Patrick Mouratoglou plant Revolution im Tennis

Mit seinem Ultimate Tennis Showdown ist Patrick Mouratoglou in der Corona-Pause neue Wege gegangen. Nun will der Coach von Serena Williams sein neues Turnierformat ausweiten und den Sport damit revolutionieren. Doch in einem sehr "konservativen Sport" könnte er damit auf Gegenwehr stoßen. Dennoch brauche das Profi-Tennis einen neuen Anstrich, um neue Fans zu gewinnen, so Mouratoglou.

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Vier Viertel, maximal zehn Minuten lang, Ereigniskarten, um mehr Punkte zu holen und nur 15 Sekunden zum Aufschlag - was wir in den vergangenen Wochen beim Ultimate Tennis Showdown in der Mouratoglou Akadamie von Profis wie Dominic Thiem oder Stefanos Tsitsipas gesehen haben, hatte wenig mit dem Tour-Tennis zu tun, das wir sonst gewohnt sind.
Die Idee dazu stammt von Patrick Mouratoglou, der dem Tennis einen neuen Anstrich geben will. "Tennis braucht diese Revolution, weil sich die Fanbasis nicht mehr erneuert", erklärt der Tennislehrer gegenüber der "Welt".
"Das Durchschnittsalter der Fans beträgt 61 Jahre - und das steigt von Jahr zu Jahr. Langfristig ist das keine gesunde Entwicklung", sagt er und fordert, dass man an die Zukunft denkt und nicht nur an die Gegenwart.

Mouratoglou will junge Fans für den Sport gewinnen

Der Gedanke hinter seiner Idee ist simpel: Tennis soll schneller gemacht werden, für den Zuschauer besser konsumierbar.
"Da passiert manchmal 20 Minuten gar nichts. Das geht nicht", kritisiert der 50-Jährige die derzeitige Lage. Sein Team habe die Spielzeiten bei regulären Matches analysiert und es sei aufgefallen, dass zwischen 80 und 95 Prozent der Dauer eines Matches gar kein Tennis gespielt werde: "Da gehen die Spieler herum, benutzen Handtücher, wählen die richtigen Bälle aus. Also alles, was langweilig ist."
Diese Art passt laut dem Coach von Serena Williams aber nicht mehr zur heutigen Lebenssituation: "Tennis passt nicht mehr zu der Art und Weise, wie wir unser Leben führen." Zwar habe der Sport sehr "loyale Fans", allerdings gewinne man auch keine dazu, "insbesondere in den jüngeren Generationen".
"Wir treten gegen Netflix, Social Media, Videospiele, E-Sport und andere Sportarten an. Da ist viel im Angebot und unser Produkt ist etwas altmodisch: Sehr lang, sehr langsam", legt Mouratoglou den Finger in die Wunde: "Über lange Abschnitte passiert gar nichts. So haben wir keine Chance, die jüngere Generation zu verführen."

UTS: Sprint statt Marathon

Bei der UTS dauert ein Spiel maximal eine Stunde, Verzögerungen sollen ausgeschlossen werden - damit ist alles planbarer: für die Fans und die TV-Anstalten. "Wer wartet heutzutage noch drei Stunden? Niemand! Selbst zwei Minuten wartet keiner", beschreibt er die aktuelle Situation. Sein Turnier sei eher "ein Sprint als ein Marathon".
Zudem bekommen Fans und Zuschauer durch Oncourt-Coaching noch eine weitere spannende Komponente ihres Lieblingssport mit. Doch diese Idee auf der Tour zu etablieren, wird kein Leichtes, weiß auch Mouratoglou: "Tennis ist ein sehr konservativer Sport."
Eins ist ihm aber wichtig: Der UTS soll nicht in Konkurrenz zur ATP und WTA Tour stehen. "Das Format richtet sich nicht gegen sie - überhaupt nicht. Tennis braucht beides: eine Liga, um das bestehende Publikum zufriedenzustellen, und eine Liga, um neue Fans zu gewinnen", macht er deutlich: "Das Produkt von ATP und WTA wird die jüngere Generation nicht verführen." Aber es sei auch klar, dass UTS die alteingesessenen Fans nicht zufriedenstellen wird.
Eine mögliche Fusionierung von beiden Formaten könnte sich wie folgt gestalten: Am Samstag und Sonntag vor den, meist am Montag startenden, großen Turnieren könnten die Profis statt Trainingsspielchen jeweils 60 Minuten gegeneinander antreten.
Festhalten an seinem Format will er nicht unter jeden Umständen: "Wir sagen nicht, dass nur wir das richtige Format haben." Aber fest stehe: "Unser Format macht Spaß!"
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