French Open - Boris Becker von Halbfinalist Alexander Zverev begeistert: "Unglaublich großes Tennis!"

Alexander Zverev zieht mit einer blitzsauberen Leistung gegen Shootingstar Rafael Jódar ins Halbfinale der French Open ein, stellt danach aber sofort klar: Ich will mehr. Für Eurosport-Experte Boris Becker zeigte der Deutsche beim 7:6 (7:3), 6:1, 6.3 seine beste Turnierleistung und bot "absolute Weltklasse in Satz zwei und drei". Nun ist Regeneration angesagt - und so wenig "Kopfkino" wie möglich.

Becker-Analyse nach Zverev vs. Jódar: "Aller Anfang ist schwer"

Quelle: Eurosport

Für Boris Becker war die Sache klar. "Viel besser habe ich ihn noch nicht gesehen. Das war unglaublich großes Tennis, absolute Weltklasse in Satz zwei und drei", lobte der Eurosport-Experte Alexander Zverev für dessen Auftritt im Viertelfinale der French Open 2026 gegen Rafael Jódar.
Nach 2:5-Rückstand im ersten Satz drehte der Deutsche auf und zeigte seine beste Turnierleistung. So jedenfalls schätzten es die Experten nach dem Match unisono ein. Allein: Für Zverev reicht das noch nicht.
"Ich bin glücklich, dass ich im Halbfinale stehe, mehr nicht", sagte er nach bestandener Prüfung im Oncourt-Interview und richtete bereits den Blick nach vorne: "Ich will die Matches gewinnen, die vor mir liegen." Als nächstes geht es am Freitag gegen Jakub Mensik (Tschechien), der sich etwas überraschend gegen Djokovic-Bezwinger João Fonseca (Brasilien) durchsetzte.
Halbfinale in Roland-Garros kennt Zverev bereits. Zum fünften Mal in sechs Jahren steht er unter den letzten Vier, doch dieses Jahr, das ist neu, ist er der große Favorit. Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel, er scheint zum Greifen nah.
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Viertelfinale: Zverev entzaubert Shootingstar Jódar - Highlights

Quelle: Eurosport

Jódar beeindruckt Zverev zu Beginn

Gegen den 19 Jahre alten Shootingstar aus Spanien ließ sich Zverev bei geschlossenem Dach und deutlich feuchteren Bedingungen auf dem Court Philippe-Chatrier zunächst beeindrucken.
Mit knallharten Schlägen zeigte Jódar, warum er als Spaniens "next big thing" nach Carlos Alcaraz angesehen wird. Zverev geriet bei eigenem Aufschlag eigentlich permanent unter Druck und schließlich 2:5 in Rückstand.
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"Bärenstark!" Jódar schnappt sich erstes Break gegen Zverev

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Als Jódar bei 5:3 jedoch zum Satzgewinn aufschlug, machte plötzlich auch der Spanier Fehler und ließ Zverev so ins Match zurück. "Da hat sich alles geändert. Jódar hat ein paar Vorhände verschlagen und Sascha hat seine Erfahrung ausgespielt", analysierte Eurosport-Experte Àlex Corretja den sichtlichen Bruch im Spiel.

Zverev kann sich anpassen

"Es war schwer für mich, in die Bedingungen reinzukommen. Topspin hat heute gar keinen Sinn gemacht, weil der Ball nullkommanull abgesprungen ist", schilderte Zverev seine anfänglichen Probleme. Konsequenz: "Ich musste meine Schläge flacher spielen."
Zum Zverev der Version 2026 gehört aber auch eben diese Fähigkeit: sich anzupassen, bei Bedarf aggressiver zu spielen. Oder wie Becker es nannte: "Sascha hat eine oder gleich drei Schippen draufgelegt."
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Da steht sogar die Oma: Zverev breakt in Satz 1 zurück

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Zverev holte Spiel um Spiel auf und zwang Jódar schließlich in den Tiebreak, eine Spezialität des Deutschen. Mit 7:3 gab der 29-Jährige dann auch die Richtung für den zweiten Satz vor. "Da hat man gesehen, wie selbstbewusst er ist. Er hat jetzt eine Bilanz von 26:2 hier in Paris", sagte Corretja.
Mit dem Satzgewinn im Rücken war Zverev dann nicht mehr aufzuhalten. "Ich war sehr beeindruckt, wie er den gespielt hat. Sascha hat eins seiner der besten Matches hier in Paris gezeigt, wenn man auch bedenkt, wie variabel er gespielt hat", so Corretja.
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Corretja lobt Zverev: "Eines seiner der besten Matches hier in Paris"

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Zverev deckt Jódars Schwäche auf

Zu Zverevs Anpassung gehörte auch, Jódar fortan deutlich mehr auf dessen etwas schwächere Rückhand anzuspielen. "Das war eine große Veränderung", fand Corretja: "Das konnte er machen, weil seine Vorhand auch extrem gut lief. Früher stand er oft sehr tief, aber jetzt, mit Selbstvertrauen, geht er den Schritt nach vorne und kann den Ballwechsel diktieren. Sein Aufschlag war auch super. Er hat Jódar heute wirklich gar nichts geschenkt."
Becker sagte: "Dass er Vorhand cross kann, das wussten wir und das weiß auch der Gegner. Dass jetzt aber auch der Longline kommt, das ist das Neue im Spiel von Alexander Zverev. Damit kann er den Platz aufmachen und der Gegner weiß nicht mehr, wohin der nächste Ball kommt."
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Becker analysiert: "Das ist das Neue im Spiel von Zverev"

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Nach 2:25 Stunden war der Höhenflug des Spaniers, der vor genau einem Jahr noch auf Rang 707 der Welt stand, fürs Erste beendet. Nach dem Matchball erkannte Becker Bemerkenswertes bei Zverev: "Er wollte sich freuen, hat zum Jubel angesetzt, dachte dann aber wohl: Das Turnier ist noch nicht vorbei und hat zurückgezogen."

Becker lobt Zverev: "Unglaubliche Leistung"

Zverev habe mit seinen 29 Jahren und drei verlorenen Grand-Slam-Finals "alle Situationen als Tennisspieler erlebt, hat daraus gelernt. Er weiß, dass er die Balance nicht verlieren darf", so der Eurosport-Experte, der ihm "eine unglaubliche Leistung" attestierte.
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Becker: "Zverev hat sich befreit"

Quelle: Eurosport

Auch Corretja zeigte sich beeindruckt. "Es zeigt, dass er bereit ist. Dieses Spiel war der bislang größte Schritt und der Beweis, dass er den Druck gut wegsteckt. Es hat mich gefreut, ihn so gut spielen zu sehen."
Für Zverev begann da schon die Erholung; da sein Viertelfinale als Erstes stattfand, hat er nun zwei Tage Pause bis zum nächsten Match.
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Zverev klärt auf: Darum sitzt die Oma in der Box

Quelle: Eurosport

Zverev schaut sich seinen Gegner genau an

"Das Kopfkino geht jetzt natürlich jetzt los", weiß Becker. Zverev habe nach dem Match richtig gesagt, "dass er den Rhythmus behalten muss. Natürlich wird er morgen ein bisschen weniger trainieren und übermorgen ein bisschen mehr. Das Gute ist, es ist nicht das erste Mal für ihn. Nur: Ich glaube, der Kopf fängt langsam an nachzudenken, was da passieren könnte."
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"Um Gottes Willen!" Zverev beendet Match sensationell

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Seinen Gegner konnte sich der Deutsche jedenfalls in alle Ruhe angucken. Die Night Session zwischen dem ebenfalls 19-jährigen Fonseca aus Brasilien und dem 20-jährigen Mensik aus Tschechien (Sieg Mensik) wollte er sich er auf seinem "Zimmer mit einem netten Getränk in der Hand" ansehen, gab der Deutsche an. Nicht die schlechteste Lösung.
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Das lässt Zverev kalt: "Solche Statistiken interessieren mich nicht"

Quelle: Eurosport


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