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Petra Kvitova sagt vor Gericht aus: "Ich habe geschrien, überall war Blut"

Kvitova sagt vor Gericht aus: "Ich habe geschrien, überall war Blut"
Von tennisnet.com

05/02/2019 um 21:07Aktualisiert 05/02/2019 um 21:14

Im Dezember 2016 wurde Petra Kvitova Opfer einer Messer-Attacke eines Einbrechers. Bei den Australian Open feierte sie mit dem zweiten Platz ihren größten Erfolg seit diesem schrecklichen Vorfall. Wie die "Bild"-Zeitung am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe berichtete, ist die Australian-Open-Finalistin nun vor dem zuständigen Gericht in Brünn erschienen - und schilderte dramatische Szenen.

Als Kvitova ihre Aussage machte, war sie nach Angaben des Blattes aus dem Nebenraum per Video zugeschaltet. Damit sollte ein Zusammentreffen mit dem Angeklagten vermieden werden, der die Tat bis heute bestreitet.

Im Dezember 2016 war die 28-Jährige in ihrem Appartment in Prostejov und wartete auf eine Dopingkontrolle, als der Täter an der Tür klingelte und sich als Klempner ausgab. Als der Mann bereits in der Wohnung war, "hatte ich von hinten ein Messer am Hals", berichtete Kvitova.

Kvitova erlitt schwerste Verletzungen

Im folgenden Handgemenge hatte die zweimalige Wimbledonsiegerin schwerste Verletzungen an ihrer linken Schlaghand erlitten. "Ich habe geschrien, überall war Blut", sagte sie am Dienstag vor Gericht aus.

Betroffen waren Sehnen und Nerven an allen fünf Fingern. In einer fast vierstündigen Notoperation wurde die Hand "gerettet".

Der zuständige Chirurg Radek Kebrle, mit dem sich Kvitova mehrere Monate später auf dem Cover eines tschechischen Magazins ablichten ließ, erklärte:

"Die Verletzungen waren grauenvoll. Und die Chancen, dass die Hand so gut verheilt, dass Petra wieder Tennis spielen kann, waren sehr gering."

Video - Das Kvitova-Märchen: Grand-Slam-Finale nach fieser Messerattacke

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Psychische Wunden bei Kvitova

Kvitova hatte in den Wochen nach dem Vorfall in einem Interview gesagt: "Ich hätte tot sein können."

Auch aus ihren psychischen Verletzungen machte sie keinen Hehl:

"Ich hatte lange Zeit Ängste, habe mich ständig umgeschaut, wenn ich unterwegs war. So etwas vergisst man sein ganzes Leben nicht mehr."

Kvitova erlebte emotionale Australian Open

Dem Angeklagten droht eine Haftstrafe bis zu zwölf Jahren. Kvitova hatte ihn bei einer Gegenüberstellung erkannt.

Bei den Australian Open hatte sie jüngst ihren bislang größten Erfolg seit ihrem Comeback nach der Messerattacke gefeiert. Kvitova hatte erst im Finale von Melbourne gegen Flushing-Meadows-Siegerin Naomi Osaka (Japan) den Kürzeren gezogen.

Stolz war sie nach dem Erfolg "Down under" trotzdem: "Ich habe ja gar nicht gewusst, ob ich nach den schlimmen Verletzungen jemals wieder ein Racket in meiner Hand halten kann", meinte Kvitova in den Tagen des Happy Slams.

Video - Dreimal Netzkante! Kvitova gewinnt den Ballwechsel des Finales

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