Alexander Zverev plauderte im feinen grauen Zwirn angeregt mit Formel-1-Ikone Jackie Stewart und verfolgte gespannt, wie die PS-Boliden vor seiner Haustür in Monaco durch das Fürstentum jagten. Kurz vor dem Beginn der French Open ließ sich der beste deutsche Tennisprofi von Lewis Hamilton, Max Verstappen und Co. inspirieren, bevor er selbst in Paris so richtig Gas geben will.
Die mentale Power, die Zielstrebigkeit und den Mut der Motorsport-Asse wird auch Zverev aufbringen müssen, wenn er sich nahe des Eiffelturms endlich seinen größten Karrieretraum erfüllen will: Den vom ersten Grand-Slam-Titel, dem sich der 24-Jährige schon lange so nahe wähnt, den er sich aber in 22 Versuchen auf den weltgrößten Turnieren bislang nicht erfüllen konnte.
"Ich denke schon, dass ich dieses Jahr Chancen habe. Ich denke immer noch, dass Nadal als Topfavorit in dieses Turnier geht. Aber klar, ich habe in letzter Zeit gut gespielt", sagte Zverev im Olympia-Podcast der "Sportschau". Und auch die Experten haben ihn vielleicht noch mehr als sonst auf dem Zettel.
French Open
Zverev schießt gegen Tennis-Kollegen: "Geht nur ums Geld"
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Die Turniersiege in Acapulco und vor allem beim Masters in Madrid haben mächtig Eindruck gemacht. Der Weltranglisten-Sechste räumte dabei mit Stefanos Tsitsipas, US-Open-Sieger Dominic Thiem und Sandplatz-Dominator Nadal drei Stars ab, die vor ihm notiert sind. Zverev kann die ganz Großen schlagen - aber bislang noch nicht bei Grand Slams.

New York als zusätzliche Motivation

Noch kein Erfolg über einen Top-10-Spieler steht für den Aufschlagriesen bei Majors zu Buche, bislang fehlte immer ein Quäntchen wie bei der Niederlage im US-Open-Finale 2020 gegen Thiem. "Top-10-Spieler spielen einfach noch einen Tick besser bei Grand Slams. Da hat ihm in der Vergangenheit vielleicht die Erfahrung gefehlt", sagte Eurosport-Experte Boris Becker.
Die knappe Niederlage in New York treibt Zverev aber auch an. "Ich möchte es jetzt noch mehr. Ich finde auch, dass ich jetzt ein besserer Tennisspieler bin", sagte er: "Ich werde alles dafür tun, um mir nochmal diese Chance zu geben."
Die Topfavoriten Nadal und Novak Djokovic sind bezüglich der Siegchancen noch immer eine Stufe höher als die deutsche Nummer eins einzuordnen. Doch dann kommen auch schon Profis wie Zverev, der voller Selbstvertrauen in der französischen Hauptstadt eingecheckt hat.
Es soll weiter gehen als im vergangenen Jahr. Damals scheiterte er grippegeschwächt im Achtelfinale am italienischen Shootingstar Jannik Sinner. Und es soll auch idealerweise weiter gehen als 2018 und 2019, als er jeweils das Viertelfinale erreichte.
"Die Bühne ist bereitet", sagte Becker: "Jetzt liegt es an ihm, einfach den nächsten Schritt zu gehen." So einfach, wie das klingt, ist es dann aber doch nicht.
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(SID)

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