French Open: Boris Becker sieht Alexander Zverev auf gutem Weg Richtung Titel - befreit von bösen Dämonen

Alexander Zverev steigert sich während seines Achtelfinalmatches bei den French Open gegen Jesper de Jong und erreicht souverän die Runde der letzten Acht. Die veränderten Vorzeichen nimmt der jetzige Turnierfavorit gut an. "Sascha ist ruhig geblieben", lobt Eurosport-Experte Boris Becker die Anpassungsfähigkeiten des Hamburgers. Für Mats Wilander steht Zverev nun am Scheideweg.

Becker-Analyse: "Zverev hat nach dem 0:3 seine Strategie verändert"

Quelle: Eurosport

Boris Becker nahm es wohlwollend zur Kenntnis. "Die Psyche hat sich beruhigt, die bösen Dämonen haben sich fürs Erste verabschiedet", konstatierte der Tennis-Experte am Eurosport-Mikrofon. Alexander Zverev hatte sich im Achtelfinale der French Open 2026 gegen Jesper de Jong nach einem turbulenten ersten Satz eben das erste Aufschlagspiel im zweiten Durchgang geholt und strahlte nun ein bisschen mehr Souveränität, ein bisschen mehr Ruhe aus.
Knapp eine Stunde später stand fest: Zverevs Traum vom ersten Grand-Slam-Sieg lebt weiter. 7:6 (7:3), 6:4, 6:1 hieß es nach insgesamt 2:16 Stunden Spielzeit für den Deutschen, wobei fast die Hälfte (62 Minuten) auf den ersten Satz gefallen war, in dem Zverev zunächst 0:3 im Spiel und dann auch 0:3 im Tiebreak zurückgelegen war, ehe er sich seiner Stärken besann. "Sascha ist ruhig geblieben, auch wenn er allen Grund gehabt hätte, die Nerven zu verlieren", lobte Becker den 29-Jährigen.
Gegen Lucky Loser de Jong, der schon sein siebtes Spiel in Paris absolvierte, legte Zverev einen Fehlstart hin. "Ich hatte am Anfang ein paar Probleme, aber er hat auch sehr gut angefangen direkt", schilderte der Deutsche bei Eurosport die unangenehmen Minuten zu Beginn.
Bis 7:6, 5:4 blieb die Partie eng, dann durchbrach Zverev den Aufschlag des Niederländers ein zweites Mal und gleichsam dessen Widerstand. "Sobald ich meinen Rhythmus gefunden hatte, war es ein relativ gutes Match", konstatierte Zverev später. Fazit: "Es war ein gutes Match."
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Achtelfinale: Zverev lässt gegen de Jong nichts anbrennen - Highlights

Quelle: Eurosport

Corretja: "Zverev geht extrem gut damit um"

So sah es auch Eurosport-Experte Mats Wilander. "Im ersten Satz lag er zweimal zurück, hat aber die wichtigen Punkte gemacht. Im zweiten Satz kam das Break zum genau richtigen Zeitpunkt. Im dritten lief es dann von alleine. Für mich war das die perfekte Art, um ins Viertelfinale einzuziehen", sagte der dreimalige French-Open-Sieger.
So sah es auch Àlex Corretja. "Sascha weiß genau, wann er anziehen muss. Er spielt jetzt viel aggressiver als früher, öfter von vor der Grundlinie. Es ist nicht leicht für ihn wegen dem ganzen Gerede über die Favoritenrolle. Aber er geht extrem gut damit um und ich habe das Gefühl, dass er bereit dazu ist, den Weg bis zum Ende zu gehen", meinte der Spanier.
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Becker-Analyse am Touchscreen: "Wir sehen den neuen Zverev"

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Für Becker war nach dem Fehlstart ein klarer Neustart in Zverevs Spiel erkennbar. "Er hat nach dem 0:3 seine Strategie verändert. Dann war er auch wieder überzeugt von seinen Angriffsschlägen und erfolgreich am Netz", erklärte der sechsmalige Grand-Slam-Sieger.
Was er beobachtet hatte: Zverev spielte die Bälle fortan höher auf die Vorhandseite seines Gegners übers Netz, um den Topspin mehr zum Tragen zu bringen. Da es in Paris einen Temperatursturz um knapp zehn Grad gegeben hatte und die Bedingungen bei zeitweisem Nieselregen recht feucht waren, hatte Zverev sein Spiel ohnehin ein wenig anpassen müssen.
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Alexander Zverev bei den French Open 2026

Fotocredit: Getty Images

Zverev findet über den Kampf ins Spiel

"Aller Anfang ist schwer. Er konnte zunächst seine Form nicht bestätigen, hat viele Fehler mit der Vorhand und kaum Punkte über den zweiten Aufschlag gemacht. Aber er hat über den Kampf ins Spiel gefunden und war am Schluss wieder sehr gut", so Beckers Fazit nach Zverevs Achtelfinalsieg.
Nach der verletzungsbedingten Absage von Carlos Alcaraz sowie den überraschenden Niederlagen von Jannik Sinner und Novak Djokovic ist der Deutsche der Topfavorit auf den Titel in Paris. Ein Umstand, den er nicht ändern kann. "Ich kann mich nur auf die nächsten Matches konzentrieren", sagte er zu Eurosport und blickte aufs Viertelfinale voraus: "Ich spiele jetzt gegen einen sehr starken Spanier, der diese Sandplatzsaison sehr gutes Tennis zeigt. Das ist mein einziger Fokus momentan."
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Zverev: "Das ist mein einziger Fokus momentan"

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Der "sehr starke Spanier", Rafael Jódar mit Namen, ist für Becker der "Newcomer der Saison". Der 19-Jährige spielt eine bärenstarke Sandplatzsaison, gewann das 250er Turnier in Marrakesch, erreichte beim 500er in Barcelona das Halbfinale sowie bei den Masters in Madrid und Rom jeweils das Viertelfinale.
"Gerade auf Sand spielt der wie die Feuerwehr. Als Sascha gehört hat, gegen wen es geht, ist er ein bisschen zusammengezuckt. Das ist eine echte Herausforderung ein echter Test für ihn", warnte Becker.
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Achtelfinale: Debütant Jódar holt 0:2-Satzrückstand auf - Highlights

Quelle: Eurosport

Wie geht Zverev mit der Favoritenrolle um?

Doch auch wenn Jódar zuletzt in die Top 30 der Weltrangliste vorstieß - Favorit bleibt Zverev, mit allen negativen Aspekten. "Es ist interessant zu sehen, wie er mit dem Druck umgeht, der Favorit zu sein. Das gab es bei einem Grand Slam noch nicht", gab Wilander zu bedenken: "Wir sehen also einem neuen Sascha Zverev dabei zu, wie er mit Umständen umgeht, mit denen er noch nie zuvor in seiner Karriere konfrontiert war. Heute war es gut, aber ich denke, es wird noch besser - und es muss auch besser werden."
Vielleicht hilft dem Deutschen aber auch ein simpler Gedanke. "Der Weg ins Finale ist nicht leicht, aber an Zverevs Stelle nehme ich es lieber so, als gegen Sinner, Alcaraz oder Djokovic spielen zu müssen", sagte Corretja: "Ich sehe nicht mehr viele Spieler, die ihn überpowern können."
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"Unheimlich präsent jetzt!" Zverev zeigt Zähne und breakt erneut

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Für Wilander steht Zverev bei diesen French Open am Scheideweg. Denn: "Wenn er das Turnier hier trotz des ganzen Drucks gewinnt, gibt es auch keinen Grund, warum er nicht noch eins gewinnen sollte. Ich habe das Gefühl, dass sich für ihn plötzlich einige Türen öffnen, wenn er mit der Umstellung seines Spiels hier erfolgreich sein sollte. Wenn er das Turnier gewinnt, ist es auch egal, ob Alcaraz oder Sinner hier waren. Wenn er es schafft, kann er auch zwei oder drei gewinnen."
Noch sind für Zverev aber drei Spiele zu gewinnen.
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Zverev mit Respekt vor Jódar: "Er spielt fantastisches Tennis"

Quelle: Eurosport


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