French Open: Thiem verliert Fünfsatzschlacht gegen Schwartzman
Dominic Thiem hat bei den French Open den fünften Halbfinaleinzug in Folge verpasst. Im Viertelfinale von Roland-Garros verlor der Österreicher in einem epischen Match nach 5:08 Stunden Spieldauer 6:7 (1:7), 7:5, 7:6 (8:6), 6:7 (5:7), 2:6 gegen Diego Schwartzman. Der Argentinier trifft im ersten Grand-Slam-Halbfinale seiner Karriere auf den 19-maligen Grand-Slam-Sieger Rafael Nadal.
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Dominic Thiem (Österreich/Nr. 3) gratulierte seinen Kumpel Diego Schwartzman (Argentinien/Nr. 12) nach einem packenden Viertelfinale aufrichtig zum Sieg.
"Um ehrlich zu sein, war ich über dem Limit heute", sagte der US-Open-Sieger, "aber, wenn ich gewonnen hätte, hätte ich zwei Tage frei gehabt und mich vielleicht erholen können. Es war ein unglaubliches Match, mein erstes über fünf Stunden unter ziemlich brutalen Bedingungen, eine richtige Achterbahnfahrt. Er verdient den Sieg. Es ist okay."
"Dominic ist einer der besten Spieler der Welt, er hat den letzten Slam gewonnen, war hier zweimal im Finale", listete Schwartzman nach der Partie fast ungläubig auf. "Wir sind gute Freunde. Ich habe großen Respekt vor ihm. Das ist ein äußerst besonderer Moment für mich."
Thiem erwischte den besseren Start, führte in Satz eins nach einem Break mit 4:2, gab direkt darauf aber seinen Aufschlag ebenfalls ab und verlor den Tiebreak klar 1:7.
Dominic Thiem verliert Satz eins
Den zweiten Durchgang eröffnete der US-Open-Sieger mit einem Break, Schwartzman glich aber erneut aus (3:3). Die Partie wurde hochklassiger, die Ballwechsel länger.
Bei 4:4 brauchte Schwartzman 15:41 Minuten (!), um sein Aufschlagspiel durchzubringen.
Seine vier vergebenen Breakchancen betrauerte Thiem allerdings nicht lange, der Österreich holte sich so eben das Break zum 6:5 und kurz darauf Satz zwei.
Thiem und Schwartzman fighten stundenlang
2:16 Stunden waren hier bereits gespielt - und auch Satz drei wurde eng.
Nach je drei Aufschlagverlusten - wieder legte Thiem vor, später servierte dann allerdings Schwartzman bei 5:3 zum Satzgewinn - musste erneut der Tiebreak entscheiden.
Dort ging Thiem schnell mit 5:1 in Führung. Schwartzman kämpfte sich zum 6:6 zurück, gab den Tiebreak dann aber doch mit 6:8 an den Österreicher ab.
Schwartzman blickte teilweise ungläubig drein ob der Finesse, mit der sein Gegenüber die Bälle teilweise noch reinspielte. "Im zweiten und dritten Satz war ich außer mir, habe geschrien und meinen Coach angesprochen. Mein Coach hat mir signalisiert: 'Spiel' Tennis und nichts anderes."
In Satz vier ging es erneut auf und ab. Thiem führte wieder 2:0, dann holte sich der Argentinier vier Spiele in Folge.
Thiem gehen die Kräfte aus
Bei 5:4 schlug Schwartzman erneut zum Satzgewinn auf, erarbeitete sich ein 40:0 und damit drei Satzbälle - doch Thiem machte fünf Punkte in Folge und glich erneut aus.
Wieder musste der Tiebreak entscheiden - diesmal setzte sich Schwartzman 7:5 durch.
Wie schon im Achtelfinale gegen den Wildcard-Inhaber Hugo Gaston, als Thiem eine 2:0-Satzführung verspielt hatte, musste der Österreicher also über fünf Sätze gehen. Dort verließen ihm dann bei Stand 2:2, 30:30 die Kräfte.
Schwartzman machte neun Punkte in Folge - die Vorentscheidung. Nach 5:08 Stunden verwandelte der 28 Jahre alte Argentinier seinen ersten Matchball.
"Ich habe schon viele Fünfsatzmatches gespielt, aber noch keins gewonnen", sagte Schwartzman: "Ich denke, heute hatte ich es verdient zu gewinnen."
Schwartzman hatte in 24 Major-Turnieren bislang dreimal ein Viertelfinale erreicht (US Open 2017, French Open 2018, US Open 2019), jedoch noch nie ein Halbfinale.
Beim Masters von Rom hatte Schwartzman im Viertelfinale seinen nächsten Gegner Rafael Nadal 6:2, 7:5 bezwungen und war erst im Finale an Novak Djokovic gescheitert (5:7, 3:6).
"Ich war einfach so nervös, weil ich die Chance gesehen habe und sie in Satz zwei und drei nicht genutzt habe", sagte Schwartzman: "Jetzt bin ich sehr glücklich."
Thiem klagte über Magenprobleme
Thiem hatte nach dem Match gegen Gaston über Magenprobleme geklagt und beteuert, dass sein Tank nicht mehr ganz voll sei. Den Tag vor dem Achtelfinale habe er gar nicht zum Schläger gegriffen, berichtete er gegenüber Eurosport.
"Physisch und mental bin ich drüber. Ich habe alles gegeben", sagte der French-Open-Finalist von 2018 und 2019 nach dem Schwartzman-Match. Natürlich fühle er sich nach der Niederlage "schlecht und leer", auf der anderen Seite habe er "alles gegeben, was ging. Ich kann nicht sagen, dass es ein schlechtes Turnier für mich war. Ich bin ziemlich zufrieden damit."
Gegen Schwartzman lieferte sich der Österreicher insgesamt 119 Ballwechsel mit neun oder mehr Schlägen. Insgesamt spielten die beiden Freunde 374 Punkte (196:178 für Schwartzman) aus.
Eurosport-Experte Boris Becker analysierte: "Das ist die Krux für Thiem: Er ist jetzt einer der Großen. Da ist eine andere Erwartungshaltung. Er hat das Turnier nicht heute, sondern letzte Runde verloren, als er fünf Sätze gebraucht hat. Diese Extrastunde hat ihm heute gefehlt."
French Open: Ergebnisse
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(mit SID)
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