Kevin Krawietz über Ende der Zusammenarbeit mit Andreas Mies: "Das war wie Schlussmachen"
Kevin Krawietz und Andreas Mies bildeten in den vergangenen Jahren das deutsche Vorzeige-Doppel im Tennis. Nun endet die Ära, die von zwei French-Open-Titeln überstrahlt wurde. "Die Entscheidung war extrem schwer, es war wie Schlussmachen", erklärte Krawietz im Rahmen einer Medienrunde. Der Coburger verriet überdies, welche Gründe den Ausschlag gaben, die Zusammenarbeit mit Mies zu beenden.
Final-Highlights mit Krawietz/Mies: Triumph nach Dreisatz-Fight
Quelle: Eurosport
"Ich möchte neue Impulse bekommen und geben", erläuterte Kevin Krawietz.
Er habe Andreas Mies Ende September vor der 1. Runde des ATP-Turniers von Tel Aviv frühzeitig über die Entscheidung informiert, die von ihm ausgegangen sei.
"Alles andere wäre nicht fair gewesen. Dennoch war es wie Schlussmachen und kein schönes Gefühl. Ich habe gesehen, dass die Enttäuschung groß war bei Andi. Er war aber nicht sauer und hat es sehr gut und professionell aufgenommen", berichtete der 30-Jährige, der mit Mies an seiner Seite 2019 und 2020 die French Open gewann.
Der wiederum reagierte auf Instagram mit einem "Thank you" und postete dazu ein Video mit besonderen Momenten der gemeinsamen Zeit auf dem Tennisplatz.
Mies: "Tapetenwechsel ganz gut"
Mies betonte beim "SID", dass der "Tapetenwechsel ganz gut" sei nach vier Jahren, schließlich habe auch er zwischendurch gezweifelt. "Speziell nach dem Zweitrunden-Aus in diesem Jahr bei den US Open habe ich nachgedacht, es mit Kevin zu beenden", gab der 32-Jährige zu.
"Ich habe mich dann bewusst dagegen entschieden und wollte 2023 noch einmal neu mit ihm angreifen. Kevin hat mir in Tel Aviv mehr oder weniger die Entscheidung abgenommen. Wir sind beide fein damit."
Ab sofort wird Krawietz also mit Tim Pütz antreten. Der Coburger und der Frankfurter kennen sich gut, spielten bereits im September erfolgreich im Davis Cup zusammen. Mies wird indes mit dem Australier John Peers ein Doppel bilden.
Das verspricht sich Krawietz von Pütz
An die Zusammenarbeit mit Pütz knüpft Krawietz eine konkrete Hoffnung. "Ich möchte mit Pützi ein wenig konstanter werden", erläuterte der Oberfranke.
Das Ziel sei es, wieder nach einem Grand-Slam-Titel zu greifen: "Das traue ich uns zu. Entscheidend ist, wie man in engen Situationen reagiert. Im Davis Cup haben wir das erlebt und ich denke, dass wir eines der besten Teams werden können."
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Krawietz und Mies scherzen: "Als hätte man mit der Freundin Schluss gemacht"
Quelle: Eurosport
Ein weiterer Vorteil: Mit Pütz wird Krawietz schwerer auszurechnen sein. "Die Gegner haben natürlich schon gemerkt, dass Andi immer sehr nahe am Netz steht. Da kamen mit der Zeit dann schon vermehrt Lobs, was in den ersten eineinhalb Jahren nicht so häufig der Fall war", gibt Krawietz auf Nachfrage von Eurosport.de zu: "Das war aber nicht der Hauptgrund meiner Entscheidung."
Emotionale Worte von Mies
Mies äußerte sich derweil mit einem langen Instagram-Post zur Trennung.
"Das, was wir zusammen erreicht haben, kann uns keiner mehr nehmen", schrieb der Kölner dort: "Ich bin dir sehr dankbar für unsere gemeinsame Zeit und drücke dir von Herzen die Daumen für die Zukunft! Es war mir eine Ehre an deiner Seite zu kämpfen, Partner."
Mies teilte außerdem mit, dass er bei den Australian Open mit dem australischen Routinier John Peers (34) an den Start gehen werde. Peers hatte 2017 das Grand-Slam-Turnier Down Under gewonnen.
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