French Open 2023: Djokovic ohne Satzverlust im Viertelfinale von Roland-Garros - klarer Achtelfinal-Sieg gegen Varillas

Novak Djokovic hat ohne Satzverlust das Viertelfinale der French Open 2023 erreicht. Der 36 Jahre alte Serbe bezwang den Peruaner Juan Pablo Varillas im Achtelfinale 6:3, 6:2, 6:2. Djokovic peilt in Roland-Garros die Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste und vor allem den alleinigen Rekord an Grand-Slam-Titeln (23) an. In der Runde der letzten Acht trifft er auf den Russen Karen Khachanov.

Novak Djokovic bei den French Open 2023

Fotocredit: Getty Images

Novak Djokovic legte gegen Juan Pablo Varillas im Achtelfinale der French Open in den beiden ersten Sätzen los wie die Feuerwehr und erarbeitete sich nach 17 bzw. 15 Minuten eine 4:0- bzw. 4:1-Führung - der Grundstein für ein schnelles 2:0 in Sätzen.
Auf dem windigen Center Court, dem Court Philippe-Chartrier, haderte der serbische Routinier erneut mehrfach mit sich und den Bedingungen, schrie auch mal seine eigene Box mit Trainer Goran Ivanisevic an.
Als er sich einmal mit ausgebreiteten Armen über den Wind beschwerte, pfiffen ihn Teile des Publikums aus. Djokovic reagierte nach dem nächsten Winner mit der Mund-zu-Geste und forderte das Publikum mit wedelnden Handbewegungen provokant dazu auf, noch mehr zu pfeifen.
Nach 1:57 Stunden Spielzeit verwandelte der Serbe seinen ersten Matchball zu seinem insgesamt 89. Einzel-Sieg in Roland-Garros und bedankte sich anschließend bei den Zuschauern, die ihn angefeuert hatten: "Danke für euren Applaus, das gibt mir zusätzliche Energie."
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Mit Genuss: Djokovic legt sich wieder mit Publikum an

Quelle: Eurosport

Djokovic-Scharmützel mit dem Publikum

"Das ist halt Paris", meinte Eurosport-Experte Mischa Zverev zu den Scharmützeln zwischen Djokovic und Publikum: "Ich lebe ja in Südfrankreich. Ich habe manchmal das Gefühl - an bestimmten Tagen muss man wirklich aufpassen, dass man keine Fehler macht, weil diese Fehler werden sofort bemerkt und es wird sofort kommuniziert: 'Oh, das war jetzt ein Fehler von dir.' Und das ist in Paris einfach extremer als bei anderen Grand-Slam-Turnieren."
Djokovic habe sich aber auch "leicht provokant" verhalten. Er müsse verstehen: "Immer wenn er sich über irgendwas beschwert, sind die Fans sofort da. Die wollen einfach Stimmung machen - positiv wie negativ." Der Serbe zeige jedoch auch, dass er "keine Angst vor dem Publikum" habe, "das zeigt er ihm auch. Er sagt: Komm Leute, gebt es mir!"
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Djokovic provoziert Publikum - das sagen Rittner und Zverev

Quelle: Eurosport

Eurosport-Expertin Barbara Rittner sah noch eine andere Facette. "Ich glaube, dass das französische Publikum unheimlich auf authentische Gefühlslagen steht. Wenn er dann erst so ruhig ist und dann diesen Gefühlsausbruch hat, dann ist den Leuten das zu viel", sagte die Ex-Profispielerin: "Damit können sie nicht umgehen."

French Open: Djokovic mit neuem Viertelfinal-Rekord

Djokovic steht damit zum 17. Mal in Paris im Viertelfinale - das ist vor dem 14-fachen Sieger Rafael Nadal (16) nun einsamer Rekord. "Ich bin stolz auf so eine Zahl, da steckt eine Menge Arbeit dahinter. Ich bin vielleicht nicht mehr derselbe wie vor zehn Jahren - aber wenn ich so spiele wie heute, bin ich sehr glücklich", sagte er.
Gegen Varillas ließ Djokovic insgesamt auch nur wenig anbrennen. "Ich musste die Ballwechsel kurz halten, weil er auf Sand sehr gut spielen kann", sagte Djokovic nach dem Erfolg gegen den Weltranglisten-94.
Varillas hatte sich in allen drei Runden zuvor jeweils in Fünfsatzmatches durchgesetzt und wirkte gegen Djokovic entsprechend etwas müde. Gegen Juncheng Shang (1. Runde) und Roberto Bautista Agut (2. Runde) bog der 27-Jährige sogar zweimal einen 0:2-Satzrückstand um. Eine Runde später schlug er dann auch den an 13 gesetzten Polen Hubert Hurkacz.
Der Peruaner hatte in Paris überhaupt erstmals bei einem Grand Slam einen Einzel-Sieg gefeiert, zuvor war er in Paris 2022 und bei den Australian Open 2023 jeweils in der Auftaktrunde gescheitert.

Khachanov fordert Djokovic

Gewonnen hat der Serbe die French Open allerdings erst zweimal: 2016 und 2021. Viermal verlor er im Endspiel - dreimal gegen Nadal (2012, 2014, 2020) und einmal gegen den Schweizer Stan Wawrinka (2015).
In der Runde der letzten Acht trifft Djokovic nun auf den Olympia-Zweiten Karen Khachanov - der erste echte Härtetest für den Mitfavoriten. Im Halbfinale könnte es dann gegen den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz (Spanien) gehen.
Der an Elf gesetzte Russe bezwang den ungesetzten Italiener Lorenzo Sonego nach Satzrückstand 1:6, 6:4, 7:6 (9:7), 6:1. "Eineinhalb Sätze lang wusste ich gar nicht, was ich tun soll", sagte Khachanov: "Dann habe ich irgendwie einen Weg zurück ins Match gefunden." Im Tiebreak des dritten Satzes lag er 0:4 zurück und holte sich dennoch den Durchgang.
Der 27-Jährige, der zuletzt bei den US Open und auch den Australian Open im Halbfinale stand, erreichte damit zum zweiten Mal nach 2019 in Paris das Viertelfinale. In der Weltrangliste wird Khachanov nach Roland-Garros in die Top 10 zurückkehren.
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