French Open 2024: Iga Swiatek und Steffi Graf - Barbara Rittner sieht Parallelen und erklärt Dominanz der Polin
Die Weltranglistenerste Iga Swiatek stürmt ihrem vierten Titel bei den French Open in beeindruckender Manier entgegen. Die Polin pflügt schier unbesiegbar durchs Feld, benötigte für ihre Siege in Achtel- und Viertelfinale insgesamt gerade einmal 1:45 Stunden. Eine Dominanz, die fast schon erdrückend wirkt und unweigerlich Erinnerungen an eine der besten Spielerinnen der Geschichte weckt.
Wie einst Steffi Graf: Rittner erklärt die Dominanz von Swiatek
Quelle: Eurosport
"Seit diesem Megatest gegen Naomi Osaka (7:6, 1:6, 7:5) in der zweiten Runde läuft es wie geschmiert. Es ist wirklich beeindruckend, sie spielt so souverän", zollte Eurosport-Expertin Barbara Rittner der Polin Respekt, nachdem diese die amtierende Wimbledonsiegerin Markéta Vondrousová in gerade einmal 62 Minuten mit 6:0 und 6:2 vom Platz gefegt hatte. Man müsse gar "aufpassen, dass es nicht langweilig wird", so die ehemalige Bundestrainerin des DTB.
In der Tat entsteht derzeit der Eindruck, als wäre Swiateks vierter Titel in Roland-Garros, Verletzungsfreiheit vorausgesetzt, nicht mehr zu verhindern.
Die Polin dominiert und demontiert ihre Konkurrentinnen nach Belieben, einzig in der zweiten Runde gegen Osaka sah sie sich wirklich gefordert. Ihre letzte Niederlage auf der roten Asche von Paris kassierte die 23-Jährige vor sage und schreibe drei Jahren - im Viertelfinale 2021 gegen Maria Sakkari (4:6, 4:6).
Kein Wunder, das mittlerweile Parallelen zu einer der Größten aller Zeiten gezogen werden - Steffi Graf.
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Igas Bäckerei: So beeindruckend ist Swiateks Bagel-Statistik
Quelle: Eurosport
Rittner: "Da sind sie sich schon ähnlich"
Graf feierte sechs ihrer insgesamt 22 Grand-Slam-Siege am Bois de Boulogne - einzig Chris Evert hat einen Paris-Titel mehr auf dem Konto.
"In der Beinarbeit gibt es Parallelen", analysiert Rittner. "Vor allem in der Art und Weise, wie sie über den Platz laufen." Graf sei zwar noch etwas "flummiartiger", noch athletischer in ihren Bewegungen gewesen, "in der ganzen Akribie, wie man sich genau zum Ball stellt", seien sich beide aber ähnlich.
Besonders die Präzision, mit der Swiatek ihre Gegnerinnen regelmäßig zur Verzweiflung treibt, sei beeindruckend. "Sie spielt von Beginn an an die Linien. Die Bälle sind immer in einem Bereich von 30-40 Zentimetern an der Linie - das macht es sehr, sehr besonders." Swiatek brauche kaum Akklimatisationszeit, sei stets von Anfang an hellwach, "mit ihrer ganzen Perfektion".
Liste der Rekord-French-Open-Siegerinnen
| Siegerin | Titel | Jahre |
| Chris Evert | 7 | 1974, 1975, 1979, 1980, 1983, 1985, 1986 |
| Steffi Graf | 6 | 1987, 1988, 1993, 1995, 1996, 1999 |
| Margaret Court | 5 | 1962, 1964, 1969, 1970, 1973 |
| Helen Wills Moody | 4 | 1928, 1929, 1930, 1932 |
| Justine Henin | 4 | 2003, 2005, 2006, 2007 |
| Hilde Sperling | 3 | 1935, 1936, 1937 |
| Monica Seles | 3 | 1990, 1991, 1992 |
| Arantxa Sánchez Vicario | 3 | 1989, 1994, 1998 |
| Serena Williams | 3 | 2002, 2013, 2015 |
| Iga Swiatek | 3 | 2020, 2022, 2023 |
Swiatek gegen Gauff: Ein bisher einseitiges Duell
Im Halbfinale geht es für Swiatek jetzt gegen Shootingstar Coco Gauff. Insgesamt zehn Mal trafen die Polin und die US-Amerikanerin bereits aufeinander - neun dieser Duelle entschied Swiatek für sich.
Auch bei den French Open hieß die Siegerin in bisher zwei Duellen zwei Mal Swiatek. Im Finale von 2022 erteilte die Nummer eins der Welt der damaligen Nummer 14 eine 6:3, 6:1-Lehrstunde, im Viertelfinale des vergangenen Jahres gestattete sie Gauff zwei Spiele mehr (6:4, 6:2).
Von ihrer eher dürftigen Bilanz gegen Swiatek will sich Gauff aber nicht beeindrucken lassen. "Ich werde selbstbewusst in das Match gehen”, kündigte die 20-Jährige an und fügte hinzu: "Ich bin nicht Potapova, ich bin nicht Vondrousová. Vielleicht verliere ich mit einem ähnlichen Ergebnis, vielleicht nicht. Ich werde ins Match gehen und versuchen, es zu gewinnen. Ich habe nichts zu verlieren, denn sie hat den ganzen Druck." Druck, mit dem die Polin bisher bestens umzugehen weiß.
Sollte der Lauf der Top-Favoritin weiter anhalten, dürften die Namen Swiatek und Graf in Zukunft noch häufiger in einem Atemzug genannt werden. Zwar sind die 22 Major-Siege der Deutschen noch längst nicht in Reichweite, mit ihrem vierten French-Open-Triumph würde sich die Frau aus Warschau aber schon einmal in den imaginären Windschatten der Rekordsiegerinnen in Paris hängen.
Zur Erinnerung: Swiatek wurde vor wenigen Tagen erst 23 Jahre alt.
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Viertelfinale: Swiatek lässt Vondrousová keine Chance - Highlights
Quelle: Eurosport
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