Rafael Nadal, Roger Federer, Matteo Berretini, Denis Shapovalov oder Dominic Thiem. Unter anderem diese Spieler werden aus verschiedenen Gründen nicht an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen.
Alexander Zverev hingegen geht mit großen Zielen in sein erstes olympisches Turnier. Die deutsche Nummer eins rückt auch aufgrund der Absagen in den Mitfavoritenkreis. Im Vorfeld erklärte Zverev selbstbewusst gegenüber der "Sportschau": "Ich fahre da schon hin, um für Deutschland um eine Medaille mitzuspielen."
Im Gespräch mit der "Bild" ging der 24-Jährige sogar einen Schritt weiter: "Mir geht es jetzt darum, dass ich Gold für Deutschland hole und darauf bereite ich mich vor." Die Chancen auf eine Medaille oder sogar den ganz großen Coup stehen in diesem Jahr sicherlich nicht schlecht.
ATP Hamburg
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Doch im Kampf um Gold wird Zverev und dem restlichen Feld der insgesamt 64 Tennis-Profis vor allem einer im Weg stehen: Novak Djokovic. Der Weltranglistenerste aus Serbien geht als absoluter Top-Favorit ins Turnier.

Novak Djokovic gilt es zu schlagen

Ende vergangener Woche bestätigte Djokovic endgültig seine Teilnahme an Olympia. "Ich habe meinen Flug nach Tokio gebucht und werde ein stolzer Teil der serbischen Olympia-Mannschaft sein", schrieb der 20-malige Grand-Slam-Sieger auf Twitter.
Die bisher in diesem Jahr ausgetragenen Grand Slams (Australian Open, French Open und Wimbledon) konnte Djokovic alle für sich entscheiden. Die einmalige Chance auf den "Golden Slam", also Siege bei allen vier Grand-Slam-Turnieren sowie Olympia im selben Jahr, macht den Serben besonders gefährlich. Bisher schaffte dies nur Steffi Graf 1988. Kurz nach den Spielen steht bereits das letzte Major-Event an. Ab dem 30. August werden in New York die US Open ausgespielt.
Doch Zverev sieht bei sich durchaus Chancen den beinahe übermächtigen Djokovic in Tokio zu schlagen. Der "Sportschau" sagte der letztjährige US-Open-Finalist: "Man muss Sachen können, die nicht viele andere Spieler können. Man muss mit ihm mitlaufen und man muss ihn overpowern können. Ich sehe mich als einen, der gegen ihn immer Chancen hat."
Doch nur zwei der bisher acht Begegnungen gegen den Serben konnte Zverev gewinnen: 2017 beim ATP Masters in Rom sowie 2018 bei den ATP Finals - jeweils im Endspiel. Das letzte Aufeinandertreffen bei den Australian Open im Viertelfinale verlor der Deutsche in engen vier Sätzen. Ein weiterer Vorteil für Zverev könnte sein, dass das Event auf Hartplatz ausgetragen wird. Neun seiner 15 ATP-Karrieretitel holte der Hamburger auf diesem Belag. Aber auch Djokovic liegt Hartplatz besonders gut.

Alexander Zverev will sich verbessern

Die Olympischen Spiele werden für Zverev in jedem Fall speziell und sind eine besondere Motivation für den 24-Jährigen. "Ich spiele immer sehr, sehr gerne für mein Land. Es ist noch emotionaler, wenn du weißt, dass alle zu Hause mitfiebern", erklärte Zverev, der zuletzt in Wimbledon im Achtelfinale gegen Félix Auger-Aliassime in fünf Sätzen gescheitert war.
Auch das Leben im Olympischen Dorf werde "natürlich Wahnsinn", so der Deutsche weiter.
Boris Becker erkannte nach dem Aus in Wimbledon allerdings wiederkehrende Probleme.
Im Eurosport-Podcast "Das Gelbe vom Ball" erklärte die deutsche Tennis-Legende: "Er macht nach wie vor die gleichen Fehler, das ist eben das nervige. Er scheitert jedes Mal an den gleichen Fehlern und Schwächen." Es sei egal, wie der Gegner heiße, so Becker: "Zverev scheitert an Zverev und nicht am Gegner." Dennoch sieht er in Deutschlands Nummer eins das Potenzial für große Titel. "Gerade wenn die großen Drei so langsam aufhören, dann ist er im Kreis der Jüngeren führend und muss sich da hinter keinem verstecken", meinte der 53-Jährige.

Zverev reagiert auf Becker

In Tokio könnten von diesen "Jüngeren" auch Stefanos Tsitsipas und Daniil Medvedev ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden. Becker versuchte unterdessen die Hauptprobleme in Zverevs Spiel zu erläutern: "In kritischen Phasen bleibt er zu passiv, er steht hinter der Grundlinie und hofft, dass der Gegner einen Fehler macht. Das reicht gegen die schlecht Platzierten, aber die Besseren machen eben kein Fehler."
Zverev reagierte bei "Bild" auf die Kritik des sechsmaligen Grand-Slam-Siegers: "Ich weiß, woran ich arbeiten muss, um Grand Slams zu gewinnen, und das tue ich. Ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg."
Ab 24. Juli (live im TV bei Eurosport) kann der Hamburger seine Kritiker eines Besseren belehren. Am kommenden Samstag beginnen in Tokio das Herren- und Damen-Einzel sowie die beiden Doppel. Die deutsche Nummer eins hat dabei in beiden Wettbewerben (im Doppel mit Jan-Lennard Struff) durchaus Chancen auf Edelmetall.
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