Spaniens Nationalheld Rafael Nadal ließ sich auf den Court plumpsen und wurde von seinen jubelnden Teamkollegen begraben, auf der Tribüne klatschte König Felipe freudig Beifall: Die Mannschaft der Gastgeber ist ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und hat bei der Premiere des reformierten Davis Cups in Madrid triumphiert.

"Es war eine unglaubliche Woche, wir mussten viel durchmachen", sagte Nadal: "Ich könnte nicht glücklicher sein. Wir haben hier unvergessliche Momente erlebt."

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Bautista Agut "eine große Inspiration für uns"

Nur drei Tage nach dem Tod seines Vaters brachte Bautista Agut die Spanier durch ein 7:6 (7:3), 6:3 gegen Félix Auger-Aliassime in Führung. Nadal machte den Heimtriumph beim erstmals ausgetragenen Finalturnier perfekt.

Aufgrund des familiären Schicksalsschlages war Bautista Agut am Donnerstag vom Team abgereist, schon am Samstagabend beim Halbfinalsieg über Großbritannien saß er aber wieder unterstützend in der Box. "Er ist eine große Inspiration für uns, egal ob er spielt oder nicht", sagte Nadal im Anschluss.

Vor den Augen von Spaniens König Felipe war Bautista Agut vor allem im zweiten Satz eine Klasse besser als der zu fehleranfällige Auger-Aliassime. Der 19 Jahre alte Kanadier hatte wegen einer Knöchelverletzung seit Anfang Oktober kein Match mehr bestritten und kam am Sonntag erstmals im Turnier zum Einsatz.

Spätestens nach Bautista Aguts verwandeltem Matchball nach 1:49 Stunden glich das mit über 12.000 Zuschauern ausverkaufte Hauptstadion einem Tollhaus. "Es war ein sehr spezielles Gefühl auf dem Court", sagte der Weltranglisten-Neunte anschließend.

Shapovalov liefert Nadal großen Fight

Shapovalov lieferte Nadal im zweiten Einzel einen großen Kampf. Der 20-Jährige ließ sich auch vom Verlust des ersten Satzes und den frenetischen Anfeuerungen des spanischen Publikums für seinen Gegner nicht schocken.

Im Tiebreak des zweiten Satzes wehrte Shapovalov beim Stand von 4:6 zwei Matchbälle ab. Dann allerdings machte Nadal den Sack zu und verwandelte nach einer Spielzeit von einer Stunde und 55 Minute seinen dritten Matchball. Nur sein allererstes Davis-Cup-Einzel hatte der Ausnahmespieler 2004 verloren, danach folgten 28 Siege in Serie. Und auch der 20 Jahre alte Kanadier konnte diese stolze Serie nicht brechen und Nummer 29 verhindern.

Spanien löst damit Kroatien, das im Endspiel von 2018 Frankreich mit 3:1 geschlagen hatte, als Davis-Cup-Champion ab. Die Iberer gewannen bereits ihren sechsten Davis-Cup-Titel, für Nadal selbst war es bereits der fünfte nach 2004, 2008, 2009 und 2011.

Piqué zieht positives Davis-Cup-Fazit

Vor allem bis zu den Viertelfinals hatten mangelnde Stimmung und spärlich besetze Tribünen das Bild in Madrid bestimmt. Fußballstar Gerard Piqué, der den Davis Cup im Vorjahr mit seiner Investmentfirma Kosmos für angeblich drei Milliarden Dollar übernommen hatte, zog dennoch ein positives Fazit. "Es war ein einzigartiges Event", sagte er: "Wir sind sehr glücklich darüber, wie es lief." Zumindest der Finaltag lieferte ein dem Davis Cup würdige Atmosphäre.

Auch im kommenden Jahr wird das Finalturnier in Madrid stattfinden (23. bis 29. November). Neben den diesjährigen Halbfinalisten Spanien, Kanada, Großbritannien und Russland sind dort bereits Frankreich und Serbien als Wildcard-Starter gesetzt. Deutschland spielt am 6. und 7. März gegen Weißrussland um einen der restlichen zwölf Plätze.

(SID)

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