Wir haben diesbezüglich mit vielen Dingen angefangen, aber erst am Ende der Saison. Wir müssen in diesem Bereich also noch arbeiten, aber das kann mir auf dem Platz viel bringen.
Die Weltrangliste sehe ich sie als eine Folge meiner Ergebnisse. Wenn man dann so nahe dran ist, wird einem klar, dass die Nummer eins der Welt etwas ziemlich Legendäres ist. Es ist ein historischer Punkt für eine Karriere. Iga Swiatek hat die Messlatte da sehr hochgelegt, darüber muss man nicht diskutieren. Unter den gegebenen Umständen ist es fast unmöglich, Platz eins zu erreichen, ohne einen Grand-Slam-Wettbewerb für sich zu entscheiden.
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Caroline Garcia mit der Trophäe bei den WTA Finals
Fotocredit: Getty Images
Ich werde versuchen, das ganze Jahr über solide zu spielen und dann schauen, wohin mich das bringt. Es könnte gut sein, dass ich in Paris bei den French Open auf Platz zwei der Weltrangliste stehe. Aber ehrlich gesagt denke ich im Moment nicht wirklich daran, auch wenn es hilft, sich höhere Ziele zu setzen. Das befeuert meinen Eifer.
Schon erste Teil der Saison wird interessant, denn mit den Australian Open geht es sehr schnell los. Es wäre natürlich schön, mit einer noch besseren Platzierung in Roland-Garros anzukommen.
Ich habe in diesem Jahr dank meiner Verletzung so viel über mich selbst gelernt. Diese Pause vom Tennis war eine Gelegenheit, als Frau und als Mensch zu lernen. Man sammelt Erfahrungen, man reift im Laufe der Jahre. In Bezug auf meinen Sport habe ich gelernt, dass es ein Vorteil ist, mal einen Tag frei zu haben, sich eine Pause zu gönnen und an etwas anderes zu denken als an Tennis.
Ich habe gemerkt, dass es von Zeit zu Zeit besser ist, eine Pizza zu essen, wenn ich das am Tag vor einem Spiel unbedingt möchte - und nicht die ganze Nacht daran zu denken. Durch meine Verletzung wurde mir klar, dass der Gewinn eines Titels natürlich wunderbar ist, dass aber auch der Sieg in einer ersten Runde bei den US Open, eines Viertelfinales oder sogar einer Runde bei einem 250er-Event ebenfalls Emotionen und Freude auslösen.
Ich bin so dankbar dafür, dass ich jetzt alles mehr genieße. Früher habe ich viel mehr darauf geschaut, welche Opfer ich gebracht habe. Ich hatte schlichtweg weniger Freude. Heute gönne ich mir einen Spaziergang, gehe einen kleinen Kaffee trinken. Deswegen spiele ich am Abend nicht schlechter Tennis.
Frohe Festtage,Eure Caroline
Alle Folgen der Eurosport Players' Voice:
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Der Matchball: Garcia/Mladenovic feiern emotionalen Heimsieg in Paris
Quelle: Eurosport
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