Alexander Zverev trifft im Achtelfinale der French Opern auf Tallon Griekspoor: Über die harte Nuss in die Crunchtime von Paris?
Update 02/06/2025 um 16:23 GMT+2 Uhr
Nach seinem glatten Dreisatz-Sieg über den formstarken Flavio Cobolli in der dritten Runde der French Open wartet mit Tallon Griekspoor eine schwere Aufgabe auf Alexander Zverev. Das Achtelfinale ist für den Vorjahresfinalisten das letzte Match in Paris, in das Zverev als klarer Favorit geht. Unangenehm waren die Begegnungen mit dem Niederländer für Deutschlands Nummer eins aber schon häufiger.
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Als Tallon Griekspoor gegen den jungen Amerikaner Ethan Quinn am Samstag mit zwei Breaks und 4:1 im entscheidenden fünften Satz führte, wanderten die Gedanken des Niederländers bereits zu seinem potenziellen nächsten Gegner Alexander Zverev.
Keineswegs war die Vorfreude zu groß. Es war eher eine Mahnung. Vor einem Jahr hatte der 28-Jährige in der dritten Runde gegen Zverev zwei Breaks Vorsprung im fünften Satz eben nicht nutzen können. Griekspoor bekam den gefürchteten "Eisenarm", Zverev rettete sich ins Achtelfinale und erreichte später das Finale.
In der Presserunde erklärte Griekspoor nun ein Jahr danach: "Am Samstag habe ich bei der Führung an Zverev und das vergangene Jahr gedacht." Es sei die schmerzhafteste Niederlage seiner Karriere gewesen. "Ich möchte schon Revanche nehmen."
Die Chance erhält der Weltranglisten-35., der schließlich mit 6:4 die Oberhand behielt und das Achtelfinalticket zog am Montag. Griekspoor ist einer der vertrautesten Gegner Zverevs auf der Tour und der letzte Spieler auf dem Weg zum ersten Grand-Slam-Titel, der als Außenseiter gegen Zverev antritt. Doch die Ausgangslage ist durchaus kompliziert.
Zverev spult gewohntes Programm ab
Von Nervosität oder Anspannung ob des Duells war bei Zverev am Sonntag im abgeschirmten Trainingscenter Jean Bouin nichts zu spüren. Mit seinem langjährigen Hittingpartner Mikhail Ledovskikh spulte Zverev in der Nachmittagssonne sein gewohntes Programm ab.
Ohnehin verändern sich die Abläufe in den späteren Runden eines Grand Slams nur um die Spieler herum. Die veröffentlichten Ansetzungs- und Trainingspläne werden kürzer, die Athleten und ihre Teams weniger.
Am Sonntag war genug Spielraum auf der Trainingsanlage für die nächste Generation der Zverevs. Saschas Neffe, der Sohn von Bruder und Manager Mischa Zverev, schlug mit Zverevs Mutter Irina ein paar Trainingsbälle, während der Weltranglisten-Dritte am Nebenplatz an seiner Vorhand cross und dem Übergang zur Vorhand die Linie entlang arbeitete.
Zverev und sein Team haben das unzählige Male durchgespielt. Das Übungsprogramm am Tag zwischen den beiden Spielen ist mehr oder weniger durchorchestriert: Einspielen, Rückhandcross, Vorhandcross mit Varianten, Volleys, Aufschlagübungen und Spielformen. Zverev vertraut seinen Routinen und möchte sich auch im Spiel auf sich selbst verlassen können.
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Zverevs gute Bilanz gegen Griekspoor
Auf seinen Achtelfinal-Gegner angesprochen, sagte Zverev: "Ich muss mir selbst vertrauen. Ich habe einiges in meiner Karriere erreicht. Wenn ich mein gutes Tennis spiele, ist es vermutlich besser als sein gutes Tennis. Aber ich habe Respekt vor ihm."
Zverev reflektierte in seiner Medienrunde: "Er ist ein sehr, sehr guter Spieler von den Schlägen her. Gegen mich spielt er immer auf seinem höchsten Niveau."
Zwar führt Zverev mit 7:2 im direkten Vergleich, doch der hinkt etwas. "Richtig chancenlos war ich nur beim ersten Aufeinandertreffen. Ansonsten war es immer eng", erklärte Griekspoor, der zugab: "Beim letzten Match in München hätte ich eigentlich gewinnen müssen. Dafür hätte er in Shanghai eigentlich den Sieg verdient gehabt."
Die Vergangenheit, auch nicht der München-Sieg, interessiert Zverev überhaupt nicht. "Die French Open sind ein komplett anderer Wettbewerb, nicht vergleichbar mit den Wochen davor", sagte er.
Erst Griekspoor, dann Djokovic, Sinner und Alcaraz?
Zverev hat in der französischen Hauptstadt einen wesentlichen Vorteil: die Physis. Griekspoor musste bereits in Runde eins und zwei vier Sätze, in Runde drei fünf Sätze absolvieren, während Zverev erst einen Satz verlor.
Die Setzliste hielt für Zverev ursprünglich eine sehr unangenehme Aufgabe im Achtelfinale parat, doch der Argentinier Francisco Cerúndolo, der Zverev in diesem Jahr schon zweimal besiegte, schied überraschend in der ersten Runde aus.
Sollte Zverev die Hürde Griekspoor überstehen, stünden voraussichtlich nur noch echte Kracherduelle an. Viertelfinale gegen Novak Djokovic, Halbfinale gegen Jannik Sinner und eine Neuauflage des Finals von 2024 gegen Carlos Alcaraz.
Djokovic hatte bislang mehr mit Blasen an seinen Füßen denn mit seinen Gegnern zu kämpfen gehabt. Hinzu kam eine medizinische Notsituation in seinem Betreuerteam.
Sportlich stellt sich die Frage: Hat Djokovic die physischen Reserven, um nach seinem Genf-Sieg zwei komplette Grand-Slam-Wochen folgen zu lassen? Mit 38 Jahren und der Muskelverletzung im Viertelfinale von Australien gegen Alcaraz als Erinnerung sind leichte Zweifel daran erlaubt.
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Zverev sieht Alcaraz bereits im Finale
Sinner marschiert nach abgesessener Dopingsperre dagegen durch das Hauptfeld. Der 6:0, 6:1, 6:2 Sieg über Jiří Lehečka war furchteinflößend dominant. Der Tscheche, der sich langfristig selbst als Weltklassespieler etablieren möchte, sagte nach der dritten Runde. "Gegen diese Form kommt nur Carlos Alcaraz an."
Den sieht Zverev derweil bereits im Finale. "Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt in der unteren Hälfte, der Alcaraz zu sehr herausfordern wird. Er war natürlich der Favorit, bevor er ins Turnier startete. Alle Leute, die ihn herausfordern können, sind in der oberen Hälfte der Auslosung. Ich denke, wir (Djokovic, Sinner, Zverev Anm. d. Red.) werden es wirklich ausfechten müssen und ich denke, es wird ihm Spaß machen, sich das anzusehen."
Erstmal zählt aber nur das Match gegen Griekspoor, der auf sportliche Rache aus ist.
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