Für Boris Becker hat der Davis Cup seine Aura verloren, aus zwei Gründen. Nicht nur die Terminierung ans Ende der Saison, sondern auch der Modus missfällt dem dreimaligen Wimbledon-Champion.
Die Profis stünden nun vor einer schwierigen Entscheidung. "Was ist mir wichtiger? Meine Karriere oder der Davis Cup?", sagt Becker im Eurosport-Podcast im Gespräch mit Moderator Matthias Stach. Wäre er selbst noch aktiv, würde er sich "dreimal fragen, ob ich mir das antun will."
Deutschlands Topmann Alexander Zverev hat die Frage schon vor Monaten mit "nein" beantwortet und aus seiner Abneigung gegen das neue Format keinen Hehl gemacht.
Tennis
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Er finde es "nicht in Ordnung, wenn jemand reinkommt und versucht, Tennis-Geschichte einfach kaputtzumachen und ein neues Turnier mit Geld so herauszustellen", wetterte der 24-Jährige.

Davis Cup: Nichts ist mehr wie es war

Die deutsche Mannschaft um Teamkapitän Michael Kohlmann geht daher in Innsbruck mit Jan-Lennard Struff, Peter Gojowczyk, Dominik Koepfer und dem Olympia-Doppel Kevin Krawietz/Tim Pütz in die Gruppenphase gegen Serbien und Österreich.

Becker stellt Davis Cup infrage: "Ich bin kein Fan dieses Systems"

Nachdem die Investmentfirma Kosmos um den spanischen Fußballstar Gerard Piqué die Rechte am Davis Cup erworben hat, ist beim Traditionswettbewerb nichts mehr wie es einmal war.
Statt eines K.o.-Systems über das Jahr mit Partien in den Ländern wird seit 2019 am Ende der Saison eine Qualifikations- und Finalrunde ausgespielt. In diesem Jahr in Madrid, Turin und Innsbruck. Gruppenphase und Viertelfinals finden in allen drei Städten statt, Halbfinals und Finale dann nur noch in Madrid.

Becker: "Ich bin kein Fan dieses Systems"

Aus Sicht von Becker ist der Wettbewerb damit eines großen Teils seiner Faszination beraubt worden.

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"Ich weiß nicht, wenn jetzt Belgien gegen Frankreich in Madrid spielt, wie viele Zuschauer da in die Halle kommen. Ich bin kein Fan dieses Systems. Und ich glaube, die meisten Spieler sehen das ähnlich", so der zweimalige Davis-Cup-Sieger. "Den letzten Davis Cup, den ich in alter Struktur erlebt habe, war als Teamchef mit Deutschland in Valencia gegen Spanien. Das war für mich eines der schönsten sportlichen Erlebnisse. Da müssen wir wieder hin."
Aufgegeben hat Becker den Traum nicht. "Meine größte Hoffnung ist, dass sich das System des Davis Cups wieder verändern wird. Dann haben wir alle gewonnen."
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