French Open 2020: Spieler kritisieren Sicherheitskonzept

In diesem Jahr begleitet das sportliche Geschehen bei den French Open ein weiteres großes Thema - das Sicherheitskonzept. Durch die Corona-Pandemie findet das Turnier von Roland Garros unter strengen Auflagen statt, dennoch sind beispielsweise Fans auf dem Turniergelände gestattet. Bei den Spielern sorgt das Konzept und dessen Durchführung für gespaltene Reaktionen.

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Erst 20.000, dann 5000, jetzt 1000. Die Veranstalter der French Open mussten die Anzahl der auf der Anlage erlaubten Zuschauer aufgrund der Corona-Pandemie stetig reduzieren. Dennoch wunderten sich einige Spieler, dass überhaupt Fans den Spielen beiwohnen dürfen. Serena Williams beschwerte sich: "Wenn Fans vor Ort sind, dann sollten wir auch wo anders übernachten dürfen. Das ist interessant, denn es gibt kein privates Wohnen, aber dafür Fans", hinterfragte die 23-malige Grand-Slam-Siegerin bereits im Vorfeld des Turniers.
Die Zuschauer sind nur ein Teil des Sicherheitskonzeptes, das bei den Spielern für ganz unterschiedliche Meinungen sorgte. Dan Evans freute sich beispielsweise über den Beistand von den Zuschauerrängen: "Um ehrlich zu sein, es war eine schöne Stimmung auf dem Platz", erklärte der Brite nach seinem Ausscheiden gegen Kei Nishikori.
Der zweite Kritikpunkt von Williams ist die Vorschrift, in dem vom Veranstalter vorgeschriebenen Spieler-Hotel "Pullman Paris Tour Eiffel" zu wohnen. "Es ist nicht einfach, man bekommt nicht einmal frische Luft", beschwerte sich der Kanadier Vasek Pospisil über die Unterkunft. Hinzu kommt, dass die Spieler diese in der Theorie nur verlassen dürfen, um zu Spielen auf die Anlage zu kommen. Das stellte sich als problematisch heraus, wie Sam Querrey, der zusammen mit Frau und Kind angereist ist, erklärte: "Es ist unmöglich, nicht dorthin zu gehen, wenn du deine Schläger bespannen lassen möchtest oder deine Wäsche waschen möchtest."
Dennoch attestierte der US-Amerikaner den Veranstaltern im Großen und Ganzen einen guten Job. Auch sein Landsmann John Isner zeigte sich zufrieden: "Die Spieler sind hier sicher. Sie waren auch in New York sicher. Es ist alles gut", sagte der 35-Jährige, der als einer von wenigen Spielern auch Fotos mit Fans machte, und ergänzte: "Ich denke, es ist wichtig, nicht zu sehr auszuflippen, wenn jemand zu dicht an einen kommt. Wir halten den Abstand ein, behalten unsere Masken auf. Es ist total sicher."

Alexander Zverev: "Hotel ist keine Bubble"

Allerdings steht Isner mit seiner Meinung tendenziell alleine da. Die Japanerin Misaki Doi erklärte vorsichtig: "Meiner Meinung nach waren die US Open ein bisschen besser. Dort gab es keine Zuschauer, weniger Menschen und mehr Social Distancing." Deutlicher wurde dagegen Alexander Zverev in seiner Aussage: "Hier hat sich im Vergleich zu einem normalen Turnier wenig geändert, außer dass weniger Menschen dort sind. Wir haben immer noch die Spielerbereiche. Das Hotel ist nicht wirklich eine Bubble."
Die deutsche Turnierhoffnung erklärte, dass er neben einem normalen Hotelgast wohne, andere Spieler mussten schon mit Touristen gemeinsam im Aufzug fahren und auch die Kellner im Hotel bedienen gleichzeitig die Spieler und normale Restaurantgäste. Deswegen kam Zverev zu dem Schluss, dass die French-Open-Verantwortlichen sich nicht genug Gedanken über die Spieler gemacht haben. "Man kann die Bubbles nicht vergleichen. New York wollte uns Spieler beeindrucken. Sie wollten etwas Besonderes schaffen, was sie, wie ich glaube, auch getan haben", so der 23-Jährige. Das sieht auch Pospisil so, der nach Rücksprache mit einigen anderen Spielern sagte, dass die Organisatoren nicht genug getan hätten, "um die Zeit in der Bubble ein bisschen komfortabler zu gestalten".
Schon im Vorfeld des Turniers hatte es Ärger gegeben, als die beiden Spieler Fernando Verdasco und Damir Dzumhur aufgrund eines positiven Corona-Tests disqualifiziert wurden, obwohl sie im Anschluss einen neuen negativen Test vorweisen konnten.
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