Dominic Thiem spricht über seinen Rücktritt und seine Karriere, Erfolge und Fehler: "Würde gleich zur Familie wechseln"
VonJan Zesewitz
Publiziert 03/06/2024 um 23:26 GMT+2 Uhr
Dominic Thiem hat vor einigen Wochen sein Karriereende angekündigt. Das ATP-Turnier in Wien im Oktober wird voraussichtlich sein Abschiedsauftritt werden. In einem Fernseh-Interview erklärt der US-Open-Sieger von 2020 seine Entscheidung ausführlich und blickt zurück auf seine Karriere - Höhepunkte, Fehlentscheidungen, Verletzungen, Rückschläge und der lange Weg zur finalen Entscheidung.
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Quelle: Eurosport
Im Rückblick bereut er vor allem Entscheidungen bei der Trainersuche nach der Trennung von seinem langjährigen Trainer und Entdecker Günter Bresnik 2019. "Ich würde im Nachhinein jetzt gleich zur Familie wechseln", sagte Thiem in der "ORF"-Sendung "Sport am Sonntag". "Die Zeit dazwischen, die vielen Trennungen, das war unnötig."
Nach Bresnik, mit dem Thiem 14 Jahre zusammenarbeitete, wechselten die Trainer im Team des Österreichers recht häufig, darunter war auch Eurosport-Experte Benjamin Ebrahimzadeh.
Die enge Bindung zu Vater Wolfgang und seinem Manager, Bruder Moritz Thiem, wurde - auch von Bresnik - teilweise kritisch gesehen.
Der 31-Jährige steht zu dieser Entscheidung: "Es hat gut funktioniert und wird nur kritisiert, weil ich nicht gut genug spiele oder nicht genug sportliche Erfolge habe. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Der einzige Grund, warum die sportlichen Leistungen nicht passen, liegt bei mir."
Thiem: "Gefühl im Handgelenk nie zurückgekehrt"
Zu den sportlichen Misserfolgen zählt auch der Gesundheitszustand des US-Open-Siegers von 2020. Im März 2021 verletzte er sich im Handgelenk - ein Einschnitt in seine Karriere. Er habe "das Gefühl nie wieder so bekommen wie vor der Verletzung", sagte er.
Im Anschluss an seine Verletzung konnte Thiem keinen Turniersieg auf Tour-Ebene mehr einfahren, nur bei seinem Heim-Turnier in Kitzbühel erreichte er im vergangenen Jahr das Finale. In der Weltrangliste fiel er kurz vor den French Open aus den Top 100.
Auf die Karriere blickt Thiem trotzdem positiv zurück: "Ich habe eine unglaubliche Zeit gehabt und konnte meinen Traum und mein ganzes Tennisleben echt sehr intensiv ausleben."
Die Entscheidung ist - trotz seines vergleichsweise jungen Alters, wohl final: "Persönlich fühle ich mich reif genug, dass ich das Kapitel abschließe. Ich sehe es wirklich nicht so, dass es zu früh wäre oder noch mehr hätte kommen können."
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