Eva Lys verteidigt Marketa Vondrousova nach Dopingsperre: "Völlig verrückt" - auch Marta Kostjuk zeigt sich solidarisch
Update 23/06/2026 um 14:54 GMT+2 Uhr
Die Vierjahressperre gegen die ehemalige Wimbledon-Siegerin Marketa Vondrousova sorgt in der Tenniswelt für Fassungslosigkeit. Zahlreiche Topspielerinnen wie Eva Lys, Marta Kostyuk, Paula Badosa und Ons Jabeur stellten sich öffentlich hinter die Tschechin. Vondrousova selbst beteuert ihre Unschuld und erklärt: "Ich habe nie gedopt." Nun droht der 26-Jährigen eine Zwangspause bis zum Sommer 2030.
Marketa Vondrousova erhält nach der Dopingsperre Unterstützung von anderen Tennisprofis
Fotocredit: Getty Images
Die Welle der Solidarität war riesig. Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Coco Gauff, French-Open-Halbfinalistin Marta Kostjuk und auch die deutsche Hoffnungsträgerin Eva Lys sprangen Tennisprofi Marketa Vondrousova neben vielen weiteren Topspielerinnen sofort zur Seite - und äußerten ihr Mitgefühl angesichts der empfindlichen Dopingsperre gegen die einstige Wimbledonsiegerin.
"Das ist völlig verrückt. Ich sende Marketa ganz viel Liebe", schrieb Lys im Kurznachrichtendienst "X" schon kurz nach der Verkündung der Internationalen Agentur für Tennisintegrität (ITIA), dass Vondrousova wegen eines verweigerten Tests vier Jahre nicht spielen darf. Auch bei Instagram flogen der 26-Jährigen, deren Karriere plötzlich am seidenen Faden hängt, die Herzen nur so zu.
Zahlreiche Spielerinnen wie Sloane Stephens, Paula Badosa, Marta Kostyuk, Karolina Muchova und Ons Jabeur hinterließen Unterstützungsbekundungen in Form von Herz-Emojis.
Besonders emotional reagierte Sorana Cirstea. "Ich kann das nicht glauben", schrieb die Weltranglisten-18. und ergänzte: "Wir stehen hinter dir." Damit machten viele Kolleginnen deutlich, wie groß das Mitgefühl innerhalb der Tennis-Szene nach der folgenschweren Entscheidung gegen die frühere Wimbledon-Finalistin ist.
Vondrousova deutlich: "Ich habe nie gedopt"
Die frühere Weltranglistensechste aus Prag äußerte sich selbst in dem Sozialen Netzwerk schwer getroffen. "Ich habe nie gedopt", schrieb sie unmissverständlich: "Ich hatte noch nie einen positiven Test. Im Laufe meiner gesamten Karriere habe ich mich unzähligen Doping-Kontrollen unterzogen und bin immer mit gutem Gewissen auf den Platz gegangen." Womöglich bezahlt sie einen Fehler enorm teuer.
Vondrousova wird ihrem Beruf eine quälend lange Zeit nicht nachgehen können - wenn ein möglicher Einspruch nicht doch noch für eine Verkürzung sorgt. Sofort kamen Fragen nach einer Verhältnismäßigkeit im Vergleich zu den Topstars Jannik Sinner und Iga Swiatek auf, die trotz positiver Tests weitaus kürzer aussetzen mussten. Sinner drei Monate, Swiatek gar nur einen Monat. Aber die Vergleiche sind schwierig.
Der Fall Vondrousova dreht sich um die Ereignisse vom 3. Dezember des vergangenen Jahres. Die Tschechin wurde laut Ausführung von Nicole Sapstead im "Guardian" von einer Kontrolleurin aufgesucht. Diese habe nach Angaben der leitenden Direktorin für Anti-Doping bei der ITIA der Athletin auch verdeutlicht, dass ihre Ablehnung des Prozesses empfindliche Konsequenzen haben könnte. Vondrousova soll dennoch ihre Verweigerung schriftlich in einem Formular bestätigt haben und dann mit ihrem Hund rausgegangen sein.
Die Wimbledonsiegerin von 2023 nannte für ihr Verhalten unterschiedliche Gründe. Zunächst deutete sie an, die Kontrolleurin habe sich nicht an die Vorschriften gehalten. Die Profis müssen jeden Tag für eine Stunde an einem definierten Ort erreichbar sein, können aber auch zu anderen Uhrzeiten aufgesucht werden.
Dann gab Vondrousova an, eine akute Stressreaktion und eine Angststörung hätten ihr Urteilsvermögen während der Begegnung beeinträchtigt. Letztlich reichten der ITIA Vondrousovas Argumente für eine Vermeidung oder Abschwächung der Strafe nicht aus - sie ist laut derzeitigem Stand bis Sommer 2030 gesperrt.
Und steht vor einer offenen Zukunft. "Zum ersten Mal in meinem Leben weiß ich nicht, wohin mich der Weg vor mir führt", schrieb sie.
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(Mit SID)
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Drei Satzbälle vergeben: Lys lässt Riesenchance liegen
Quelle: Eurosport
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