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Peng Shuai verschollen - WTA-Boss Steve Simon will China Tennisturniere entziehen: "Definitiv bereit"
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Publiziert 19/11/2021 um 08:42 GMT+1 Uhr
Um den Druck auf China im Zusammenhang mit der verschwundenen Tennisspielerin Peng Shuai zu erhöhen, schließt Steve Simon, Chef der Spielerinnen-Organisation WTA nicht aus, dem Reich der Mitte WTA-Turniere zu entziehen. "Wir sind definitiv bereit dazu und würden alle Komplikationen, die das mit sich bringt, regeln", sagte der Tennis-Funktionär in einem "CNN"-Interview.
Die Tenniswelt sorgt sich um Peng Shuai
Fotocredit: Getty Images
Schätzungen zufolge könnte die WTA durch eine solche Maßnahme mehrere hundert Millionen Dollar verlieren. Simon stellte aber klar: "Dies ist größer als das Geschäft. Frauen müssen respektiert und nicht zensiert werden."
Am Freitag meldeten sich erstmals das Weiße Haus in Washington und die Vereinten Nationen (UN) in diesem Zusammenhang zu Wort. Die USA seien "sehr besorgt" über das Schicksal Pengs, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag. Washington fordere Peking auf, "überprüfbare Beweise" bezüglich der Sicherheit der Sportlerin und ihres Aufenthaltsortes zu liefern.
"Es wäre wichtig, Beweise für ihren Aufenthaltsort und ihr Wohlergehen zu haben. Wir würden darauf drängen, dass es eine Untersuchung mit voller Transparenz zu ihren Vorwürfen der sexuellen Nötigung gibt", sagte auch Liz Throssell, die Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros am Freitag in Genf.
Die Sorgen um die 35 Jahre alte frühere Weltranglistenerste im Doppel sind weltweit groß. Peng Shuai hatte Anfang des Monats in dem Twitter-ähnlichen Medium Weibo geschrieben, vom ehemaligen Vizepremier Zhang Gaoli (75) sexuell missbraucht worden zu sein. Der Eintrag im Sozialen Medium wurde gelöscht, Peng ist angeblich seit Tagen verschwunden.
Am Mittwoch veröffentlichten chinesische Medien dann eine Mail, die von ihr stammen soll. "Ich werde weder vermisst, noch bin ich nicht sicher. Ich ruhe mich nur daheim aus, alles ist in Ordnung", heißt es darin.
Zverev: Sprechen von einem Menschenleben
Prominente Weggefährten wie Alexander Zverev äußerten sich beunruhigt. "Ich hoffe, sie wird bald gefunden", sagte der Olympiasieger bei den ATP Finals in Turin: "Wir sprechen hier nicht von einem Tennismatch, wir sprechen von einem Menschenleben." Naomi Osaka schrieb auf Twitter: "Ich bin geschockt von der gegenwärtigen Lage und sende ihr Liebe und Licht."
Auch Athleten Deutschland misst der Causa Peng weitreichende Bedeutung zu: "Gerade mit Blick auf die bevorstehenden Olympischen und Paralympischen Winterspiele in China muss der organisierte Sport beweisen, dass er den Schutz der Athlet*innen gewährleisten kann", hieß es in einer Stellungnahme.
Für Dagmar Freitag steht die Angelegenheit beispielhaft für die Geschehnisse in China. "Alle, denen die Werte des Sports wichtig sind, müssen sich zweifellos große Sorgen um Peng Shuai machen", sagte Freitag, bis zuletzt Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, der "TZ" und dem "Münchner Merkur": "Der Fall passt in das Bild dieses Landes, das Menschen kaserniert, interniert und im schlimmsten Fall eben auch umbringt."
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(SID)
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Quelle: Perform
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