"Es war ein intensives Match. Die ersten beiden Sätze habe ich sehr, sehr gut gespielt und extrem dominiert. Dann geht die Sonne weg, auf einmal ist mein Aufschlag nicht mehr so schnell und der Ball springt nicht mehr so hoch ab. Dann wird es schwieriger, weil Alcaraz in sein Spiel reinkommt und am Ende bin ich extrem froh, dass ich in vier Sätzen gewonnen habe und nicht in fünf", erklärte Alexander Zverev im Exklusiv-Interview bei Eurosport.
Er habe "Carlos danach gesagt, dass er dieses Turnier noch oft gewinnen wird, nicht nur einmal. Er wird uns alle schlagen", so der Hamburger, der sich als großer Sieger präsentierte und Alcaraz applaudierte, als der die Arena verließ.
Beide Spieler hatten zu Beginn Probleme, ihre Aufschlagspiele zu halten.
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Zverev musste beim ersten Service einen Breakball des Spaniers abwehren, nutzte kurz darauf aber seinen dritten und verschaffte sich mit dem Spiel zum 3:2 den ersten Vorteil der Begegnung.

Zverev adelt Alcaraz: "Er wird uns alle fertig machen!"

Der Hamburger war vor allem beim Aufschlag stabiler, während Alcaraz immer wieder einfache Fehler einstreute.
"Die Leichtigkeit geht bei ihm manchmal in Lässigkeit über. Das ist gefährlich, er hat schon 14 vermeidbare Fehler", zog Eurosport-Experte Mischa Zverev beim Stand von 3:5 aus Sicht des 19-Jährigen eine Zwischenbilanz.
Auf dem Court hatte Alexander Zverev indes keine Schwierigkeiten, den Satz nach 46 Minuten bei eigenem Aufschlag zuzumachen.

Alcaraz hadert: "Das kann nicht sein"

Alcaraz wirkte mitunter ratlos, sein Powerspiel verfing nicht beim Olympiasieger. Einzig mit gut getimeten Stops gelang es dem 19-Jährigen, Zverev zu ärgern.
Und Alcaraz haderte weiter, wurde laut. "No puede ser", das kann nicht sein, rief der Weltranglistensechste in Richtung Tribüne, nachdem er früh im zweiten Satz einen Breakball liegen ließ.

"Das ist so gut!" Zverev schnappt sich Satz eins in Style

Es kam aber noch dicker: Zverev durchbrach seinerseits das Aufschlagspiel von Alcaraz zum 4:3. Der Teenager versuchte zwar, noch einmal einen Fuß in die Tür zu bekommen und hatte bei 4:5 die Chance zum Break - letztlich kämpfte der Deutsche das Spiel aber zum 6:4 durch.

Zverev vergibt Breakchance und verliert Satz

Eine Riesenchance, möglicherweise die Vorentscheidung herbeizuführen, vergab Zverev bei 4:4 im dritten Satz. Der Weltranglistendritte hatte die Möglichkeit zum Break, die Alcaraz aber zunichtemachte.

Sagenhafte Defensive: Zverev gräbt alles aus und wird belohnt

Der zweifache Masters-Sieger zog das Momentum in der Folge auf seine Seite, nahm Zverev das Service zum 6:4 ab.
"Sascha hat die Ballwechsel nicht mehr so unter Kontrolle. Er spielt nicht genug über seine Rückhand longline und er muss unberechenbarer werden", forderte Bruder Mischa Zverev, der die Begegnung als TV-Experte für Eurosport begleitete.

Alcaraz legt mächtig zu

Es war nun ein Duell komplett auf Augenhöhe. Alcaraz war voll da, schien seine Nervosität abgelegt zu haben. Der Youngster verzauberte das Publikum mit teils überragenden Schlägen - und auch Zverev griff in Sachen Qualität beherzt ins oberste Regal.
Und dann wurde es dramatisch. Zverev schaffte das Break zum 5:4 und schlug zum Matchgewinn auf - aber wie cool blieb Alcaraz!
Der Spanier machte sich ein schwaches Aufschlagspiel des Deutschen zunutze und konterte mit dem Rebreak. Kurz darauf ging es in den Tiebreak.

Zverev trotz Gala selbstkritisch: "Weit von perfekt"

Dramatik pur im Tiebreak

Den besseren Start legte Zverev hin, der mit 2:0 in Führung ging. Alcaraz schlug zurück, führte mit 4:3 und hatte bei 6:5 den ersten Satzball.
Trotzdem war es Zverev, der nach 3:19 Stunden seinen zweiten Matchball nutzte.
Mit dem Sieg gelang dem jüngeren der Zverev-Brüder die Revanche für die herbe 3:6, 1:6-Niederlage gegen Alcaraz im Finale des ATP Masters von Madrid vor gut drei Wochen.

Return ins Glück - Und dann bricht alles aus Zverev heraus

Zverev selbstkritisch: "Weit weg von perfekt"

"Es war weit weg von perfekt. Um ehrlich zu sein gibt es extrem viele Dinge, die ich noch besser machen kann. In manchen Situationen kann ich meine Chancen besser nutzen", blieb Zverev trotz des Erfolgs selbstkritisch.
Man könne sich schließlich immer verbessern. "Klar muss ich auch die positiven Dinge mitnehmen und auch mal sagen: Es war jetzt nicht so schlecht. Aber in der nächsten Runde wartet entweder die Nummer eins der Welt oder Rafael Nadal, der das Turnier bereits 13 Mal gewonnen hat. Es wird nicht einfacher."
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Volles Risiko beim Return: Zverev gelingt erstes Break gegen Alcaraz

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