Dan Evans ist gut in die aktuelle Saison gestartet. Er gewann in Melbourne ohne Satzverlust seinen ersten ATP-Titel. Der Engländer kletterte in der Weltrangliste zudem auf Position 26, höher wurde er noch nie gerankt.
Und auch sein erstes Masters-Halbfinale konnte Evans zuletzt feiern. In Monte-Carlo holte er zum ersten Mal seit vier Jahren einen Sieg auf Sand. In dem Turnier schlug der 31-Jährige drei Top-20-Spieler - Hubert Hurkacz, David Goffin und auch die Nummer eins Novak Djokovic.
Eine Leistung, die er sich während seiner zwölfmonatigen Sperre vor vier Jahren - Evans war Kokainkonsum nachgewiesen worden - kaum hätte vorstellen können.
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In der aktuellen Ausgabe der "Players' Voice" blickt die britische Nummer eins auf den Saisonverlauf, sein Comeback auf der Tour und die Vorfreude auf die Rasensaison in seiner Heimat ...
Von Dan Evans
Dieses Jahr hat bisher wirklich Spaß gemacht. Ich habe gut gespielt und es genossen, mein Können auf den Platz zu bringen. Im Großen und Ganzen war es einfach großartig.
Monte-Carlo war ein riesiger Erfolg für mich und auch wenn ich eigentlich ungern bestimmte Momente hervorheben möchte, so war das doch neben dem ATP-Cup einer der Höhepunkte meiner Karriere. Ich hatte dort einen super Lauf und habe gegen einige große Namen gewonnen.
Bis ins Halbfinale zu kommen, war genial. Aber man möchte immer besser sein. Hoffentlich schaffe ich es deshalb bei den nächsten Turnieren noch etwas weiter.

Daniel Evans schlägt Novak Djokovic in Monte-Carlo

Fotocredit: Getty Images

Während meiner Pause im Jahr 2017 hätte ich niemals gedacht, dass ich zurückkomme und vier Jahre später die Nummer eins der Welt auf Sand schlage. Aber das sollte jeden daran erinnern, dass nichts wirklich so schlimm ist, wie es aussieht. Meistens übersteht man am Ende alle Hindernisse. Natürlich musste ich viel harte Arbeit hineinstecken. Das macht die Ergebnisse in Monte-Carlo aber umso schöner.
Damals wusste ich selbstverständlich nicht, wie es weitergeht. Es war sehr schwer, solange von der Tour weg zu sein. Ich habe dadurch aber auch gelernt, den Sport mehr zu schätzen. Es war trotzdem wirklich schwierig. Ich musste den Glauben aufrechterhalten, dass ich zurückkommen und auf demselben Niveau weiterspielen kann.
Als ich 2018 auf die Tour zurückkehrte, brauchte ich erst etwas Zeit, um wieder hineinzukommen. Aber ich denke, die Pause hat mich noch mehr motiviert. Es hat mich angetrieben und ich konnte tolle Siege feiern. Seit meinem Comeback hatte ich einige gute Ergebnisse. Ich hoffe, dass ich daran anknüpfen kann. Ich möchte solange wie möglich Siege feiern.

Daniel Evans gewinnt das Turnier in Melbourne

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Im Jahr 2019 wurde ich dann die britische Nummer eins im Herren-Tennis. Schaut man sich an, wer diese Position über die Jahre schon innehatte, ist das wirklich etwas Besonderes. Wenn also irgendjemand aus meiner Geschichte etwas lernen will, dann, dass sich alles zum Guten wenden kann.
Wenn man weiter hart arbeitet und vollen Einsatz zeigt, können großartige Dinge geschehen. Ich hoffe, dass andere britische Spieler, egal ob Youngster, die gerade richtig loslegen, oder Junioren, die erst noch Profi werden wollen, daran glauben: Konzentriere dich voll und ganz auf deine Aufgabe. Am Ende wird es das alles wert sein.
Ich würde gerne mehr Briten sehen, die den Durchbruch schaffen und auf Turnieren spielen. Wir haben aktuell eine tolle Truppe, aber mehr britische Erfolge wären natürlich großartig. Wir halten untereinander Kontakt und haben auch eine eigene WhatsApp-Gruppe, in der wir uns gegenseitig anfeuern oder bei guten Ergebnissen gratulieren.
Hoffentlich haben wir in den kommenden Wochen einiges zu feiern, wenn wir für die Rasensaison in der Heimat unterwegs sind. Wieder vor Fans spielen zu können, und dazu auch noch vor Heimfans, ist wirklich aufregend. Ich hoffe, es kommen so viele wie möglich und genießen es! Es fühlt sich wie ein riesiges Fest an, denn wir haben unseren Sport zurück. Ich habe auch schon etwas Fußball verfolgt und jeder scheint Spaß daran zu haben.
Ich freue mich besonders auf meine Rückkehr zu den Queen’s Club Championships. Der Centre Court ist einfach großartig. Hoffentlich können wir Lokalmatadoren einige tolle Siege feiern und den Zuschauern zeigen, wie es ist Live-Sport zurück zu haben.
Danach steht Wimbledon an. Auch wenn es sich aufgrund der Beschränkungen etwas anders anfühlen wird, wird es sicher speziell, wieder vor Fans zu spielen. Vor ein paar Wochen habe ich mich schon mit ein paar Freuden in Wimbledon zum Tee getroffen. Es war klasse, wieder dort zu sein. Ich bin mir sicher, dass die Organisatoren alles tun werden, um wie immer ein tolles Turnier auf die Beine zu stellen.
Darüber hinaus gibt es noch weitere Turniere, die uns bis zum Ende des Jahres auf Trab halten. Ich freue mich auf alle Events, aber der Davis Cup ist etwas Besonderes für mich. Nach der Absage 2020 fiebere ich wirklich darauf hin. Ich genieße diese Wochen mit dem Team. Hoffentlich schneiden wir ähnlich gut ab wie beim letzten Mal in Madrid.

Daniel Evans bejubelt einen Sieg im Davis Cup

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Auch auf das "Battle of the Brits" im Dezember freue ich mich sehr. Es findet in Schottland statt und dann heißt es England gegen Schottland. Das sollte aufregend werden! Es wird spannend sein, wie einige Jungs reagieren, wenn 6000 Schotten gegen sie sind. Das sollte ein Riesenspaß und ein toller Schlusspunkt für das Jahr sein.

Daniel Evans feuert sein Team an

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