Alexander Zverev bereitet sich in der Nadal-Akademie auf die Hartplatzsaison vor: Schließt sich bei den US Open der Kreis?
VonThomas Gaber
Publiziert 24/07/2026 um 15:59 GMT+2 Uhr
Triumph bei den French Open, Finale in Wimbledon - Alexander Zverev hat die besten zwei Monate seiner Karriere hinter sich. Ein Grand-Slam-Titel ist in diesem Jahr noch zu vergeben: Ende August beginnen in New York die US Open. Dort stand Zverev 2020 im Finale, doch diesmal scheinen die Chancen auf den großen Wurf besser denn je. Den Feinschliff holt sich Zverev bei Kumpel Rafael Nadal.
"Hatten auf Zverev gehofft": Stimmen zum Sinner-Triumph
Quelle: Perform
Gefühlte 42 Grad herrschen derzeit auf Mallorca. Doch die Hitze am Mittelmeer kann Alexander Zverev nichts anhaben. Nach einem kurzen Trip auf einer Luxusyacht rund um Mallorca und Ibiza ist der 29-Jährige zurück auf dem Tennisplatz und bereitet sich in der Rafa Nadal Academy auf die anstehende Hartplatzsaison vor.
Drei Turniere wird Zverev ab Anfang August in Nordamerika bestreiten. Neben den beiden Masters 1000-Turnieren in Toronto (2. bis 12.08.) und Cincinnati (13. bis 23.08.) greift der Deutsche bei den US Open (30.08. bis 13.09.) nach seinem zweiten Grand-Slam-Titel 2026.
Das 500er-Turnier in Washington in der letzten Juli-Woche, das Zverev bereits zweimal gewinnen konnte, lässt der Deutsche aus und folgt damit seinem Plan aus der ersten Jahreshälfte. Zverev spielt 2026 weniger Turniere als in den Jahren zuvor. Ein Vorhaben, das sich als Erfolgsrezept herausgestellt hat. Verlor er 2024 23 Prozent und 2025 sogar 30 Prozent seiner Matches, sind es 2026 nur 20 Prozent.
An den Ort der Vorbereitung auf die Hartplatzsaison hat Zverev gute Erinnerungen. "Letzten Sommer bin ich nach Mallorca gereist, um mit Toni und Rafa Nadal zu sprechen, und sie haben mir enorm geholfen. Rafa erzählte mir, dass er eine ähnliche Phase durchgemacht habe wie ich, als er zunächst viele Spiele gegen Djokovic verlor, bevor er eine Lösung fand", sagte Zverev bei "RTL".
Kohlmann sieht Zverev einen Tick vor Sinner
Die Lösung gegen seinen eigenen Endgegner hat Zverev noch nicht gefunden. Die Finalniederlage in Wimbledon gegen Jannik Sinner war die zehnte in Folge. Seit 87 Spielen hat Zverev kein Break mehr gegen die Nummer eins der Welt geschafft.
Nach Meinung von Bundestrainer Michael Kohlmann kommt Zverev der Hartplatzswing in Kanada und den USA zugute, um auch da den Spieß umzudrehen. "Ich sehe Sascha auf den etwas schnelleren Hartplätzen extrem stark. Ich traue ihm absolut zu, dass er dort nicht nur mithalten, sondern Sinner und Alcaraz auch schlagen kann", sagte Kohlmann bei "ran".
Während hinter der Leistungsfähigkeit von Alcaraz, der in Cincinnati auf die ATP Tour zurückkehren wird, ein großes Fragezeichen steht, zeigte in Wimbledon in Halbfinale und Finale wieder seine außergewöhnliche Klasse.
Der beste Spieler der letzten Monate ist für Kohlmann aber Zverev. "Er war phasenweise einen kleinen Tick vor Sinner. Zverev ist aktuell sehr komplett, die kompletteste Version seiner Karriere. Vor allem ist er sehr stabil und konstant", lobte der Bundestrainer.
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Highlights: Sinner vereitelt Zverevs Grand-Slam-Doppelschlag
Quelle: SNTV
Zverev holte 15 von 25 Titeln auf Hartplatz
Auch wenn Zverev seinen größten Titel auf Sand einfuhr, ist er auf Hartplatz am erfolgreichsten. Von 25 Turniersiegen auf der ATP Tour gewann er 15 auf Hardcourt, der letzte datiert vom November 2024 beim Masters in Paris.
Hartplatz ist Zverevs natürliches Habitat. Sein Aufschlag, die druckvolle Rückhand und die Fähigkeit, das Spiel von der Grundlinie zu kontrollieren, funktionieren auf keinem Belag so effizient wie auf dem schnellen Untergrund.
2020 stand er kurz vor seinem ersten Grand-Slam-Titel, als er im Finale der US Open gegen Dominic Thiem 2:0-Sätze führte und im entscheidenden fünften bei 5:3 Break vorne lag. Doch Thiem drehte das Match noch und sorgte so dafür, dass Zverev fast sechs weitere Jahre auf seinen Premieren-Triumph bei einem Major warten musste.
Die dramatische Pleite aus dem Corona-Turnier 2020 hat Zverev lange beschäftigt, 2026 soll sich der Kreis. Zverev nimmt in Flushing Meadows einen neuen Anlauf - und die Chancen, auch den letzten Schritt zu gehen, standen nie besser. Zverev befindet sich der Form seines Lebens und der Hartplatz kommt seinem Spiel entgegen. Alles andere als ein weiteres Duell mit Jannik Sinner im Finale wäre eine Überraschung.
Kohlmann traut Zverev sogar zu, im Rennen um Platz eins der Weltrangliste anzugreifen, "vorausgesetzt, er kann seine Form aus den vergangenen beiden Monaten auch auf der Hartplatz-Tour bestätigen."
2025 schied Zverev bei den US Open bereits in der dritten Runde aus, während Sinner das Finale erreichte. Gelingt dem Deutschen ein tiefer Lauf und am Ende gar der Turniersieg, würde er jede Menge Punkte aufholen.
Bis es so weit ist, wird Zverev erstmal auf Mallorca weiterschwitzen.
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Quelle: SNTV
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