Naomi Osaka - Chris Evert äußert sich exklusiv zu Anfeindungen gegen den Superstar: "Alles hat seinen Preis"

Mit ihrer ersten Endspielteilnahme seit dem Gewinn der Australian Open 2021 meldete sich Naomi Osaka wieder im Spitzentennis zurück. Nach schwierigen Monaten, in denen sie mit mentalen Problemen zu kämpfen hatte, zeigte sie sich wieder von ihrer besten Seite. Chris Evert versteht den psychischen Druck, der auf Osaka lastet und gibt der Japanerin exklusiv bei Eurosport einen wertvollen Ratschlag.

Naomi Osaka

Fotocredit: Getty Images

"Man muss ein dickes Fell haben", erklärte Evert im exklusiven Interview mit Eurosport. "Das ist die Realität und keine Kritik." Das Beispiel Osaka zeige die Abgründe der Welt des Profisports auf und unterstreiche die Notwendigkeit, mit den Schattenseiten des Erfolgs umgehen zu können. "Es geht nicht nur darum, auf dem Platz zu stehen. Es gehört noch so viel mehr dazu", stellte die US-Amerikanerin klar.
Neben positiven Aspekten wie Titel, Triumphe und Ruhm gebe es auch die bittere Realität der Omnipräsenz. Als ein Superstar, wie es Osaka ist, werde man zu "einer Art Zielscheibe, über die jeder reden und urteilen kann", unterstrich Evert. Letzten Endes spielen auch die Sozialen Medien eine große Rolle, welche "dir deine gesamte Privatsphäre nehmen".
Mit dem Erfolg kommt die Aufmerksamkeit - mit der Aufmerksamkeit schließlich der Neid. "Es gibt viele Menschen da draußen, die mit ihrem eigenen Leben nicht zufrieden sind. Also werfen sie ihre Meinung und ihre Negativität in das Leben anderer Leute ein", weiß die langjährige Weltranglistenerste selbst nur zu gut.
Umso wichtiger sei es, sich früh auf diese mentale Herausforderung einzustellen. "Wenn du kein dickes Fell hast, kannst du dir eines aneignen. Du musst verstehen, dass die Leute dich von allen Seiten beurteilen können, wenn du so erfolgreich bist."

Evert über Osaka: "Alles hat seinen Preis"

Die Privilegien, die mit einer erfolgreichen Karriere im Spitzensport einhergehen, würden laut Evert jedoch auch einige Nachteile nach sich ziehen.
"Ich habe mir immer gedacht, dass man den Preis dafür bezahlt, wenn man auf irgendeinem Gebiet erfolgreich ist und beispielsweise Millionen auf dem Tennisplatz und mit Sponsorenverträgen verdient. Alles hat seinen Preis", stellte die 67-Jährige klar. "Du kannst den Fallen des Erfolges nicht entfliehen."
In Miami, wo sie erst im Endspiel von Iga Swiatek aufgehalten wurde, ließ sie jedenfalls erstmals seit Langem wieder ihre Klasse auf dem Tennis-Court aufblitzen. Wenige Wochen zuvor in Indian Wells schien Osaka jedoch noch mit dem psychischen Druck zu kämpfen.
Nach ihrer Niederlage gegen Veronika Kudermetowa brach sie aufgrund beleidigender Zwischenrufe in Tränen aus. "Wir sind alle Fans von Osaka und wir haben das hohe Niveau gesehen, das sie spielen kann", drückte sie ihre Bewunderung aus. "Es war ein Kampf für sie und ich denke, dass sie einfach sensibel und verletzlich ist."
Zum Abschluss wies Evert darauf hin, dass Osaka etwaige Angriffe nicht persönlich nehmen und sich nicht infrage stellen solle. "Wenn jemand gegen dich schießt, ist es deren Problem und nicht deins."
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Quelle: Perform

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