French Open - Mats Wilander fordert bessere Schiedsrichterentscheidung bei Krampf-Debatte: "Müssen ihr Bestes geben"
Update 24/05/2026 um 13:04 GMT+2 Uhr
Immer wieder gibt es Diskussionen im Tennis beim Umgang mit dem Thema Krämpfe. Den Spielern und Spielerinnen ist es - laut Reglement - eigentlich nicht gestattet, bei einem Krampf ein Medical Timeout zu nehmen. Doch genau das passiert regelmäßig. Zuletzt regte Daniil Medvedev beim Masters in Rom diesbezüglich ein Umdenken an. Für Eurosport-Experte Mats Wilander ist das allerdings nicht so einfach.
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Quelle: Perform
"Ich glaube, das ist eine dieser Regeln, die in einer Grauzone liegen und letztlich im Ermessen des Schiedsrichters liegen", sagte der siebenmalige Grand-Slam-Sieger bei Eurosport.
Im Halbfinale des ATP Masters in Rom etwa nahm Jannik Sinner ein Medical Timeout. Daniil Medvedev machte in der Folge Stuhlschiedsrichterin Aurélie Tourte darauf aufmerksam, dass es sich aus seiner Sicht nur um einen Krampf handele.
"Wenn wir wegen Krämpfen den Physiotherapeuten rufen, bekommen wir dann eine Geldstrafe? Gibt es eine Sonderbehandlung?", fragte der Russe provokativ.
Auf der Pressekonferenz im Anschluss sprach sich Medvedev dann für eine Regeländerung aus: "Ich habe eigentlich eine Lösung: Erlaubt medizinische Behandlung bei Krämpfen." Es gäbe dann kein Problem mehr, so der US-Open-Champion von 2021.
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Eurosport-Experte Mats Wilander bei den French Open
Fotocredit: Eurosport
Wilander sieht das allerdings anders: "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass Krämpfe dadurch entstehen, dass ein Spieler körperlich erschöpft ist; in diesem Sinne finde ich, dass man bei Krämpfen keine Behandlung erhalten sollte", erklärte der 61-Jährige.
Wilander sieht Probleme beim Erkennen von Krämpfen
"Gleichzeitig haben wir aber Situationen erlebt, in denen es sehr schwer zu erkennen ist, ob es sich um Krämpfe oder eine Muskelzerrung handelt", ergänzte Wilander.
"Aus Erfahrung" könne er sagen, "dass sich anfängliche Krämpfe so anfühlen können, als hätte man sich eine Muskelzerrung zugezogen, sodass es nicht immer sofort klar ist".
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"Absoluter Bullshit, der hat Krämpfe!" Zverev total außer sich
Quelle: Eurosport
So einen Fall gab es zum Beispiel zu Saisonbeginn beim Australian-Open-Halbfinale zwischen Carlos Alcaraz und Alexander Zverev.
Der Spanier nahm ein Medical Timeout, Zverev wütete damals und vermutete einen Krampf. "Was ist das denn für ein absoluter Scheiß? Der kann doch kein Medical nehmen, der hat Krämpfe", waren die Worte des Deutschen.
Alcaraz machte auf der Pressekonferenz nach seinem Sieg über Zverev klar, dass er nicht gewusst habe, was es genau gewesen sei.
Wilander gegen Regeländerung
"Das macht es für den Spieler schwer, das zu erkennen, und auch für den Schiedsrichter sehr schwierig, eine Entscheidung zu treffen", erklärte Eurosport-Experte Wilander mit Blick auf die Krämpfe.
Manchmal gebe es Momente, wo es offensichtlich sei, in anderen Fällen sei es knifflig, so der Schwede. "Insgesamt bin ich also der Meinung, dass Spieler bei Krämpfen keine Behandlung erhalten sollten, aber ich denke auch, dass es sehr schwierig ist, diese Regel konsequent anzuwenden, und die Schiedsrichter müssen einfach ihr Bestes geben", schloss Wilander.
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Quelle: Perform
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