French Open: Abgeklärter Jakub Mensik greift nach den Sternen - was den Halbfinalgegner von Alexander Zverev auszeichnet
VonJan Zesewitz
Update 04/06/2026 um 14:31 GMT+2 Uhr
Jakub Mensik steht zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere in einem Grand-Slam-Halbfinale. Drei Youngster im Alter von 19 oder 20 Jahren erreichten bei den French Open die Runde der letzten Acht - der Tscheche zeigte eindrucksvoll, dass er bereits einen Schritt weiter ist als die gefeierten Altersgenossen João Fonseca und Rafael Jódar. Der Grund liegt in seiner Vielseitigkeit.
Viertelfinale: Mensik gewinnt Youngster-Duell gegen Fonseca - Highlights
Quelle: Eurosport
Nach seinem Zweitrunden-Match gegen Mariano Navone lag Jakub Mensik auf dem roten Sand von Court 6 und konnte nicht jubeln, nicht feiern, nicht einmal aufstehen. Gerade hatte er im Match-Tiebreak im fünften Satz mit 13:11 gegen den Argentinier gewonnen, nach 4:41 Stunden.
Minutenlang lag er auf dem Boden, bevor er unter Mithilfe von Ärzten und Betreuern humpelnd den Platz verlassen konnte. Eine Woche später steht er im Halbfinale von Roland-Garros gegen Alexander Zverev.
"Wenn mir nach der zweiten Runde jemand gesagt hätte, dass das passiert, hätte ich es nicht geglaubt", sagte Mensik nach seiner Viertelfinal-Partie. "Ich war zu dieser Zeit einfach nur froh, am Leben zu sein."
In der Runde der letzten Acht kam es zum Youngster-Duell mit Joao Fonseca. Die Gegensätze der beiden wurden deutlich: Auf der einen Seite der impulsive Heißsporn, der immer mit Vollgas spielt, auf der anderen Seite der überlegte, ruhigere Tscheche - der dann aber auch zeigte, dass er schon einen Schritt weiter ist als die anderen "jungen Wilden" seiner Generation. Er gewann 6:4, 6:3, 7:6 (7:3).
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Jakub Mensik erreicht sein erstes Grand-Slam-Halbfinale bei den French Open
Fotocredit: Getty Images
Analytisch, abwechslungsreich, vielseitig: Mensik beeindruckt Wilander
"Er ist ein wirklich guter Tennisspieler, weil er einfach alles beherrscht", zeigte sich der Eurosport-Experte Mats Wilander beeindruckt vom gerade einmal 20-Jjährigen Mensik: "Mir war vor diesem Match nicht bewusst, dass er so abwechslungsreich spielen kann und so vielseitig ist – er kam ans Netz und schlug diese wunderschönen kleinen Volleys mit einem tollen Winkel. Körperlich bewegt er sich für einen so großen Mann unglaublich gut."
Mensik bringt aus sportlicher Sicht trotz seiner jungen Jahre fast alles mit. "Wir wussten, dass der Aufschlag eine Waffe ist, und wenn er die Aufschlagquote so hoch hält wie heute, dann ist der Aufschlag eine gewaltige Waffe", erklärte Wilander: "Ich glaube, das war der größte Unterschied zwischen den beiden. Aber insgesamt hat sich Mensik wirklich als Allround-Spieler präsentiert."
Immer wieder hat der junge Tscheche mit körperlichen Probleme zu kämpfen. Auch gegen Fonseca sah er zwischenzeitlich angeschlagen aus. "Ich habe etwas im linken Bein gespürt", sagte er nach dem Spiel. Es wurde aber wieder besser und er bekam das Spiel in drei Sätzen gegen den Brasilianer zu Ende - seinen siebten Matchball verwandelte er.
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"Ist doch irre!" Mensik rennt wie ein Hase und punktet im Tiebreak
Quelle: Eurosport
In der Pressekonferenz nach der Partie bekam er einen Krampf - und sprach kurz darauf weiter als wäre nichts gewesen. Mensik ist nicht leicht aus der Ruhe zu bringen.
Nun steht er zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Halbfinale. Unter den drei Youngstern im Viertelfinale flog Mensik ein wenig unter dem Radar. Fonseca begeisterte, schlug Novak Djokovic und hatte das Publikum immer auf seiner Seite. Rafael Jódar ist die jüngste Entdeckung dieser Sandplatzsaison, als Spanier der Nachfolger im Geiste von Rafael Nadal und Carlos Alcaraz.
Masters-Sieger Mensik zurück auf größter Bühne
Und der Tscheche? Er gewann schon im vergangenen Jahr völlig überraschend das Masters-Turnier in Miami. Auch da sprach kaum jemand über ihn als Sieger - der Unterlegene im Finale war Djokovic, dem Mensik seinen 100. Turnier-Titel verweigerte.
Nun will er im Halbfinale seinem Gegner den ersten Grand-Slam-Titel verweigern. Alexander Zverev trifft nach Jódar auf den nächsten Youngster. Diesmal ist es einer, der schon auf großen Bühnen und gegen große Namen performt hat.
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Mensik zur Verletzung: "Habe etwas im linken Bein gespürt"
Quelle: Eurosport
Wenn die beiden Hünen aufeinandertreffen, dürfen die Tennisfans auf beiden Seiten starke Aufschläge erwarten. Wenn der Ball im Spiel bleibt, dürfte es interessant werden, sagte Wilander: "Von der Grundlinie aus, erwarte ich, dass Zverev etwas konstanter spielt, aber ich glaube, Mensik wird derjenige sein, der die Initiative ergreift."
Wilander erwartet, dass Mensik derjenige ist, der nach vorne kommt, Druck macht, aktiver ist - der Tscheche hat gegen den Weltranglistendritten nichts zu verlieren. Das könnte ihn umso gefährlicher für Zverev machen. Ein junger, unbekümmerter Gegner, der seine Emotionen im Griff hat und die gesamte Tennis-Palette beherrscht - und noch dazu selbstbewusst ist: "Der Job ist noch nicht beendet", sagte er nach dem Viertelfinale.
Zverev dürfte gewarnt sein, nur der Körper von Mensik muss über die gesamte Dauer des Matches halten.
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Mensik nach Halbfinaleinzug: "Es war richtig hart, fokussiert zu bleiben"
Quelle: Eurosport
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