Novak Djokovic explodierte. Der serbische Tennisstar brüllte wie von Sinnen, verpasste der Werbebande einen gewaltigen Tritt, schmiss sogar fast den Schläger auf seine Betreuer in der Box. Und als er wenige Momente später das Giganten-Halbfinale bei den French Open gegen Rafael Nadal mit einer Energieleistung perfekt gemacht hatte, stieß er mit weit aufgerissenen Augen vier Urschreie in den Pariser Nachthimmel, die sogar am Eiffelturm zu hören gewesen sein dürften.
Genau diese Wucht des "Vulkans" soll auch der spanische Sandplatzkönig am Freitag zu spüren bekommen, wenn das Duell der Superlative als vorweggenommenes Endspiel auf dem Programm steht. Nadal gegen Djokovic, 20 Grand-Slam-Titel gegen 18, Paris-Rekordchampion gegen die Nummer eins der Welt - es ist der Dauerbrenner schlechthin, schon zum 58. Mal stehen sich die Topstars gegenüber.
Djokovic ist bereits heiß. "Ich würde Rafa wahrscheinlich als den größten Rivalen wählen, den ich in meiner Karriere je hatte", sagte der 34-Jährige nach seinem emotionalen Viersatzsieg gegen den Italiener Matteo Berrettini im Viertelfinale: "Die Vorfreude auf das Match gegen ihn, egal welches Match, egal welcher Belag, egal welcher Anlass, ist immer anders als bei allen anderen."
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Es sei "die größte Herausforderung, die es gibt", gegen Nadal in Paris zu spielen, sagte Djokovic. Die unglaublichen Statistiken des Spaniers belegen dies eindrucksvoll. Der 13-malige Champion Nadal steht in Roland Garros bei irrsinnigen 105 Siegen und nur zwei Niederlagen - doch eine davon fügte ihm 2015 Djokovic zu.

Djokovic über Nadal: "Die größte Herausforderung meiner Karriere"

Nadal ist freilich gewarnt. "Das Gute ist, dass du weißt, dass du dein bestes Tennis spielen musst", sagte der 35-Jährige: "Das Schlechte ist, dass das schwierig ist, weil du gegen einen der besten Spieler der Geschichte antrittst."
Bislang ist ihm das bei den French Open meist äußerst gut gelungen. Der einzigen Niederlage stehen sieben Siege gegen den Serben gegenüber, besonders imposant war die Lehrstunde im Finale des Vorjahres. Beim 6:0, 6:2, 7:5 dominierte Nadal seinen Widersacher in den ersten beiden Sätzen nach Strich und Faden.
Djokovic brennt auf Revanche - und er sei "zuversichtlich", sagte der Paris-Champion von 2016, dass er das Finale gegen den Hamburger Alexander Zverev oder Stefanos Tsitsipas erreicht. "Ich glaube", betonte Djokovic, "dass ich gewinnen kann, sonst wäre ich nicht hier. Lasst uns einen tollen Kampf haben."
Im Gesamtvergleich führt Djokovic hauchdünn mit 29 Siegen bei 28 Niederlagen, klarer Favorit ist aber Nadal. "Bis jetzt hat er so dominiert wie immer", sagte Eurosport-Experte Boris Becker über den Spanier im SID-Interview: "Das liegt aber nicht nur an Nadal, sondern auch an den Gegnern, die nicht daran glauben."
Wenn es dem "Vulkan" Djokovic an einem nicht mangelt, dann daran.
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(SID)

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