Alexander Zverev besteht Meisterprüfung gegen Rafael Nadal in Roland Garros - Favoritenrolle in Paris neu vergeben

Bei den French Open wollten am Montagabend alle über Rafael Nadal sprechen. Der Hauptprotagonist selbst aber, der gerade wahrscheinlich sein letztes Match bei seinem Lieblingsturnier bestritten hatte, wollte in Paris über Alexander Zverev reden und erwähnte ihn in seiner viel beachteten Pressekonferenz mehrfach. "Ich hatte einen sehr starken Gegner vor mir. Und er hat gut gespielt", so Nadal.

Nadal raus gegen Zverev - das Ende einer Epoche

Quelle: Eurosport

"Ich war bereit, mein Spiel und mein Selbstvertrauen von Tag zu Tag aufzubauen. Aber ich hatte nie diese Tage des Wettkampfs, weil ich einen sehr starken Gegner vor mir hatte. Heute hätte ich gebraucht, dass er kein gutes Match abliefert", ergänzte Nadal.
Zverevs Wertschätzung für den Sandplatzkönig, das machte der Olympiasieger nach dem 6:4, 7:6 (7:5) und 6:3 in der ersten Runde der French Open im Interview auf dem Platz und später in seiner Presserunde deutlich, war und ist riesig.
Aber den Gefallen einer schlechten Tagesform tat Zverev Nadal und den allermeisten der 15.000 Fans, die es auf dem Court Philippe-Chatrier mit dem Spanier hielten, nicht.
Der ein oder andere Beobachter hatte gehofft, dass Zverev trotz bestechender Form unter diesen besonderen Umständen Probleme bekommen könnte. Doch Zverev meisterte die Aufgabe spielerisch und physisch mit Bravour. Aus mentaler Sicht war es seine Reifeprüfung.

Becker und Wilander begeistert von Zverev

"Für mich war Zverev vor dem Turnier schon einer der Favoriten. Heute hat er bewiesen, wie gut er ist", sagte Eurosport-Experte Mats Wilander.
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1. Runde: Zverev entzaubert Nadal - Highlights

Quelle: Eurosport

Und auch Boris Becker war ob der Leistung voll des Lobes. "Sascha war der bessere Spieler von Anfang an. Er hat gleich das erste Aufschlagspiel von Nadal durchbrochen und nicht mehr lockergelassen. Für mich war der zweite Satz entscheidend, als Nadal vorne lag und dann den Tiebreak verlor. Da war klar, dass Zverev der Sieger sein wird", erklärte die Tennis-Legende bei Eurosport.
"Je länger die Rallys im Lauf des Matches wurden, desto besser wurde Zverev. Das ist ungewöhnlich gegen Nadal - und der ist der König von Paris. Er dominiert die Grundlinie und die Mitte des Platzes, weil er dann den Gegner schicken kann. Das war heute aufgrund der Positionierung von Zverev umgekehrt", merkte Becker an.

Zverev nun der Topfavorit

Vor Ort auf der Anlage zeigte sich niemand wirklich überrascht. Das ist wohl das größte Kompliment für Zverev nach den vergangenen Wochen, die er in Rom mit seinem ersten Masters-Titel seit seiner schweren Fußverletzung krönte.
Zverev ist in diesen Tagen von Paris einer der Topfavoriten auf den Sieg. Australian-Open-Champion Jannik Sinner und Shootingstar Carlos Alcaraz sind zwar ebenfalls stark ins Turnier gestartet, einen Statementsieg gegen den Sandplatzkönig aber konnte sich freilich nicht liefern. Titevlerteidiger Novak Djokovic, zuletzt überraschend wacklig auf der Tour unterwegs, muss seine Visitenkarte bei den French Open 2024 erst noch abgeben.
Zverevs Erfolg über Nadal wurde ob der Ausgangslage fast schon als Pflicht abgestempelt, doch gerade psychologisch hätte am Montag keiner mit Zverev tauschen wollen.
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Top five shots from Zverev's win over Nadal at French Open

Quelle: Eurosport

Es gab Momente, da war Nadals Spiel und der Druck vom frenetischen Publikum derart groß, dass das Match hätte kippen können. Im ersten Durchgang nach dem frühen Break und 2:1-Führung jubelten die 15.000 Fans nach einem Hin und Her am Netz zu Gunsten Nadals so laut, dass beinahe die neue Dachkonstruktion wegflog.
Zverev zeigte sich kurz beeindruckt und verlegte nacheinander eine Rückhand und eine Vorhand und musste sich wenig später unter "Rafa, Rafa"-Rufen zweier Breakchancen erwehren. Diese wehrte er gekonnt ab. Bei 4:3 präsentierte Zverev nacheinander in engen Situationen "Serve and Volley" und ließ einen schwierigen Halbvolley folgen. Ein letzter Beweis dafür, wie sehr er sich am Netz verbessert hat. Die Aufschlagquote beim ersten Service passte bei zwischenzeitlichen 87 Prozent und dauerhaft über 70 Prozent ohnehin.

Zverev fängt das Publikum ein

Und als Nadal im zweiten Satz zum Match servierend zu Null gebreaked wurde und Zverev keinen einzigen Fehler mehr einstreute, wenig später im Tiebreak mit einem Servicewinner auf den Körper die 2:0-Führung besiegelte - da hatte der Deutsche das Publikum eingefangen.
"Ich musste von Anfang an zu 100 Prozent da sein. Ich kann mich heute selbst ein bisschen loben, dass ich heute wirklich gut gespielt habe", sagte Zverev in der Presserunde.
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Analyse: Überpowert! Zverev schlägt Nadal mit den eigenen Waffen

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Die spielerische Komponente war jedoch nicht das Beeindruckende am Montag. Zverev hatte sich mental gesondert auf diese Begegnung vorbereitet, zeigte drei Stunden lang keinerlei übertriebenen Emotionen, checkte kaum Ballabdrücke, jubelte selbst nach verwandeltem Matchball nicht.
"Ich habe das Match als Finale, als separates Turnier gesehen. Die Auslosung kam heraus und die ganze Tenniswelt sprach nur noch über dieses eine Match. Das bekommst du mit, auch wenn du dein Handy ausmachst und versuchst, nicht darauf zu achten", erklärte Zverev im Exklusiv-Interview bei Eurosport.

Zverev - der neue Ruhepol?

Zverev ist generell ruhiger geworden, beim wahrscheinlichen Abschiedsspiel von Nadal benötigte er dies so sehr wie noch nie in seiner Karriere zuvor. Zverev erklärte auf Anfrage von Eurosport.de zu seinem ruhigen Verhalten: "Ich habe seit dem bekannten Vorfall in Mexiko 2022 keinen Schläger mehr kaputt gemacht und nicht sonderlich viele Verwarnungen oder Sonstiges bekommen. Ich habe im Kopf verstanden, dass ich mich ändern muss, muss älter und zum Vorbild werden. Das war eine selbst reflektierende Geschichte. Seitdem bin ich so, wie ich jetzt bin auf den Plätzen - und darüber bin ich sehr glücklich."
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Tag 2 kompakt: Von Karotten und traurigen Niederlagen

Quelle: Eurosport

Es sei ein guter Test gewesen. "Ich weiß genau, wo ich jetzt stehe. Das eine ist es, im Training zu spielen. Das andere ist, auf dem Centre Court zu stehen. Heute empfand ich es mental und physisch als anstrengend mit den langen Ballwechseln. Wenn man danach zwei Tage Pause hat wie jetzt, hilft das.

Zverev: "Jetzt fängt ein neues Turnier an"

"Und jetzt fängt ein neues Turnier an", führte Zverev aus. Ein neues Turnier, in dessen Viertel er den großen Namen zunächst aus dem Weg geht. Doch Vorsicht ist geboten. Der nächste Gegner ist entweder der von Verletzungen gebeutelte ehemalige Topspieler David Goffin, der Zverev in der Vergangenheit vor Problemen stellte, oder Giovanni Mpetshi Perricard.
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Der Matchball: Zverev schlägt Nadal in dessen Wohnzimmer

Quelle: Eurosport

Der 20-jährige Franzose hat in der Woche vor Paris völlig überraschend das ATP-Turnier in Lyon gewonnen und eine Wildcard erhalten. Mit Tallon Griekspoor könnte in Runde drei der erste gesetzte Spieler warten. Holger Rune (Achtelfinale) und Rivale Daniil Medvedev (Viertelfinale) wären die logischen Gegner bis zur Crunchtime in Roland-Garros.
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Nadal serviert zum Satzgewinn - doch Zverev dreht auf

Quelle: Eurosport


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