French Open: Boris Becker, Barbara Rittner und Mischa Zverev analysieren die Disqualifikation von Miyu Kato
Am 8. Turniertag der French Open in Paris kam es zu einer kuriosen Disqualifikation. Die Japanerin Miyu Kato traf im Doppel-Achtelfinale versehentlich ein Ballmädchen. Stuhlschiedsrichter Alexandre Juge und der herbeigerufene Supervisor disqualifizierten die 28-Jährige daraufhin. Eine Entscheidung, die für Gesprächsstoff sorgte und selbst bei ehemaligen Profis unterschiedliche Reaktionen auslöste.
Becker-Klartext zur Disqualifikation: "Das war übertrieben"
Quelle: Eurosport
Für Boris Becker und Barbara Rittner steht fest: Miyu Kato wurde zu hart bestraft.
Die Japanerin hatte zwischen den Ballwechseln einen Ball mit der Rückhand leicht vom Platz geschlagen und dabei versehentlich ein Ballmädchen getroffen, das zu weinen begann.
"Für mich ist die Entscheidung der Disqualifikation einen Tick zu hart. Eine Verwarnung hätte ausgereicht, weil der Treffer des Mädchens, das mir leid tut und das sich sehr erschreckt hat, erfolgte nicht mit besonderer Aggressivität oder Härte", so Bundestrainerin Rittner exklusiv bei Eurosport.de.
"Das war eine übertriebene Maßnahme", stimmte Eurosport-Experte Becker zu. Kato habe "das nicht absichtlich" getan. "Was ich etwas schade finde: Er wollte erst eine Verwarnung geben und erst durch den Hinweis der Gegnerinnen, die auf das weinende Mädchen hingewiesen haben, ist dann die Japanerin disqualifiziert worden", ergänzte Rittner.
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Ball kid left in tears as doubles pair get disqualified for accidentally hitting ball at her
Quelle: Eurosport
Es gebe die "Regel, dass eine Disqualifikation auszusprechen ist, wenn ein Offizieller auf dem Platz - und die Ballkinder gehören da dazu - abgeschossen wird. In diesem Fall spielt die Japanerin eine Rückhand ohne Aggressivität und ich glaube nicht, dass es Absicht war. Ich hätte es daher bei einer Verwarnung belassen", so die 50-Jährige weiter.
Zverev pro Disqualifikation: "Im Einklang mit dem Regelwerk"
Ein wenig anders sieht Mischa Zverev den Vorfall. "Es ist eine Entscheidung, die man akzeptieren muss, weil sie im Einklang mit dem Regelwerk steht. Was hat die Spielerin getan? Sie hat einen Ball mit der Rückhand gespielt, und zwar nicht ins Feld - dadurch wurde das Ballkind direkt aus der Luft getroffen", erläuterte der 35-Jährige.
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'Too strict' - Corretja reacts to shock disqualification after ball kid gets hit
Quelle: Eurosport
Da stelle sich die Frage: "Warum spielst du einen Ball direkt an die Plane? Wenn das Ballmädchen da nicht gestanden hätte, wäre er in die Plane geflogen. Die Intention war also schon einmal die falsche. Und: Du kannst als Schiedsrichter oder Supervisor sagen: 'Das hat nicht wehgetan.' Entscheidend ist die Reaktion des Ballkindes - und wenn es weint, kannst du nicht sagen: 'Weine doch bitte nicht.' Nein, du musst darauf eingehen", betonte Zverev.
Aus sportlicher Sicht war die Entscheidung für Kato und ihre Doppelpartnerin Aldila Sutjiadi aus Indonesien bitter. Das Duo hatte den ersten Satz des Achtelfinals zwar 6:7 (1:7) verloren, führte aber im zweiten 3:1 - bis die Disqualifikation den Hoffnungen aufs Weiterkommen vorzeitig ein Ende bereitete.
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'The ball was in! The ball was in!' - Big debate over line call in doubles clash
Quelle: Eurosport
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