"Wir haben es sehr früh geschafft. Das gibt es heute nicht mehr", glaubt Stefan Edberg, der mit 19 Jahren den Wimbledon-Titel holte und führt aus: "Das Spiel ist anders geworden. Es ist ganz anders geworden, jeder ist austrainiert und hat bereits mehr Erfahrung."

Es würde gerade bei den Männern länger dauern, bis man auf der Tour angekommen ist, glaubt er.

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Das Durchschnittsalter der Top 100 sei dafür ein gutes Signal: "Es dauert einfach länger, die Reife zu erlangen und seinen Zenit zu erreichen", erklärt Edberg und zieht Vergleiche: "Wir waren mit 24 oder 25 auf unserem Zenit. Heute sind ihre besten Jahre zwischen 27 und 30, vielleicht sogar später."

Becker: "Wir hatten mit 23 unsere erste Krise"

Aktuell sieht der Schwede keinen jungen Spieler, der mit 19 Jahren Wimbledon gewinnen kann. Auch Boris Becker sieht die Situation ähnlich wie sein früherer Kontrahent, stört sich aber an der Einordnung der "Next Gen". "Wir bezeichnen 23-Jährige als junge Generation. Wir hatten in dem Alter unsere erste Krise", erklärt Becker: "Es war beinahe normal, als Teenager zumindest im Finale zu sein. Heute ist das ein Ding der Unmöglichkeit."

Sowohl Edberg als auch Becker wurden in den 1980er Jahren Profis und hatten damals eine ganz andere Umgebung als heutzutage auf der Tour. "In den 80er Jahren ist das Preisgeld drastisch gestiegen. Wenn es mehr Geld gibt, wird der Wettkampf besser, das Interesse wächst, es kommen mehr Spieler und sie werden besser trainiert", versucht Edberg die Entwicklung zu erklären.

Edberg: Es ist mittlerweile "eine andere Ballsportart"

Auch beim Team rund um die Profis hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert: "Plötzlich hatten Spieler ihre eigenen Trainer und Physiotherapeuten dabei. Das gab es in den 80ern und 90ern nicht immer, aber wenn man das heute anschaut, haben alle Spieler große Teams um sich." Es sei mittlerweile eine "andere Ballsportart", findet der sechsmalige Grand-Slam-Sieger.

Den ersten Major-Titel holte sich der Rechtshänder 1985 mit 19 Jahren bei den Australian Open. Sein ewiger Rivale Becker triumphierte bereits mit 17 Jahren völlig überraschend in Wimbledon.

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