French Open 2018: Rafael Nadal schlägt Dominic Thiem im Finale

Rafael Nadal hat in Paris zum elften Mal die French Open gewonnen und damit weiter an der eigenen Legende gebastelt. Der Superstar aus Spanien zwang im Finale von Roland Garros Herausforderer Dominic Thiem mit 6:4, 6:3 und 6:2 in die Knie. Nach zwei Stunden und 42 Minuten verwandelte Nadal seinen fünften Matchball. Für Thiem war es das erste Grand-Slam-Finale seiner Karriere.

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"Ein unglaublicher Moment, ich bin total froh. Vielen Dank aber auch an Dominic, der ein super Spiel gemacht hat. Er ist ein Spieler, der dich bis ans Limit treibt", erklärte Nadal nach seinem Triumph.
Thiem würdigte Nadals elften Titel als "eine der außergewöhnlichsten Leistungen, die es jemals in diesem Sport gegeben" habe. "Ich hatte trotzdem zwei gute Wochen. Als du Rafa 2005 deinen ersten Titel hier geholt hast, war ich elf Jahre alt und habe das im Fernsehen gesehen. Nie hätte ich gedacht, dass ich selbst hier irgendwann im Endspiel stehen würde."
Nadal eröffnete das Finale auf Court Philippe-Chatrier mit einer Macht-Demonstration. Der Spanier brachte sein Spiel zu Null durch, gewann die ersten sechs Ballwechsel der Partie allesamt und erhöhte per Break auf 2:0.
Thiem braucht ein paar Minuten, um ins Match zu finden, war dann aber da und schlug zurück. Es entwickelte sich ein intensives Duell, beim Stand von 3:3 waren bereits 39 Minuten gespielt.
Im zehnten Spiel zeigte Nadal dann, warum er die Nummer eins der Welt ist und Roland Garros bereits zehn Mal gewonnen hatte. Als Thiem beim Stand von 4:5 gegen servierte, nahm ihm der Mallorquiner das Aufschlagspiel zu Null ab und holte sich mit 6:4 die Satzführung.
Eurosport-Experte Boris Becker attestierte Thiem ein großes Spiel, betonte aber auch: "Bei 4:5 hat er sich dann zwei Konzentrationsfehler geleistet und mehr braucht Nadal nicht."
Die Aufgabe für Thiem wurde immer größer, der Österreicher hatte massiv mit dem extremen Spin in Nadals Schlägen zu kämpfen. Der Titelverteidiger spielte seine Stärken gnadenlos aus und sorgte mit einer 3:0-Führung schnell für klare Verhältnisse im zweiten Satz.

Nadals Druck zu groß für Thiem

Die beiden Finalisten lieferten sich immer wieder spektakuläre Ballwechsel auf höchstem Niveau. Nadal baute sowohl über die Vor- als auch die Rückhand unglaublichen Druck auf, dem Thiem nicht standhalten konnte. Nach einer Stunde und 55 Minuten schnappte sich der 32-Jährige auch den zweiten Satz.
Zu Beginn des dritten Satzes ging Thiem dann erstmals in diesem Endspiel in Führung, nachdem er ein hart umkämpftes Aufschlagspiel zum 1:0 durchbrachte. Der Weltranglisten-Achte versuchte alles, kämpfte bravurös und platzierte seine Schläge überlegt. Einzig: Es halt nichts gegen den König des Sandplatzspiels. Nadal hatte immer die richtige Antwort auf dem Schläger und breakte Thiem zum 2:1.

Handprobleme können Nadal nicht stoppen

Kurz darauf bekam Nadal Probleme mit einem Krampf an der linken Schlaghand, der Arzt musste zur Hilfe eilen. "Ich hatte da ein wenig Angst", gab Nadal später zu.
Der Spanier war sichtlich gehandicapt und servierte kurzzeitig nur noch mit gut 120 km/h, erholte sich aber relativ schnell.
Im siebten Spiel legte Nadal ein weiteres Break zum 5:2 nach, kurz darauf war der elfte French-Open-Titel für den Ausnahmekönner aus Spanien perfekt.

Nadal bleibt die Nummer eins

Insgesamt ist es Nadals 17. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier, zudem verteidigte er die Führung in der Weltrangliste. Finalgegner Thiem verpasste derweil in seinem ersten Grand-Slam-Finale die Chance, als zweiter Österreicher nach Thomas Muster 1995 ebenfalls in Paris einen Major-Titel zu gewinnen.
Elf Titel bei demselben Grand-Slam-Event hat außer Nadal nur die Australierin Margaret Court geschafft, die zwischen 1960 und 1973 elfmal bei den Australian Open triumphierte.
Insgesamt steht er bei seinem Lieblingsturnier nun bei 86:2 Siegen. Nadal ist und bleibt der Herrscher von Paris. Thiem hat sich womöglich als Kronprinz in Stellung gebracht. Doch noch denkt der König nicht ans Abdanken.
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