Schweiz verliert Finale gegen Russland - und spricht von Manipulation und möglichem Beschiss

Die Schweiz hat das Finale des Billie Jean King Cups 0:2 gegen die Auswahl Russlands verloren. Die Begleitumstände aber sorgten für massiven Ärger im Schweizer Lager. "Entweder ist es unglücklich, wie sich Anastasia Pavlyuchenkova verletzt hat - oder es ist schlicht und einfach Beschiss", monierte Teamkapitän Heinz Günthardt und spielte damit auf den kurzfristigen Tausch der Spielerinnen an.

Schweiz: Belinda Bencic mit Teamkapitän Heinz Günthardt

Fotocredit: Imago

Was war passiert?
Erst 15 Minuten vor Beginn der zweiten Partie zwischen der Schweizer Olympiasiegerin Belinda Bencic und Anastasia Pavlyuchenkova erfuhr die Schweiz nach eigenen Angaben davon, dass Russlands Kapitän Igor Andreev stattdessen Liudmila Samsonova auf den Court schicken würde.
Eigentlich nicht möglich, die Nominierung für das Match stand längst fest. "Der Verdacht, dass da etwas stimmt nicht, ist sofort aufgekommen", bekannte Heinz Günthardt auf der Pressekonferenz nach dem Finale in Prag. "Wir waren sehr überrascht, dass es so eine Regel überhaupt gibt."
Pavyluchenkova musste sich demzufolge in den 15 bis 20 Minuten vor Matchbeginn verletzt haben. Die Regel sieht vor, dass die von einem unabhängigen Arzt bestätigt werden muss.
Während bei der 30-Jährigen eine Knieverletzung festgestellt wurde, sprach Teamkollegin Daria Kasatkina davon, dass Pavyluchenkova eine "große Müdigkeit" verspürt habe. Die wiederum bekannte später, sich "nicht fit" gefühlt zu haben.

Günthardt: "Mit so wenig Aufwand Aufstellung manipulieren"

Während Belinda Bencic, die die Partie schließlich mit 6:3, 3:6, 4:6 gegen ihre "neue" Kontrahentin verlor, von einer "hässlichen" Aktion sprach, machte Günthardt kaum einen Hehl daraus, dass er Russland die Verletzung der Spielerin nicht abnahm.
"Ich wusste gar nicht, dass man mit so wenig Aufwand die Aufstellung manipulieren und die Nummer eins durch die Nummer fünf ersetzen kann", so der 62-Jährige.
Pikant: Während die ursprünglich vorgesehene Pavyluchenkova im direkten Vergleich mit Bencic bei 2:5 steht, ging Ersatzfrau Samsonova mit einer positiven 2:0-Bilanz in die Partie.
Diesen Rückenwind nahm die 22-Jährige mit in die Begegnung, ließ in der Prager O2-Arena den dritten Sieg folgen und machte damit den fünften Titel für Russland klar.
Die Schweiz muss dagegen weiter auf den ersten Erfolg im Billie Jean King Cup, der bis 2020 als Fed Cup bekannt war, warten.
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