French Open 2020: Altmaier schlägt auch Berrettini sensationell
Daniel Altmaier hat bei den French Open 2020 in Paris den nächsten Coup gelandet und mit Matteo Berrettini in der 3. Runde einen Top-Ten-Spieler ausgeschaltet. Der 22 Jahre alte Kempener, der erst über die Qualifikations ins Hauptfeld gelangt war, siegte in 2:15 Stunden glatt 6:2, 7:6 (7:5), 6:4 und feierte damit bei seiner ersten Grand-Slam-Teilnahme gleich einen großen Erfolg.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Daniel Altmaier drehte sich zu seinem Team um, dann tippte er sich mit dem rechten Zeigefinger an die Stirn und ging ans Netz, um dem geschlagenen Matteo Berrettini (Italien/Nr. 7) zu gratulieren.
Mit einem 6:2, 7:6 (7:5), 6:4 gegen den Weltranglistenachten aus Italien erreichte der Qualifikant aus Kempen am Niederrhein bei den French Open das Achtelfinale, und Altmaier plant noch mehr. "Das ist erst der Anfang", sagte der 22-Jährige, der nun auf US-Open-Halbfinalist Pablo Carreño Busta (Spanien/Nr. 17) trifft, bei Eurosport.
Nach vielen Verletzungen und einem komplett verpassten Jahr 2018 ist Altmaier scheinbar unaufhaltsam auf dem Weg nach oben.
Die Zusammenarbeit mit dem argentinischen Coach Francisco Yunis, zu dessen Trainingsgruppe er seit September 2019 gehört, hat ihn einen gehörigen Schritt nach vorne gebracht: "Bei unserem Fitness-Programm wäre selbst Rocky zusammengebrochen."
Daniel Altmaier muss auf seinen Körper achten
Seiner körperlichen Fitness galt Altmaiers Hauptaugenmerk auch nach dem Sieg gegen Berrettini.
Er müsse "jetzt relativ schnell aufs Fahrrad und mich ausradeln", sagte er und lächelte bei den Glückwünschen zum Erreichen der zweiten Woche eines Grand-Slam-Turniers: "Ich war in der Quali, für mich ist es schon die dritte Woche."
Die will er jetzt wie gewohnt in aller Ruhe angehen, Hektik ist für Altmaier ein Fremdwort:
"Ich hab in diesem Jahr so viele Matches auf so vielen Ebenen gespielt und dabei gelernt, mich immer nur auf das zu konzentrieren, was ich gerade tue. Seitdem ich das verinnerlicht habe, geht alles viel einfacher."
Altmaier startet furios
Einfach ging für ihn auch das Match gegen Berrettini. Ein frühes Break zum verschaffte Altmaier im ersten Satz nach zehn Minuten eine 3:0-Führung.
Vor allem die präzise geschlagene einhändige Rückhand von Altmaier bereitete dem Italiener große Probleme. "Beim Einschlagen hat er richtig draufgehauen", erzählte Altmaier: "Aber als das Match dann angefangen hat, habe ich gemerkt: Wow, er fährt einen Gang runter."
Der Deutsche erkannte seine Chance, nach zwei Breaks und gerade mal 29 Minuten Spielzeit gewann er den ersten Satz 6:2. "Dann haben sich Türen geöffnet", sagte er, "ich hatte immer das Gefühl, dass ich mit meinem Spiel über ihm stand und die Punkte diktieren konnte."
Berrettini lässt Führung liegen
Im zweiten Satz machte Berrettini zunächst mehr Druck und holte sich gleich im ersten Spiel das Break zum 1:0.
Sein Vorsprung reichte allerdings nicht zum Satzausgleich, denn im zehnten Spiel schaffte Altmaier das Rebreak zum 5:5.
Vor allem gegen Altmaiers Rückhand fand der zwei Jahre ältere Berrettini einfach kein Mittel. Auch im Tiebreak hatte der Deutsche das bessere Ende für sich, nach 1:31 Stunden führte Altmaier mit 2:0 Sätzen.
Dennoch war er mit sich selbst in dieser Phase nicht ganz zufrieden: "Mein Aufschlag war nicht da, ich hatte Glück, dass ich den Satz trotzdem gewonnen habe."
Altmaier behält die Nerven
Im dritten Durchgang biss sich Altmaier an seinem Gegner fest, er gewährte Berrettini keine freien Punkte und erlief fast jeden Ball.
Breakchancen des Italieners wehrte er mit seinem starken ersten Aufschlag ab. Im fünften Spiel holte sich der Deutsche das Break zum 3:2 - es reichte zum Sieg.
Nach 2:15 Stunden verwandelte Altmaier seinen ersten Matchball.
Das könnte Dich auch interessieren: Schlecht durchdacht: Spieler kritisieren Sicherheitskonzept in Paris
(mit SID)
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)