Tennis: Einstiger deutscher Davis-Cup-Kapitän Nikola "Niki" Pilic ist tot - ehemaliger Tennisprofi wurde 86 Jahre alt

Der einstige deutsche Davis-Cup-Kapitän Nikola "Niki" Pilic ist tot. Das gab der kroatische Tennisverband am Dienstag auf seiner Website bekannt. Der ehemalige Tennisprofi und -trainer sei demnach am Montag in Opatija in seiner kroatischen Heimat im Alter von 86 Jahren verstorben. Pilic, geboren in Split, hat in seinen 16 Jahren als DTB-Teamchef dreimal mit Deutschland den Davis Cup gewonnen.

Teamchef Niki Pilic beim Davis Cup 1992

Fotocredit: Imago

Beim "Wunder von Göteborg" 1988 und 1989 in Stuttgart - jeweils gegen Schweden - war Becker der Kopf der deutschen Mannschaft, 1993 in Düsseldorf gegen Australien führte Stich das Team an. "Hätte es Niki Pilic nicht gegeben, wäre ich mit Sicherheit nicht Wimbledonsieger geworden und hätte auch nicht die Karriere gehabt, die ich erleben durfte", sagte Stich, der 1991 in Wimbledon das Finale gegen Becker gewann, zu "Bild".
Pilic habe "nicht nur für mich, sondern für das deutsche Tennis Unglaubliches geleistet", ergänzte Stich. Darüber hinaus triumphierte Pilic 2005 als Teamchef mit Kroatien und saß 2010 beim Davis-Cup-Sieg der Serben als Berater in der Box. Und dann hatte er eben auch noch am Doppel-Gold von Barcelona seinen Anteil.
In seiner Heimat Kroatien betrieb er zeitweise eine Tennisschule, bis zum Jahr 2017 war Pilic zudem Berater beim Deutschen Tennisbund (DTB). Er habe eine "wunderbare und sehr wertvolle Zeit mit den deutschen Spielern und Verantwortlichen des Deutschen Tennis Bundes verbracht", sagte Pilic bei seinem Rücktritt.
"Er war für mich eine wertvolle Respektsperson, ein sehr geschätzter Mensch", sagte Carl-Uwe Steeb, dreimal mit Pilic Davis-Cup-Sieger, dem "SID". Mit Pilic verliere das deutsche Tennis "den größten Trainer, den wir je hatten, und ich persönlich einen sehr guten Freund".

Eurosport-Experten Becker und Rittner zollen Pilic Respekt

Auch Becker, heutzutage unter anderem als Tennis-Experte bei Eurosport am Mikrofon, nahm via Instagram Abschied und bezeichnete Pilic als "allerbesten Trainer der Welt".
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Teamchef Niki Pilic (r.) feiert mit Carl-Uwe Steeb und Co. den Sieg im Davis Cup 1989

Fotocredit: Getty Images

Die ehemalige Bundestrainerin Barbara Rittner äußerte sich bei Eurosport ebenfalls zum Tod von Pilic. "Ein großartiger und nahbarer Mensch und Trainer, der immer offen war, einen Rat oder einen Tipp zu geben", so die 52-Jährige. "Danke für alles Niki!"

Djokovic über Pilic: "Tennisvater und Mentor"

Pilic, der in seiner Spielerkarriere bis auf Rang sechs der Weltrangliste vorgestoßen war und bei den French Open 1973 das Finale erreicht hatte, galt später als großer Förderer des Grand-Slam-Rekordsiegers Novak Djokovic aus Serbien. Als Teenager trainierte Djokovic viereinhalb Jahre in dessen Akademie in München. Später bezeichnete er Pilic als seinen "Tennisvater und Mentor".
"Er hat mich wie einen Sohn aufgenommen, und in Zusammenarbeit mit meinen Eltern entstand diese Karriere", schwärmte der Serbe am Rande einer Filmpräsentation. Eine Karriere, die heute dank 24 Major-Titeln als die erfolgreichste der Tennisgeschichte gilt.
(SID)

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