"Ohne meine Familie und mein großartiges Team wäre das alles gar nicht möglich", erklärte Nadal, nachdem er ein weiteres Mal Tennisgeschichte geschrieben hatte.
"So einen Spieler wird es nicht noch einmal geben", war auch Eurosport-Experte Boris Becker ergriffen von der Größe des Augenblicks.
An die Tatsache, dass er den Rekord von Roger Federer eingestellt hat, wollte Nadal im Moment des Erfolgs nicht denken. "Hier zu gewinnen bedeutet in so einem schweren Jahr alles für mich. Heute denke ich nicht an Roger und die großartigen Zahlen", so der Ausnahmespieler.
French Open
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10/10/2020 AM 21:59
Djokovic zeigte sich derweil, wie gewohnt, als fairer Verlierer. "Rafa hat heute gezeigt, warum er der 'King of Clay' ist", gratulierte der Serbe seinem ewigen Rivalen. "Es war ein hartes Match für mich, ich bin natürlich nicht so zufrieden mit meiner Leistung."

Die Highlights zum Finale: Niveau unfassbar, Nadal außerirdisch

Immerhin: Im direkten Vergleich mit dem 34-Jährigen führt Djokovic weiter, nach 56 Partien steht es nun 29:27.

Djokovic mit Problemen beim Aufschlag

Djokovic eröffnete das Finale auf dem Court Philippe-Chatrier, dessen Dach aufgrund des Regens vor der Partie geschlossen wurde.
Den besseren Start erwischte indes Nadal, der das erste Aufschlagspiel des Serben durchbrach und bei eigenem Service auf 2:0 erhöhte.
"Der erste Aufschlag bei Novak kommt kaum", monierte Becker, der den Weltranglistenersten von 2013 bis 2016 trainierte.
Die Folge: Djokovic musste auch sein zweites Aufschlagspiel abgeben und geriet nach 20 Minuten mit 0:3 in Rückstand.

Nadal hat die besseren Antworten

Der Roland-Garros-Champion von 2016 machte bis dahin beileibe kein schlechtes Spiel und forderte Nadal mit klasse Schlägen.
Es half nichts, Nadal hatte fast immer eine noch bessere Antwort parat. So auch im vierten Spiel, als er gleich drei Breakbälle seines Kontrahenten abwehrte - um direkt danach per Break auf 5:0 zu erhöhen.

Djokovic verzweifelt: Nadal spielt Tennis vom anderen Stern

Ein zu diesem Zeitpunkt fast paradoxes Ergebnis ob des hohen Niveaus, das Djokovic in seinem fünften French-Open-Finale zeigte.
Aber auf der anderen Seite stand eben der beste Sandplatzspieler, den die Tennisgeschichte bisher gesehen hat. Nach 45 Minuten war es dann soweit: Nadal verpasste der Nummer eins der Welt mit 6:0 die Höchststrafe.

Becker begeistert von Nadals Vorstellung

"Wir sehen das mit Abstand beste Match, das Nadal in diesem Jahr gespielt hat", zeigte sich Becker beeindruckt von der Vorstellung des 34-Jährigen.
Beeindruckend, wie ruhig und fokussiert Djokovic dennoch blieb und im zweiten Satz auch endlich sein erstes Spiel auf die Anzeigetafel brachte. "Novak macht im Prinzip alles richtig. Er nimmt den Ball früh, versucht Rafa zu schicken", analysierte Becker.

Per Ass zum 6:0: Nadal verpasst Djokovic die Höchststrafe

Trotzdem war es erneut Nadal, der mit dem Break zum 2:1 auch im zweiten Satz vorlegte und mit 6:2 über Djokovic hinwegfegte.
Ein Blick auf die Statistik der sogenannten unerzwungenen Fehler verdeutlichte das Bild: Nadal leistete sich in den ersten beiden Sätzen ganze sechs unforced errors, Djokovic satte 29.

Djokovic leistet erbitterte Gegenwehr

Der 33-Jährige kämpfte weiter verbissen darum, in diesem Endspiel ein Bein auf den Boden zu bekommen.

Nadal gewinnt Mega-Ballwechsel: "Gehört in jede Highlight-Show!"

Das gelang im dritten Satz besser als zuvor. Djokovic holte sich im sechsten Spiel das Rebreak zum 3:3 und pushte sich mit geballter Faust selbst.
"Es ist nicht so, dass Rafa jetzt schlechter geworden wäre, aber Novak hat sich gesteigert", kommentierte Tennis-Legende Becker. Auch die Körpersprache beim 17-maligen Grand-Slam-Turniersieger war nun eine ganz andere, Djokovic feuerte sich an, strahlte Optimismus aus.
Und doch war einfach kein Kraut gewachsen gegen Nadal. Der Mallorquiner breakte Djokovic im elften Spiel zum 6:5 und machte bei eigenem Aufschlag alles klar.

"Rafa ist nicht von dieser Welt"

Im anschließenden Sieger-Interview richtete Nadal ob der weiterhin grassierenden Corona-Pandemie einen Appell an die Welt. "Wir kämpfen im Moment gegen dieses Virus. Ich bitte euch, macht weiter, bleibt positiv, wir werden da durchkommen."
"Beispielhaft", befand Becker. "Da können sich ein paar Leute eine Scheibe von abschneiden. Rafa ist nicht von dieser Welt. Auch dass er in diesem Moment, seinem größten, die richtigen Worte findet."

Der historische Moment: Nadal nutzt ersten Matchball

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