Novak Djokovic scheint nach seinen Siegen in Melbourne, Paris und London in der Form seines Lebens zu sein.
Der 20-fache-Major-Sieger strotzt nur so vor Selbstvertrauen. "Ich halte mich für den Besten, und ich glaube, dass ich der Beste bin", sagte er erst kürzlich nach seinem Wimbledon-Sieg.
Bei Olympia in Tokio sowie bei den US Open plant der Rechtshänder nun zu vollenden, was er Anfang des Jahres in Australien begonnen hat - den "Golden Slam". Ein Kunststück, das bislang nur Steffi Graf im Jahr 1988 gelang.
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"Ich sehne mich nach einer Medaille in Tokio, hoffentlich nach Gold, und dann gehe ich nach New York, um alles zu vervollständigen", so Djokovic, der 2008 in Peking Bronze gewann.
Djokovic ist sich der "anspruchsvollen" Aufgabe, die ihm bevorsteht, bewusst. Auf seine erste große Herausforderung in Tokio angesprochen, entgegnete der Routinier, dass er voller Zuversicht und motiviert sei, Serbien bestmöglich zu repräsentieren.

Ex-Hochspringerin Vlasic inspiriert Djokovic

Obwohl der "Djoker" vor kurzem Zweifel an der Teilnahme bei Olympia äußerte, entschied er sich schlussendlich für den Kampf um die goldene Medaille in Japan. Nach einem Gespräch mit der zweifachen Medaillengewinnerin Blanka Vlasic fasste er den Entschluss anzutreten.
"Sie sagte, dass sich die Leute nur daran erinnern werden, wer die Medaillen gewonnen hat, nicht wie die Bedingungen waren oder ob es Fans gab oder nicht", erzählte er: "Ihre Worte sind bei mir hängen geblieben und ich freue mich, dass ich mich entschieden habe, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Ich bin inspiriert, mein bestes Tennis zu spielen und bin zuversichtlich, dass ich nach einem großartigen Lauf in dieser Saison die Goldmedaille gewinnen kann."
Vlasic holte als Hochspringerin bei den Sommerspielen einmal Silber (2008) und einmal Bronze (2016) für Kroatien.

Becker: "Djokovic findet immer Wege ..."

Mit einer Bilanz von 34:3 in der bisherigen Saison und nach den Rückzügen vieler Topspieler wie Rafael Nadal oder Roger Federer ist Djokovic der große Favorit auf olympisches Gold im Einzel.
Eurosport-Experte Boris Becker, der Djokovic von 2013 bis 2016 trainierte, sieht seinen ehemaligen Schützling der Konkurrenz voraus.

Becker kritisiert: "Zverev macht immer die gleichen Fehler!"

"Er hat nicht nur einen Spielplan A, sondern auch B,C oder D. Das macht es so schwierig gegen Djokovic zu spielen, weil man nie genau weiß, wie er Tennis spielt", erklärte der sechsmalige Major-Sieger: "Das ist vielleicht das große Manko bei fast allen anderen, dass sie nur ein Spielsystem haben. Er findet immer Wege, den Punkt zu gewinnen, egal wie."
Auch Pablo Carreño Busta, der kürzlich die German Open in Hamburg gewann, erachtet den Weltranglistenersten als Maß aller Dinge. Der 30-Jährige erklärte, "Djokovic steht über allen. Er scheint unbesiegbar". Dennoch lenkte der Spanier die Aufmerksamkeit auch auf den immensen Druck, der auf den Schultern Djokovics laste: "Er ist der Rivale, den es zu schlagen gilt, der den ganzen Druck auf sich hat."
Sollte der Serbe schaffen, was bisher unmöglich schien, würde er nicht nur als erster Spieler der Geschichte den Golden Slam schaffen, sondern gleichzeitig auch an seinen großen Widersachern Roger Federer und Rafael Nadal (alle 20 Grand-Slams) im Rennen um die meisten Grand-Slam-Titel vorbeiziehen.
Die Frage nach dem größten Tennisspieler der Geschichte wäre beantwortet.

Das Gelbe vom Ball - Boris Becker im Podcast über Djokovic und Zverev

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