ATP Finals - Alexander Zverev macht freche Ansage vor Halbfinale gegen Novak Djokovic: "Habe noch zwei Matches"

Alexander Zverev bekommt es bei den ATP Finals im Halbfinale mit Novak Djokovic zu tun. Eine Runde zu früh, könnte man sagen. Einerseits. Andererseits hat er inzwischen so viel Erfahrung darin, die Nummer eins herauszufordern, dass der Finaleinzug ein realistisches Szenario bleibt. Die Tatsache, dass er "nur" Gruppenzweiter wurde, sieht Zverev so locker, dass er sogar eine freche Ansage wagte.

Alexander Zverev bei den ATP Finals in Turin

Fotocredit: Imago

Alexander Zverev hat Kraft gespart.
Ganze 62 Minuten benötigte der 24-Jährige, um beim 6:2, 6:4 gegen den chancenlosen Hubert Hurkacz das Weiterkommen festzuzurren. "Zum Glück ging es so schnell, die Körner sind so wichtig hier bei diesem Turnier", zeigte sich auch Physiotherapeuten Hugo Gavril im Gespräch mit "Sky" erleichtert über den komplikationslosen Ablauf der Partie.
Zverev blickte indes ganz entspannt auf den Showdown im Halbfinale gegen Novak Djokovic voraus.
Der Umstand, dass er durch die Niederlage in der Gruppenphase gegen Daniil Medvedev dem Weltranglistenersten im Halbfinale nicht aus dem Weg gehen konnte? Trübte die Laune des Olympiasiegers überhaupt nicht - ganz im Gegenteil. "Ich habe das Turnier 2018 gewonnen. Damals habe ich auch mein zweites Gruppenspiel, gegen Novak, verloren und ihn dann im Finale geschlagen", erinnerte Zverev beim On-Court-Interview in der Pala Alpitour an die ATP Finals von vor drei Jahren.
Es war ein Meilenstein für das deutsche Tennis. 23 Jahre war es zu diesem Zeitpunkt her, dass mit Boris Becker ein deutscher Profi das Final-Event der Saison gewonnen hatte.

Zverev fordert Djokovic zum fünften Mal in einem Jahr

Verständlich also, dass Zverev sich die guten Erinnerungen jetzt wieder vergegenwärtigt. Zumal die Aufgabe, Djokovic zu bezwingen, so schwer wie eh und je ist. Obwohl der Serbe mit 34 Jahren der mit Abstand älteste Spieler ist, der sich in diesem Jahr für die erstmals in Turin ausgespielten Finals qualifiziert hat, gilt er als Topfavorit.
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Die besten Szenen: Zverev spielt seine Klasse gegen Hurkacz aus

Quelle: SNTV

Immerhin: Zverev ist noch besser auf Djokovic eingestellt als in der Vergangenheit. "Ich habe gegen Novak in diesem Jahr bei jedem großen Hartplatz-Turnier gespielt", so der Weltranglistendritte im Hinblick auf die Matches bei den Australian Open, US Open und bei Olympia in Tokio. Dazu trafen die beiden Topprofis auch beim ATP Cup aufeinander.
Drei dieser vier Begegnungen entschied Djokovic für sich, nur im Halbfinale der Sommerspiele musste er sich dem jungen Herausforderer geschlagen geben.

Erfolg gegen Djokovic "einer meiner emotionalsten Siege"

Für den Deutschen wiederum war der Olympia-Coup gegen den Superstar das Beste, was ihm passieren konnte. "Das war mit Sicherheit einer meiner emotionalsten Siege", erklärte Zverev im Exklusiv-Interview mit Eurosport.
In Tokio lag er bereits 1:6 und 2:3 mit Break-Nachteil zurück - ehe er acht Spiele in Folge gewann und Djokovic den Traum vom Golden Slam verhagelte. Der Lerneffekt für Zverev war immens. Er merkte, dass er die Klasse hat, auch gegen die Nummer eins der Welt in fast aussichtsloser Situation zu bestehen.
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Zverev kämpft Djokovic im Olympia-Halbfinale 2021 nieder

Quelle: Eurosport

Unvergessen die Bilder, als Zverev nach dem Matchball zum 1:6, 6:3, 6:1 auf dem Court in die Hocke ging und weinte. Zwei Tage später baumelte eine Goldmedaille um den Hals des 24-Jährigen, der von der "besten Woche meines Lebens" schwärmte.
Und auch wenn er wenige Wochen später gegen Djokovic im Halbfinale der US Open den Kürzeren zog, hat das Erlebnis von Japan aus Zverev dauerhaft einen besseren Tennisspieler gemacht. "Er hat seine Weltklasseleistung jetzt etabliert", befand Eurosport-Experte Boris Becker.

Zverev forsch: "Ich habe noch zwei Matches vor mir"

Diese Entwicklung ist natürlich auch Djokovic nicht entgangen, der weiß, dass es selbst für ihn immer schwieriger wird, Zverev in die Knie zu zwingen. Der wiederum freut sich von Mal zu Mal mehr gegen den 20-fachen Grand-Slam-Champion anzutreten. "Wir machen langsam eine Gewohnheit daraus, in den späten Runden großer Wettbewerbe aufeinanderzutreffen. Ich denke, es wird auch jetzt wieder eine unterhaltsame Angelegenheit."
Und Zverev ging sogar noch einen Schritt weiter: "Ich habe jetzt noch zwei (!) Matches vor mir." Eines steht fest - so spricht keiner, der sich als Underdog sieht.
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