Federer fordert eine Revolution im Tennis und bessere Unterstützung für Talente wie Raducanu

Roger Federer erhofft sich von Spielern, Veranstaltern und Medien eine gemeinsame Weiterentwicklung des Tennis-Sports, um Talente besser zu schützen. Der Schweizer forderte bei "GQ": "Man muss sich zusammensetzen und sagen: 'Ok, was funktioniert für euch und was für uns?' Wir brauchen eine Revolution oder wenigstens eine Evolution." Eines der Hauptprobleme sieht Federer bei den Sozialen Medien.

Roger Federer

Fotocredit: Getty Images

"Wir müssen der jüngeren Generation besser helfen, sie unterstützen und leiten. Ich kann mir meinen Karriereanfang nicht mit Social Media vorstellen", erklärte Federer.
Er hätte damit wohl nur schlecht umgehen können, glaubt der 40-Jährige: "Zehn freundlichen Kommentaren steht immer ein negativer gegenüber. Auf diesen konzentriert man sich natürlich. Es ist eine schreckliche Sache."
Federer selbst erlebte die ersten zehn Jahre seiner Karriere ohne die Sozialen Medien: "Ich hatte vielleicht eine Website. Die nächsten zehn Jahre war es dann überall. Auch die Sache mit den Medien muss überdacht werden."
Denn die zahlreichen Pressetermine, die ein Tennis-Profi absolvieren muss, würden den Stress oft weiter intensivieren.

Roger Federer kritisiert enormen Stress für Talente

"Auch wenn es mir schlecht geht, muss ich mich gegenüber den Medien in einer gewissen Weise verhalten. Wir müssen uns daran erinnern, dass Tennisspieler zwar Athleten und Profis sind, aber auch Menschen", mahnte Federer: "Ich bin einer der Athleten, der mit am meisten Pressearbeit erledigt hat. Ich kann nur sagen, dass es immer dasselbe ist, immer."
Für seine Kritik brachte der Schweizer mit Emma Raducanu und Naomi Osaka auch zwei jüngste Beispiele hervor. "Ich habe Raducanus unglaublichen Lauf in Wimbledon verfolgt und auch die Leistungen von Osaka in den vergangenen Jahren. Beide Geschichten sind großartig", meinte Federer.
Es tue aber weh "zu sehen, dass sie sich schlecht fühlen. Der Stress ist enorm. Vieles davon hängt sicherlich mit Social Media zusammen."

Raducanus Atemprobleme und Osakas Boykott

US-Open-Siegerin Raducanu hatte in ihrem diesjährigen Achtelfinale in Wimbledon wegen plötzlichen Atemproblemen aufgeben müssen.
Wenig später meinte die junge Britin bei Twitter: "Ich habe das beste Tennis meines Lebens vor fantastischen Zuschauern gespielt und ich glaube, die Erfahrungen dieser Woche haben mich eingeholt." Eine offizielle Pressekonferenz hatte Raducanu davor abgesagt.
Auch Osaka boykottierte aufgrund von mentalen Problemen eine Zeit lang jegliche Mediengespräche. Bei den French Open stieg die Japanerin nach einem Streit mit dem Veranstalter sogar freiwillig aus. Dieser hatte Osaka mit dem Ausschluss aus dem Turnier gedroht.
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Federer: Das war der wichtigste Ballwechsel der Karriere

Quelle: Eurosport

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