Jannik Sinner offen über schwierige Phase nach positiven Dopingtests: "Ich weiß, wer mein Freund ist - und wer nicht"

Die positiven Dopingtests von Jannik Sinner beschäftigen den Tennis-Zirkus nach wie vor - und nun hat sich der italienische Weltranglistenerste selbst zu Wort gemeldet und einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt der vergangenen Monate gegeben. "In dem Moment, in dem ich auf den Platz gehe und meine Mütze aufsetze, existiert für mich nur noch der Tennisball", erklärte Sinner.

Jannik Sinner

Fotocredit: Getty Images

Sinner war im März positiv auf die verbotene Substanz Clostebol getestet, wegen einer glaubwürdigen Erklärung aber schnell freigesprochen worden. Gegen diesen Freispruch der ITIA legte die WADA Ende September Einspruch ein.
Eine Situation, an der so mancher Sportler wohl zerbrochen wäre. Sinner bewies aber Nervenstärke und unterstrich in den zurückliegenden Monaten regelmäßig seine Dominanz auf den Tennis-Courts dieser Welt.
"Ich bin zufrieden damit, wie ich damit umgegangen bin, denn es war sehr schwierig", gab der 23-Jährige in einem ausführlichen Interview mit "Sky Sport Uno" zu Protokoll.
In diesen Momenten habe er sich auf die wesentlichen Dinge besonnen und sei dankbar für die Unterstützung aus seinem engsten Umfeld. "Ich muss mich bei meinem Team bedanken, das mir die ganze Zeit über zur Seite stand, weil ich es brauchte", so Sinner. "Dank ihnen habe ich mich sicher gefühlt. Beschützt."

Sinner: "Auf dem Platz fühle ich mich sicher"

Trotz der Veröffentlichung der Ergebnisse der Dopingtests rund eine Woche vor den US Open wuchs Sinner beim letzten Major-Turnier des Jahres über sich hinaus und eroberte den zweiten Grand-Slam-Titel seiner noch jungen Karriere.
Wie er das geschafft hat? "Auf dem Platz fühle ich mich sicher", erklärte Sinner seine mentale Stärke. "Wenn ich den Ball sehe und kurz vor dem Aufschlag stehe, konzentriere ich mich nur darauf, ihn zu treffen. Denn schließlich ist das mein Job und meine Leidenschaft."
Während er auf dem Court wie gewohnt seine Ziele verfolgte, wurde der Südtiroler abseits des Platzes mit vielen Herausforderungen konfrontiert - auch im Umgang mit seinen Konkurrenten auf der ATP-Tour.
"Ich habe verstanden, dass es viele Spieler gibt, von denen ich nicht dachte, dass sie meine Freunde sind", blickte Sinner zurück. "Und es gibt eine ziemlich große Anzahl von Spielern, von denen ich dachte, dass sie meine Freunde sind, aber es doch nicht sind."
In den vergangenen Wochen musste Sinner viel aushalten, allen voran Nick Kyrgios meldete sich in der Debatte regelmäßig mit scharfer Kritik zu Wort.
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Quelle: SNTV


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