Holger Rune trifft brisante Entscheidung - Verpflichtung von Patrick Mouratoglou ist dennoch eine gute Idee

Holger Rune hat die Szene erstaunt und kurz nach der Trennung von den beiden Star-Coaches Boris Becker und Severin Lüthi einen neuen Trainer präsentiert: Patrick Mouratoglou. Eine brisante Personalie, denn: Rune arbeitete schon einmal mit dem Franzosen und monierte hernach, dass er "niemanden einstellt, damit er einfach nur dasitzt". Trotzdem ist die "zweite Runde" eine ziemlich gute Idee.

Rekord-Rally: Thiem und Rune reißen Fans in Oslo von den Sitzen

Quelle: Eurosport

Holger Rune steht mit seinen 20 Jahren am Anfang der Profi-Laufbahn. Es ist normal, dass ein so junger Spieler vieles ausprobiert, sich revidiert, vielleicht auch falsche Entscheidungen trifft.
Im August 2023 jedenfalls endete die etwa zehnmonatige Zusammenarbeit mit Patrick Mouratoglou, im Oktober stieß Boris Becker als Trainer zum Team, im Dezember der langjährige Federer-Coach Severin Lüthi. Beide Verpflichtungen galten als Coups und waren doch im Januar (Lüthi) und Februar (Becker) schon wieder Vergangenheit.
In beiden Fällen verwiesen die Beteiligten auf zeitliche Engpässe, falsches Timing. Die Trennungen mögen merkwürdig anmuten, gingen aber ohne schräge Zwischentöne über die Bühne.
Bei Mouratolgou (von Oktober 2022 bis August 2023 Trainer von Rune) war das anders. "Die Leute, die ich einstelle, müssen mir helfen. Ich stelle niemanden ein, damit er einfach nur dasitzt. Es geht also auch um die Frage: Machst du deine Arbeit gut genug?", sagte Rune in der Netflix-Dokumentation "Break Point". Er habe sich manchmal die Frage gestellt, warum Mouratoglou überhaupt da sei.

Rune: Größte Erfolge mit Mouratoglou

Inzwischen scheint dem Weltranglistensiebten klar zu sein, dass der Franzose nicht die schlechteste Wahl war. Er freue sich "schon darauf, neue Siege mit dir und dem Team einzufahren", schrieb Rune auf X an seinen alten und neuen Trainer.
Man habe "einige wirklich gute Gespräche darüber geführt, wie die Zusammenarbeit in Zukunft aussehen soll, und wir haben eine starke Struktur gefunden, die die besten Voraussetzungen für optimale Leistung schafft".
Denn bei allen Spannungen und Misstönen sprechen die Ergebnisse eine klare Sprache. Mit Mouratoglou an seiner Seite kletterte Rune im vergangenen August bis auf Rang vier in der Weltrangliste und fuhr beim Masters in Paris-Bercy (2022) den bislang größten Titel seiner Laufbahn ein.
picture

Rune exklusiv: Diese Regel würde ich auf der ATP-Tour ändern

Quelle: Eurosport

"Manchmal muss man eine Vielzahl von Dingen ausprobieren, um herauszufinden, was für einen selbst funktioniert - und was nicht", sagt Rune heute. Er sei nun der Auffassung, dass Mouratoglou ihm helfen könne, "meine Ziele zu erreichen".

Mouratoglou: "Immer an Runes Potenzial geglaubt"

Fakt ist: Der von vielen Experten erwartete Aufschwung des Toptalents ist ins Stocken geraten. Nach dem Erstrunden-Aus bei den US Open 2023 tat sich Rune sehr schwer.
Die Saison 2024 begann zwar mit der Finalteilnahme in Brisbane, doch es folgte eine frühe Niederlage bei den Australian Open, eine Aufgabe im Halbfinale von Montpellier (Verletzung am rechten Unterarm) und eine Zweitrunden-Pleite in Rotterdam.
Die Erlebnisse der vergangenen Jahre haben Rune zum Umdenken in der Causa Mouratoglou veranlasst - und der Trainer hat die Größe, die unschönen Worte aus der Netflix-Dokumentation ad acta zu legen.

Becker lobt Rune-Entscheidung: "Gute Nachrichten"

"Wir kennen uns, seit er 13 Jahre alt ist, und ich habe immer an sein Potenzial geglaubt. Er hat hohe Ziele, und ich habe auch hohe Ziele für ihn", erklärte Mouratoglou. Und auch die Reaktion von Runes Ex-Coach Becker zeigt, dass die neuerliche Kooperation eine clevere Idee sein könnte.
Der dreimalige Wimbledon-Champion schrieb auf X von "guten Nachrichten" ob der neuerlichen Verpflichtung des Franzosen.
Schließlich bewies Mouratoglou immer wieder, wie wertvoll er für seine Profis sein kann. Der 53-Jährige machte sich zwar vor allem als Trainer von Serena Williams einen Namen, besondere Verdienste erwarb er sich aber auch bei der Arbeit mit Marcos Baghdatis oder Anastasia Pavlyuchenkova, die er in jungen Jahren wesentlich voranbrachte.

Ruhe und Stabilität im Team Rune?

Mit Mouratoglou könnte nun Ruhe auf der Trainerbank und im Team Rune einkehren, auch wenn das ob der Vorgeschichte kurios klingen mag.
Die Tatsache, dass sich beide seit langem kennen und von einer "zweiten Runde" überzeugt sind, ist aber ein gutes Fundament. Hinzu kommt, dass Kenneth Carlsen weiterhin dem Trainerteam angehört und auch Datenanalyst Mike James an Bord geblieben ist.
Die Chancen stehen gut, dass sich eine Stabilität einstellt, auf der Rune aufbauen kann - wenngleich Mouratoglou natürlich recht hat, wenn er sagt: "Es ist der Beginn eines Abenteuers."
Das könnte Dich auch interessieren: Verletunzgsschreck in Rio - Alcaraz gibt Update
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung