French Open: Novak Djokovic trifft im Viertelfinale auf Sandplatzkönig Rafael Nadal

Für Novak Djokovic ist es "die größte Herausforderung in Paris", für Rafael Nadal "das härteste Viertelfinale" seiner Karriere in Roland Garros. Heute treffen sich der beste Tennisspieler der Gegenwart und der Sandplatzkönig zum ultimativen Duell bei den French Open. Viel zu früh für den Geschmack der beiden Hauptdarsteller.

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"Es fühlt sich anders an als sonst. Ich bin es nicht gewohnt, so früh gegen ihn zu spielen", sagte der Weltranglistenerste Djokovic. Dauerrivale Nadal bemühte sich, die Brisanz aus der Begegnung zu nehmen: "Es ist nicht das Match des Jahres. Der Sieger wird nicht der Champion von Roland Garros sein. Er steht nur im Halbfinale. Das macht einen großen Unterschied."
Eurosport-Experte McEnroe schwärmt
Für Altmeister und TV-Experte John McEnroe ist die Partie (heute im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) allerdings "das größte Viertelfinale, das es in der Tennisgeschichte je gegeben hat". Die serbische Boulevardzeitung Blic schrieb von einem "historischen Showdown", und die spanische Marca wartet "voller Spannung" auf das Match.
Selbst die Tennis-Kollegen sind fasziniert. "Das ist das Match, das die ganze Welt sehen will. Und ich zuerst", sagte der Franzose Richard Gasquet, im Achtelfinale das vierte Dreisatz-Opfer des bislang alles überragenden Djokovic.
Für die Wettanbieter und viele Experten ist der Schützling der deutschen Tennis-Ikone Boris Becker der klare Favorit, immerhin ist Djokovic seit 26 Matches ungeschlagen und hat Nadal in Monte-Carlo bereits auf Sand bezwungen. All seine Konzentration gilt dem Coupe de Mousquetaires, der seine Titelsammlung bei den vier Grand-Slam-Turnieren vervollständigen würde.
Nadal: 71 Matches, 70 Siege
Allerdings hat Nadal alle sechs bisherigen Begegnungen in Roland Garros gewonnen, in den vergangenen zehn Jahren holte er neun Titel in Paris. Auch die jüngste Formschwäche mit ungewöhnlich vielen Niederlagen (fünf) auf seinem Lieblingsbelag und dem Sturz auf Platz sieben der Weltrangliste, scheint er überwunden zu haben.
Erst am Montag gegen Jack Sock aus den USA gab Nadal seinen ersten Satz im Turnierverlauf ab, dennoch holte er souverän Sieg Nummer 70 im 71. Match auf der Anlage am Bois de Boulogne. Die einzige Niederlage gegen den Schweden Robin Söderling liegt bereits sechs Jahre zurück.
Die jährliche Geburtstagstorte
Über die Bedeutung ihrer 44. Begegnung - kein Match hat es in der Ära des Profitennis häufiger gegeben - sind sich beide einig. Nur in der Frage, wer denn die bessere Ausgangsposition besitze, gehen die Meinungen auseinander. "Die Bedingungen passen sehr gut zu seinem Spiel. Er liebt es, auf dem Chatrier zu spielen", sagte Djokovic. "Novak ist ohne Zweifel der beste Spieler im Moment, er ist so dominant. Wahrscheinlich glaubt doch jeder hier genauso wie ich, dass er der Favorit ist", sagte Nadal.
Zu mehr Voraussagen ließen sich beide nicht drängen. "Niemand weiß, was die Zukunft bringt", sagte Nadal: "Dieses Land ist noch unerforscht." Auch Djokovic (28) beendete den ersten Schlagabtausch philosophisch: "Die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Sie ist etwas, was wir nicht beeinflussen können."
Vor dem ultimativen Duell der French Open ist nur eines gewiss: Wie in jedem Jahr wird Nadal in Paris wieder eine Torte bekommen. Er feiert heute seinen 29. Geburtstag.
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