"Pure Magie", twitterte die WTA, als Petra Kvitova vor etwas mehr als vier Wochen das Turnier von Doha gewann.
Es war der 28. Titel für die ehemalige Nummer zwei der Welt, die Ende 2016 nach einer Messerattacke um ihre Gesundheit und Karriere fürchten musste.
Der Angreifer wurde im März 2019 schließlich zu acht Jahren Haft verurteilt.
Tennis
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30/03/2021 AM 21:16
In der Eurosport-Serie Players' Voice berichtet Kvitova, wie es ihr gelang, sich zurückzukämpfen und an alte Erfolge anzuknüpfen.
Von Petra Kvitova:
Liebe Tennis-Fans bei Eurosport,
Als ich 2011 in Wimbledon meinen ersten Grand-Slam-Titel gewann, war das unglaublich. Ich war ziemlich jung für einen so großen Erfolg und konnte nicht wirklich einordnen, was das bedeutet. Es hat mich gleichermaßen glücklich macht und irritiert.
Als ich drei Jahre später erneut in Wimbledon den Titel holte, hat mich das noch mehr berührt. Ich konnte das mehr genießen, weil ich älter und erwachsener war. Es war mir klar, was auf mich zukommt und ich galt als Favoritin. Das hat vieles verändert. Ich kann mich erinnern, dass ich damals sehr stolz war, die Trophäe noch einmal in Händen zu halten. Das war etwas ganz Spezielles.

Petra Kvitova nach ihrem Sieg im Wimbledon-Finale 2011 gegen Maria Scharapowa

Fotocredit: Getty Images

Es wäre ein Traum, wenn mir das ein drittes Mal gelingen würde. Das ist auch einer der Hauptgründe, weshalb ich noch immer spiele.
Ich habe in meinem Leben einiges mitgemacht und gerade die vergangenen zehn Jahre haben mich sehr viel gelehrt. Dazu gehört die Einsicht, den Tennissport nicht als selbstverständlich hinzunehmen und das Leben zu umarmen. Ich wertschätze die kleinen Dinge wieder mehr.

"Ich will spielen und ich werde es beweisen"

Zwischen der Messerattacke und meinem Comeback gab es Momente, in denen es sich unmöglich anfühlte, zurückzukommen. Es gab eine Zeit, da sagte man mir, dass ich nie wieder Tennis spielen werde - und meine Antwort war: Ich will spielen und ich werde es beweisen.
Diese spontane innere Reaktion war der große Wendepunkt, denn mir wurde bewusst, dass der Tennissport Teil meines Lebens bleiben muss. Auch aus schlechten Erfahrungen können gute Dinge erwachsen. Ich versuche, in jeder Lebenslage so zu denken. Sachen auszuprobieren und das Positive darin sehen.
Als ich bei den French Open 2017 auf die Tour zurückkehrte, war meine mentale Einstellung auf dem Platz nicht mehr dieselbe. Nach der Attacke habe ich den Sport weniger ernst gesehen - mein Fokus lag auf meiner Gesundheit und dem Leben an sich. Ich habe aber schnell gemerkt, dass ich wieder mit den Besten mithalten kann und meine Einstellung von früher wieder gefunden.
Wenn ich nach all dem, was auf und abseits des Courts passiert ist, eine Nachricht an die 21-jährige Petra Kvitova schicken könnte, würde die lauten: Nimm' die Dinge nicht so ernst, genieße das Tennisspielen und die Geschenke des Lebens noch mehr und rege dich nicht auf, wenn es mal wieder nicht rund zu laufen scheint.
Wenn ich aus heutiger Sicht auf das nächste Jahrzehnt vorausblicke, kann ich mir nicht vorstellen, noch immer Tennis zu spielen. Ich würde mir stattdessen ein ganz normales Leben mit Kindern wünschen. Wir werden sehen.
Eure Petra Kvitova
Folgt Petra Kvitova auf Instagram (@petra.kvitova) und Twitter (@Petra_Kvitova)

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