Novotna hatte 1993 im Wimbledonfinale für die Bilder des Turniers gesorgt. Damals führte sie gegen Steffi Graf im dritten Satz 4:1 und 40:15, ehe das Spiel kippte und ihre deutsche Rivalin nach fünf Spielen in Serie doch noch den Titel gewann. Novotna wurde nach Weinkrämpfen sogar von der Herzogin von Kent getröstet.
Die rührenden Bilder gingen damals um die Welt.
Steffi Graf sagte einmal über diesen Moment:
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19/11/2017 AM 20:51
Ich war in den ersten Sekunden sehr glücklich. Dann sah ich sie...
Novotna selbst sagte einmal in einem Interview mit dem Tennis Magazin über das dramatische Finale:
Nach meiner Niederlage habe ich meine Gefühle rausgelassen und den Zuschauern die menschliche Seite des Tennis gezeigt. Damit habe ich mich trotz Niederlage genauso zu einer Gewinnerin gemacht.
Nun erinnern sich die Tennis-Fans wieder an diese Szene, Novotna verstarb am Sonntag im Alter von nur 49 Jahren friedlich im Kreis ihrer Familie. Die Tschechin hat ihren langen Kampf gegen den Krebs verloren.
Novotna führte im dritten Satz schon 4:1, 40:30 stand es bei eigenen Aufschlag, sie hatte also Spielball zum 5:1. Doch plötzlich kippte die Partie. Doppelfehler Novotna, die Blondine mit dem Stirnband verschlug auf einmal einfachste Bälle, sie hatte ihre Nerven wie so oft nicht im Griff. Graf beendet das Match dann mit einem Schmetterball.

Große Bestürzung in der Tenniswelt

Novotna bezeichnete sich als "sehr sensibel", sie sei "nie eine dieser Tennis-Maschinen" gewesen, "die auf den Ball einschlagen und keine Gefühle zeigen." 24 Titel gewann sie im Einzel, im dritten Anlauf 1998 dann auch in Wimbledon (gegen Nathalie Tauziat), Novotna war zu ihren besten Zeiten die Nummer zwei der Welt. Viele Experten hatten der Rechtshänderin noch mehr Erfolge zugetraut, doch zu oft verlor sie im entscheidenden Moment die Nerven.
"Ich bin am Boden zerstört und mir fehlen die Worte - Jana war eine echte Freundin und tolle Frau", twitterte Tennislegende Martina Navratilova.
Auch die große Pam Shriver kondolierte:
Ich kann nicht glauben, dass sie so früh gegangen ist. Ihr Lächeln wird für immer jung weiterleben.
Gerade weil sie Gefühle auf dem Tennisplatz zuließ, war Novotna bei den Fans sehr beliebt.
Sie war sich dennoch sicher, dass sie mit einem anderen Weg mehr hätte erreichen können:
Manchmal trifft man während eines Matches halt nicht die besten Entscheidungen, und dann verliert man. Bei mir haben vielleicht auch meine starken Emotionen oft dazu beigetragen, dass ich gescheitert bin.
1999 beendete sie ihre Karriere, 2005 wurde sie in die Hall of Fame aufgenommen.
WTA-Chef Steve Simon sagte über sie:
Jana war auf und neben dem Platz eine Inspiration für jeden, der die Chance hat, sie kennenzulernen. Ihr Stern wird in der Geschichte der WTA immer hell leuchten. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken gehören Janas Familie.
1998 gewann Novotna in Wimbledon das Finale gegen Nathalie Tauziat aus Frankreich, es blieb ihr einziger Grand-Slam-Titel im Einzel. Hinzu kamen zwölf Grand-Slam-Titel im Doppel und vier im Mixed.

Jana Novotna

Fotocredit: Getty Images

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