French Open 2017 - Der Tour-Return: Rien ne va plus für Alexander Zverev - vorerst!

Alexander Zverev muss nach seinem Masters-Coup von Rom eine herbe Enttäuschung bei den French Open in Paris wegstecken. Das Erstrunden-Aus gegen Fernando Verdasco ist zwar eine bittere Lektion auf der großen Bühne für den 20-Jährigen, aber alles andere als eine sportliche Katastrophe. Zverev reagierte entwaffnend offen auf die Niederlage, wie Eurosport-Bloggerin Petra Philippsen beobachtet hat.

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Fotocredit: Eurosport

Aus Roland Garros von Petra Philippsen
Alexander Zverev hatte noch einmal den Arm gehoben und sich ordentlich von den Zuschauern auf dem Court Philippe-Chatrier verabschiedet. Und dieses Mal applaudierten sie dem Youngster sehr wohlwollend. Schließlich spürten sie, dass diese Erstrunden-Niederlage eine war, die Zverev weh tat.
Am Abend zuvor waren die Pariser noch weniger mitfühlend gewesen. Da hatten sie Zverev und seinen Gegner Fernando Verdasco noch mit giftigen Pfiffen und einem wütenden Buh-Konzert vom Platz gejagt. Die Fans wollten natürlich weiter Tennis sehen, aber Zverev und Verdasco konnten nichts mehr sehen. Also musste man sich auf Dienstag vertagen, und es wurde ein gebrauchter Tag für Zverev. Rien ne va plus - es ging absolut nichts mehr bei Deutschlands Hoffnungsträger.
Nach dem Aus verabschiedete er sich aus dem Stadion, schmiss seine Tennistasche in die Umkleide und eilte sofort zur Pressekonferenz - keine zehn Minuten nach dem Matchball saß Zverev im zweitgrößten Konferenzraum von Roland Garros, der für die Masse der interessierten Journalisten jedoch deutlich zu klein war. Zverevs Überraschungs-Aus war schließlich die Nachricht des Turniertages.

Zverev entwaffnend offen

Eben noch das Masters in Rom gewonnen, die Top Ten geknackt - das weckt Begehrlichkeiten. Und Zverev hatte sich sicherlich selbst auch mehr ausgerechnet. Kollektive Enttäuschung - das konnte also etwas heikel werden mit den Nachfragen, denn Zverev kann schon mal etwas schnodderig rüberkommen. Doch der 20-Jährige war entwaffnend offen:
Viel mehr brauchte er gar nicht hinzuzufügen. Es sei ärgerlich, sagte er, gerade angesichts der guten Auslosung, aber eben auch kein Weltuntergang. Zverev hatte erst einmal auf Chatrier trainieren können und diese Arena spielt sich eben deutlich anders als die übrigen Plätze in Roland Garros. Und der Wind ist dort tückisch. Zudem war es am Dienstag deutlich kühler in Paris als noch an den Tagen zuvor. Die Bedingungen hatten Zverev mehr aus dem Konzept gebracht als der Gedanke an die hohen Erwartungen an ihn.
Zweifellos, denn die kennt er bereits seit er als Junior spielte und er seit damals bereits als kommende Nummer eins gehypt wird. Doch auch wenn er manchmal keine große Lust auf Medientermine hat, so geht Zverev mit seiner Rolle als nächster Federer-Nadal-Djokovic erstaunlich cool um. Von Höhenflug ist da keine Spur, auch dank seiner Familie, die ihn auf dem Boden hält.

Neue Hoffnung für Wimbledon

Denn als Zverev in Rom von der italienischen Presse ganz vorwurfsvoll gefragt wurde, wo denn eigentlich die ganzen deutschen Journalisten seien - die seien für Becker und Stich schließlich in Scharen gekommen - da hätte Zverev durchaus beleidigt sein können, dass tatsächlich nur ein einziger Journalist aus Deutschland anwesend war. Doch Zverev konterte:
Und nach seinem Triumph in Rom tönte Zverev auch nicht groß, sondern blieb ganz demütig bei seinem Mantra: "Ich weiß genau, dass ich genauso hart weiterarbeiten muss, genauso versuchen muss, besser zu werden. An meinem Plan ändert sich nichts, auch wenn ich Rom gewonnen habe. Ich werde immer noch versuchen, mein Spiel zu verbessern und meine Stärken auszubauen."
Und genau deshalb ist ihm zuzutrauen, dass er es ganz nach oben schaffen wird. Denn Zverev hat verstanden, dass man nicht allein durch Talent ein Champion wird - sondern durch harte Arbeit. Und so wird er auch nach dem Rückschlag von Paris den Frust in ein paar Tagen abschütteln und zurück auf den Trainingsplatz gehen. Wir dürfen gespannt sein auf Wimbledon.
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